Klaus Biesenbach, was ist Kunst?
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Klaus Biesenbach — ehemaliger Chefkurator des MoMA, heute Direktor der Neuen Nationalgalerie und des künftigen Museum Berlin Modern — erzählt von einem Leben, das konsequent zwischen New York und Berlin pendelt und dabei die Kunstwelt von innen umgekrempelt hat. Er ist überzeugt, dass bedeutende Kunst nicht in Privatbesitz gehört, sondern der Allgemeinheit — eine Position, die so klar formuliert ist, dass sie fast provoziert. Das Gespräch führt durch Jahrzehnte kuratorischer Arbeit, den legendären ersten Kunstwelt-Shitstorm und die Frage, wie viele Leben ein Mensch eigentlich leben kann.
„Man sagt ja, als Katze hat man neun Leben. Ich glaube, ich will beim zwölften leben.“
Erwähnte Medien (98)
Forrest Gump
Robert Zemeckis · 1994
Von seiner Mutter rückhaltlos unterstützt, macht sich der geistig ein wenig zurückgebliebene Forrest Gump in die Welt auf. Er bringt Elvis seinen Tanzstil bei, findet in der jungen Jenny eine echte Freundin, wird aufgrund seines Laufvermögens ein Football-Star, steht im Vietnamkrieg seinen Mann, rettet seinen Vorgesetzten Dan Taylor vor dem sicheren Tod und wird schließlich im Shrimps-Business zum Millionär. Doch all die Zeit kann er seine große Liebe Jenny nicht vergessen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:10:15 „Ich habe mich eigentlich immer ein bisschen gefühlt wie Forrest Gump. Also wenn wir irgendwie mit der Schule irgendwie einen Ausflug gemacht haben ins Röntgenmuseum oder irgendwie so. Und dann kam dann so die lokale Zeitung, hat ein Foto vom Röntgenmuseum gemacht. Wer springt da durchs Bild? Zufällig die Schulklasse und mich vorne dran.“
Klaus Biesenbach vergleicht sich mit Forrest Gump, um zu beschreiben, wie er sein ganzes Leben lang zufällig immer im Zentrum wichtiger Ereignisse und auf Fotos gelandet ist – ob als Schulkind bei einem Museumsbesuch oder später bei Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten der Kunstwelt.
Christo und Jeanne-Claude – Verhüllter Reichstag / Wrapped Beetle
Christo und Jeanne-Claude · 1995
Das Kunstprojekt "Wrapped Reichstag" von Christo und Jean-Claude feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Das 1995 realisierte Werk, bei dem der Reichstag vollständig verhüllt wurde, gilt als eines der ikonischsten Kunstprojekte des 20. Jahrhunderts und markierte einen Höhepunkt der sogenannten Verhüllungskunst. Eine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie würdigt dieses Erbe nun mit einer Installation eines verpackten Käfers als zeitgenössische Hommage.
🗣 Amend referenziert bei ⏱ 00:16:52 „aus Anlass, vermute ich auch mal, von Christo und Jean-Claude's Feier des verpackten Reichstags. 30 Jahre Jubiläum. dass Sie jetzt einen eingepackten Beatle haben.“
Amend erwähnt die 30-Jahres-Feier des verhüllten Reichstags und einen eingepackten Beetle in der Neuen Nationalgalerie als Hommage an Christo.
Wrapped Volkswagen Beetle (Verhüllter Volkswagen Käfer)
Christo und Jeanne-Claude
Installationskunst des Künstlerduos Christo und Jeanne-Claude: Ein Volkswagen Käfer ist vollständig mit Stoff verhüllt und wird in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt. Das Werk demonstriert die charakteristische künstlerische Technik der Künstler, alltägliche Objekte durch Verhüllung zu transformieren und zu mystifizieren. Die Installation entstand anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der legendären Reichstags-Verhüllung von 1995.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:17:14 „Eben auf Instagram gesehen bei Ihnen, das in der Neuen Nationalgalerie. Jetzt aus Anlass, vermute ich auch mal, von Christo und Jean-Claude's Feier des verpackten Reichstags. 30 Jahre Jubiläum. Dass Sie jetzt einen eingepackten Beatle haben. Also man kann jetzt in die neue Nationalgalerie gehen und kann sich jetzt ein Jahr lang einen eingepackten Beatle von Christo und Jean-Claude anschauen.“
Christoph Amend erwähnt, dass er auf Biesenbachs Instagram gesehen hat, wie ein verhüllter VW Käfer von Christo und Jeanne-Claude in die Neue Nationalgalerie gebracht wurde – anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Verhüllung des Reichstags 1995.
Wrapped Reichstag (Verhüllter Reichstag)
Christo und Jeanne-Claude
Ikonische Verhüllungsinstallation des deutschen Reichstags von Christo und Jeanne-Claude (1995). Das Kunstwerk wickelte das Berliner Regierungsgebäude temporär in silbernes Polyesterstoff-Tuch – eine monumentale Intervention von Weltruf. Das Projekt verkörpert Christos charakteristisches Konzept temporärer, transformativer Interventionen in urbanen Räumen und wurde zu einem kulturellen Meilenstein des wiedervereinigten Berlins.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:19:07 „Anfang der 90er Jahre habe ich mit Gabriele Muschter, Kuratorin, die viel in Berlin gemacht hat, da haben wir eine Ausstellung gemacht über die Reichstagsverhüllung. Das war 92 oder 93. Und da wurde im Marschstall, wurden dann die Modelle gezeigt und die Renderings für den Reichstag.“
Biesenbach erzählt von seiner persönlichen Verbindung zu Christo und Jeanne-Claude. Bereits Anfang der 90er organisierte er eine Ausstellung mit Modellen und Renderings für die geplante Reichstagsverhüllung, die dann 1995 stattfand. Dieses Erlebnis war für ihn ein Schlüsselmoment in seiner Berliner Karriere und verband ihn dauerhaft mit der Familie Christo.
Curiosity Killed the Cat
Curiosity Killed the Cat
Curiosity Killed the Cat war eine britische Funk-Pop-Band, die von 1984 bis 1994 bestand. Ab 1992 verwendete die Gruppe den verkürzten Namen Curiosity.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:29:02 „Ich glaube, ich bin, als ich Kind war, gab es so ein Lied, Curiosity Kills a Cat. Ja, das war auch eine Band. Englische Band aus den 80ern. Und ich finde, das war immer etwas, was mich ungeheuer nach wie so einem Propeller durchs Leben gezogen hat. Einfach diese ungeheure Neugierde.“
Biesenbach erinnert sich an die britische Band Curiosity Killed the Cat aus den 80ern, um seine lebenslange, antreibende Neugierde zu beschreiben. Christoph Amend ordnet sie als englische Band aus den 80ern ein. Die Referenz dient als Metapher für Biesenbachs unstillbaren Wissensdurst.
Karlheinz Stockhausen (Komponist/Festival in Kürten)
Karlheinz Stockhausen
Karlheinz Stockhausen war ein revolutionärer Avantgarde-Komponist des 20. Jahrhunderts, der in Kürten lebte und die kulturelle Identität seines Heimatortes prägte. Der Artikel beleuchtet Stockhausens Bedeutung für die Region, die nach ihm als "Stockhausen-Dorf" bekannt wurde. Seine Präsenz in der kleinen Gemeinde zeigt, wie bedeutende künstlerische Persönlichkeiten ihre lokale Umgebung durchdringen, auch wenn Kinder wie Biesenbach die kulturelle Tragweite erst später erfassen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:32:32 „Was ich damals gar nicht so sofort mitbekommen habe, das war auch das Dörfchen Stockhausen gelebt hat. Ja, es gibt den Beinamen auch von Kürten. Da habe ich gelesen, dass es das Stockhausendorf ist.“
Biesenbach beschreibt seine Kindheit in Kürten und die kulturellen Einflüsse dort. Neben der Gemeindebibliothek und dem Wald gab es auch die Nähe zum Avantgarde-Komponisten Stockhausen, dessen Bedeutung er als Kind aber noch nicht einordnen konnte.
Konrad Lorenz' Prägungsforschung (Verhaltensforschung an Wildgänsen)
Konrad Lorenz
Konrad Lorenz' Klassiker der Verhaltensforschung untersuchte das Prägungsverhalten von Wildgänsen: Gössel prägen sich beim Schlüpfen auf das erste bewegliche Objekt, das sie sehen, und folgen diesem unbeirrbar. Die Studie revolutionierte das Verständnis von angeborener Instinktprägung und Bindungsverhalten zwischen Mensch und Tier.
🗣 Klaus Biesenbach empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:17 „Ich war ungeheuer fasziniert von Konrad Lorenz, der hat damals den Nobelpreis bekommen. Was mich fasziniert hat, war dieses Forschungsergebnis, dass sich Wildgänse, wenn sie ausschlüpfen, geprägt sind auf das Erste, was sie sehen, was sich vor ihnen bewegt.“
Biesenbach beschreibt ausführlich, wie Konrad Lorenz' Prägungsforschung ihn als Teenager dazu inspirierte, selbst afrikanische Nilgänse auszubrüten. Diese Erfahrung mit unbedingtem Vertrauen zwischen Mensch und Tier war für ihn eine lebensverändernde Prägung.
Geflügelbörse
Spezialisierte Zeitung für Geflügelzüchter mit Marktplatz-Funktion. Vor dem Internet war die Geflügelbörse das zentrale Inserate-Medium für Zucht-Tiere, Eier und Zubehör – Leser konnten dort Wildgänse-Eier, Hühner und Geflügel-Zubehör kaufen und verkaufen. Vertrieb über Bahnhofs-Zeitschriftenstände.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:03 „Und dann gab es damals so eine Zeitung, die konnte man am Bahnhof kaufen, die hieß Geflügelbörse. Und vor dem Internet und da konnte man sich... Wildgänse-Eier kaufen.“
Biesenbach beschreibt, wie er als Teenager über die Spezialzeitung 'Geflügelbörse' – eine Art analoges Internet für Geflügelzüchter – Wildgänse-Eier bestellte, um Konrad Lorenz' Prägungsexperiment nachzustellen. Die Zeitung war nur am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach erhältlich.
Yps (Zeitschrift)
Das Kulturmagazin Yps feiert sein 50-jähriges Jubiläum mit einem kleinen Comeback. Die Zeitschrift prägte die Generation X als „Wissens-Lexikon" und machte Kindern wissenschaftliche Konzepte durch praktische Gimmicks nahebringend. Der Autor beschreibt seine eigenen Erfahrungen als begeisterter Leser, der alle zwei Wochen ins Spielwaren-Geschäft eilte, um die neueste Ausgabe mit innovativen Bastelprojekten wie einem Patent-Geschwindigkeitsmesser fürs Fahrrad zu kaufen. Mit kreativen Experimenten gelang es Yps, Kinder für Naturwissenschaften zu interessieren und sie zu „Pionieren" ihrer Generation zu machen.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:43 „Also wie Yps dann später. Was ist Yps nochmal? Was ist Yps? Urzeitkrebse, wo man so Urzeitkrebse dann züchten konnte. Und unvergessen auch das Yps.“
Als Biesenbach erzählt, wie er als Kind über die Zeitung 'Geflügelbörse' Wildgänse-Eier bestellte, zieht Christoph Amend einen popkulturellen Vergleich zum Jugendmagazin Yps, das für seine Gimmicks wie Urzeitkrebse berühmt war. Die Hosts schwelgen kurz in Erinnerungen an das 'Üpps-Überlebenszelt'.
Documenta-Installation (Hund, Kaulquappen, Holz in der Aue)
Pierre Huyghe
Künstlerische Installation von Pierre Huyghe auf der dOCUMENTA 13 (2012) in Kassel. Das Werk verbindet verschiedene Lebensformen wie einen Hund mit bemaltem Bein, Kaulquappen und vermoderndes Holz in der Karlsaue zu einer ästhetischen Komposition. Die Installation visualisiert die Gleichwertigkeit aller Lebewesen und hinterfragt traditionelle menschliche Hierarchien in der Natur, indem sie biologische Prozesse und unterschiedliche Aggregatformen von Leben nebeneinander zeigt.
🗣 Klaus Biesenbach empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:40:44 „Ich fand ja die Pierre-Yves-Arbeit auf der Documenta von der Karolin Christ, der hatte ja den Hund mit dem pinken Fuß, aber da waren dann auch die Kaulquappen neben dem vermodernden Holz in der Aue. Dann hatte er auf einmal alles diese verschiedenen Aggregatformen von Leben.“
Biesenbach beschreibt Pierre Huyghes Documenta-Arbeit (dOCUMENTA 13, 2012) mit dem Hund 'Human' mit dem pink bemalten Bein, Kaulquappen und vermoderndem Holz in der Karlsaue. Er sieht darin die erste künstlerische Arbeit, die sein eigenes Verständnis von der Gleichwertigkeit aller Lebewesen visualisierte – eine Erkenntnis, die er als Teenager durch seine Wildgänse gewonnen hatte.
7000 Eichen
Joseph Beuys
Joseph Beuys' Kunstwerk „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" ist eines der bedeutendsten öffentlichen Kunstprojekte in Kassel. Zwischen 1982 und 1987 wurden 7000 Bäume, begleitet von je einer Basaltstele, über das gesamte Stadtgebiet verteilt – der erste und letzte Baum stehen vor dem Museum Fridericianum. Als „soziale Plastik" konzipiert, sollte das Werk den urbanen Raum ökologisch verändern und die Bürger in die Gestaltung ihrer Umwelt einbeziehen. Seit 2002 kümmert sich die Stiftung „7000 Eichen" um das pflegeintensive Kunstwerk, das seit 2004 unter Denkmalschutz steht und das Erscheinungsbild Kassels nachhaltig geprägt hat.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:41:42 „Und das ist natürlich, wenn man überlegt, das sind auch Joseph Beuys, 7000 Eichen. Aber auf jeden Fall ist da ein Feld, was mir bis heute sehr, sehr wichtig ist, anwesend.“
Im Gespräch über die Gleichwertigkeit verschiedener Lebewesen und Biesenbachs Prägung durch seine Wildgänse-Erfahrung zieht er eine Verbindung zu Beuys' berühmtem Documenta-Kunstwerk '7000 Eichen', das Kunst und Natur verbindet. Für Biesenbach repräsentiert dieses Werk ein Feld zwischen Kunst und Ökologie, das ihm bis heute wichtig ist.
Sonne statt Reagan
Joseph Beuys
Sonne statt Reagan ist ein Lied des deutschen Aktionskünstlers Joseph Beuys aus dem Jahr 1982. Das Protestlied entstand im Auftrag der noch jungen Partei Die Grünen für die Friedensbewegung und richtete sich gegen die Stationierung US-amerikanischer Pershing-Raketen in Europa.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:44:48 „Ich habe gelesen, dass ein Auftritt von Beuys, weil Sie den jetzt schon ein, zwei Mal erwähnt haben, für Sie auf eine andere Art auch prägend gewesen sein muss. Sie haben ihn, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, im Fernsehen gesehen. Das war ein Auftritt, den er hatte und er hat diesen berühmten Werbesong für die Grünen gespielt.“
Christoph Amend fragt Klaus Biesenbach nach einem prägenden TV-Auftritt von Joseph Beuys, bei dem dieser seinen berühmten Werbesong für die Grünen performte. Biesenbach beschreibt, wie die Verbindung von Kunst, Politik und Popkultur ihn faszinierte. Der Song 'Sonne statt Reagan' (1982) wird nicht beim Titel genannt, ist aber der einzige Werbesong, den Beuys für die Grünen aufnahm.
Sitzblockadenbilder (Ausstellung in Galerie T)
Barbara Klemm
Fotografische Dokumentation von Sitzblockaden durch Barbara Klemm, einer renommierten FAZ-Fotografin. Die Ausstellung in Galerie T präsentiert politische Protestfotografie, die gesellschaftliches Engagement und zivilen Widerstand visuell dokumentiert. Klemms Werk konfrontiert den Betrachter mit sozialkritischen Themen und künstlerischem Engagement für gesellschaftliche Veränderung.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:46:23 „Galerie T, da hat Barbara Klemm ausgestellt. Die Fotografin. Genau, da haben wir diese Sitzblockadenbilder. Und es war ja für mich irgendwie, ich glaube ja nicht nur das Objekt irgendwie an die Wand so geholfen, dass es auch nicht schief hing, sondern da war ja eine Sitzblockade, was ist denn eine Sitzblockade?“
Biesenbach erinnert sich an eine Ausstellung der renommierten FAZ-Fotografin Barbara Klemm in der kleinen Galerie T in seinem Heimatdorf. Als Jugendlicher half er beim Aufhängen der Bilder, die Sitzblockaden zeigten – politische Protestfotografie, die ihn mit der realen Welt außerhalb seines Dorfes konfrontierte. Klemm kam sogar persönlich zur Eröffnung.
Der geteilte Himmel
Christa Wolf · 1973
Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung. Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:38 „Aber ich weiß, dass ich Heinrich Böll, wenn man sich solche, oder der geteilte Himmel, Christa Wolf, das waren doch viele Dinge, die einen damals extrem beschäftigt haben.“
Biesenbach nennt Christa Wolfs 'Der geteilte Himmel' als eines der literarischen Werke, die seine Generation stark beschäftigten. Im Kontext der politischen Fotografien von Barbara Klemm und der Sitzblockaden-Bewegung zeigt sich, wie Literatur, Kunst und Politik in seiner Jugend zusammenflossen.
Heinrich Böll (Werk/Œuvre)
Heinrich Böll · 2009
Das Ziel der Arbeit ist gleichsam der Versuch, die richtungsweisenden Perspektiven von Bölls Schuldverständnis im Bewusstsein der hermeneutischen Differenz von Intention und Verständnis zu erschließen und mit Hilfe produktionsästhetischer sowie strukturanalytischer Gesichtspunkte die Vielschichtigkeit und Komplexität der literarischen Illustration von Schuld durch Böll darzulegen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 00:46:38 „Ich weiß, dass ich Heinrich Böll, wenn man sich solche, oder der geteilte Himmel, Christa Wolf, das waren doch viele Dinge, die einen damals extrem beschäftigt haben.“
Biesenbach nennt Heinrich Böll neben Christa Wolf als prägenden Autor seiner Jugend im Rheinland der 70er/80er Jahre, als politische Literatur und Kunst für ihn zusammenkamen – etwa beim Hängen von Bildern in der Galerie T.
Heimat (Filmreihe)
Edgar Reitz · 1984
Der Film erzählt die Geschichte der Maria Simon, geb. Wiegand, und ihrer Familie aus dem fiktiven Dorf Schabbach im Hunsrück. Sie wird vom 19. Lebensjahr (1919) bis zum 82. Lebensjahr (1982) begleitet. Eingebettet in das dörfliche Leben verknüpfen und lösen sich die Lebenswege der Schabbacher Familien in chronologischer Folge.
🗣 Klaus Biesenbach empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:53 „Es gab Edgar Wrights Heimat. Da gab es die erste und die zweite Heimat. Und da weiß ich nicht, ob ich das jetzt im Nachhinein durcheinanderbringe und nur projiziere. Aber da gibt es eben diese Sequenz, wo er immer am Rhein entlang diese langen Rheinfahrten hat und dann Musik studiert.“
Biesenbach beschreibt Edgar Reitz' Filmreihe 'Heimat' als generationenprägendes Filmprojekt, mit dem er sich stark identifizierte. Die Szenen der Rheinfahrten spiegelten seine eigenen Zugfahrten am Rhein entlang während des Zivildienstes wider. Jochen Wegner bestätigt die Bedeutung als 'generationenprägendes Filmprojekt'. Der Name wird im Transkript fälschlich als 'Edgar Wright' wiedergegeben.
Paper Magazine
Paper Magazine war ein einflussreiches New Yorker Kulturmagazin, das Nachtleben und die junge Kulturszene dokumentierte. Das Magazin erlangte internationale Aufmerksamkeit durch sein ikonisches Kim-Kardashian-Cover. Der Artikel behandelt die kulturelle Bedeutung und Geschichte dieses prägenden Magazins für New York.
🗣 Amend referenziert bei ⏱ 00:58:31 „Paper Magazine war damals ein Magazin für das junge New York in der Zeit und die haben sehr viel auch über das Nachtleben New York geschrieben“
Amend erklärt Paper Magazine als Club-Life-Magazin des jungen New York, bei dem Biesenbach ein Praktikum machte.
Paper Magazine Cover mit Kim Kardashian
Jean-Paul Goude
Das ikonische Paper Magazine Cover mit Kim Kardashian von Jean-Paul Goude, das als erstes Magazin-Cover viral ging und "das Internet brach". Der legendäre französische Künstler und Fotograf schuf damit ein Werk, das die Grenze zwischen Print und digitaler Kultur neu definierte und einen Wendepunkt in der Celebrity-Fotografie und Internetgeschichte markiert.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:15 „Es gibt ein berühmtes Cover, berüchtigt, berühmt, das, wie es damals hieß, das erste Cover war, Which Broke the Internet. Kann man googeln mit Kim Kardashian.“
Christoph Amend ergänzt in seiner Rolle als 'Wikipedia' die Geschichte des Paper Magazine um das berühmt-berüchtigte Cover mit Kim Kardashian, das als erstes Magazin-Cover galt, das 'das Internet brach'. Dies war etwa 20 Jahre nach Biesenbachs Praktikumszeit dort.
37 Räume
Klaus Biesenbach
"37 Räume" war eine wegweisende Ausstellung von 1992 in der Berliner Auguststraße, bei der 37 Kuratoren gleichzeitig 37 leerstehende Räume – Schulen, Synagogen und Kirchen – als Ausstellungsorte nutzten. Das Projekt zog unerwartet tausende Besucher an und fand parallel zur Documenta in Kassel statt. Die Ausstellung gilt als Gründungsprojekt des heutigen Ansehens des KW Institute for Contemporary Art und demonstriert die kulturelle Kraft dezentralisierter, ortsspezifischer Ausstellungsformate.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:05:01 „Ich habe 92 in Ausstellung gemacht, die ist 37 Räume, weil in der Augestraße 37 leere Räume, Schulen, Synagogen, Kirchen, alles mögliche waren. Aber es waren 37 Räume.“
Biesenbach beschreibt seine erste große Ausstellung '37 Räume' von 1992 in der Auguststraße in Berlin-Mitte, die parallel zur Documenta in Kassel stattfand. 37 Kuratoren bespielten 37 leerstehende Räume – Schulen, Synagogen, Kirchen – und zogen innerhalb einer Woche unerwartet tausende Besucher an. Dieses Projekt begründete den Ruf der KW Berlin.
Chambres d'Amis
Jan Hoet
Jan Hoets Ausstellung "Chambres d'Amis" war ein Kunstprojekt in Belgien, das Werke in private Wohnräume von Freunden brachte statt sie in Galerien zu zeigen. Das innovative Konzept wurde zum direkten Vorbild für Klaus Biesnbachs "37 Räume" Installation in Berlin, die 1992 parallel entstanden. Hoets Ansatz, Kunst aus dem Museum in den privaten Raum zu demokratisieren, inspirierte eine neue Welle partizipativer und räumlicher Kunstprojekte.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:07:10 „Und der Jan Hutt hatte Chambré d'Amie gemacht, der hatte die Räume der Freunde gemacht in Belgien. Es war so die Ausstellung, die ihn dann auch so dokumentiert hat. Und dann durfte man in Räume reinkommen. Und das war die Verbindung.“
Biesenbach nennt Jan Hoets Ausstellung 'Chambres d'Amis' in Belgien als direktes Vorbild für seine '37 Räume'. Hoets Konzept, Kunst in private Räume zu bringen, inspirierte das Berliner Projekt. Die Verbindung war auch zeitlich: Hoet kuratierte 1992 die Documenta in Kassel, während Biesenbach parallel dazu in Berlin seine Raumausstellung organisierte.
Café Bravo (Glasskulptur)
Dan Graham
Café Bravo ist eine Glasskulptur des Konzeptkünstlers Dan Graham, die in der Auguststraße steht. Als eine seiner ersten Gebäudeskulpturen dokumentiert sie Grahams innovative Herangehensweise an Konzeptkunst und Architektur. Das Werk entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Graham und dem Kunstwelt-Akteur Klaus Biesenbach und gilt als bedeutendes Beispiel für die Integration von künstlerischen Ideen in den städtischen Raum.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:14:56 „Der hat mit mir eines seiner ersten Gebäudeskulpturen, was noch in der Auguststraße steht, das heißt Café Bravo, eine Glasskulptur.“
Biesenbach erwähnt Dan Grahams Glasskulptur Café Bravo in der Auguststraße als Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen ihm und Konzeptkünstlern. Graham, den er als einen der Erfinder der Konzeptkunst bezeichnet, realisierte dort eine seiner ersten Gebäudeskulpturen, die noch heute steht.
Der Blaumilchkanal
Ephraim Kishon · 1969
Die Bürokratie-Satire handelt von Kasimir Blaumilch, einem aus der Irrenanstalt entflohenen Geisteskranken, der prompt beginnt, die wichtigste Hauptverkehrsstraße Allenby Road in Tel Aviv mit einem Presslufthammer aufzureißen. Als die Polizei notgedrungen beginnt, die Straße zu sperren und die Anwohner sich zunehmend über den praktisch ununterbrochenen Lärm beschweren, beginnen die Behörden eine umfangreiche, jedoch ergebnislose Ursachensuche.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:19:01 „Ich habe mal, ich zahle ein Alter von 20 oder so, den Blaumilchkanal gesehen. Ich weiß nicht, ob man das kennt. Ich glaube, das ist von Kichon. Ja, Ephraim Kichon. Und das geht darum, dass irgendjemand mit einem Blaumann irgendwie so einen Kanal aushebt auf der Straße. Und den stoppt keiner, weil der hat ja einen Blaumann an.“
Biesenbach erzählt, wie er als junger Mensch ohne formale Legitimation die Kunstwerke Berlin (KW) leitete. Der Blaumilchkanal von Ephraim Kishon wurde für ihn zur Metapher für seine eigene Situation: Jemand tut etwas ohne Auftrag und niemand hält ihn auf. Er beschreibt, dass er jahrelang den Albtraum hatte, jemand würde ihm auf die Schulter klopfen und sagen, jetzt sei Schluss mit dem Blaumilchkanal.
Walter-Benjamin-Zitate im Stadtraum
Joseph Kosuth
Konzeptuelles Kunstprojekt von Joseph Kosuth, das Walter-Benjamin-Zitate im Berliner Stadtraum installiert – auf der Volksbühne, Plakaten und Kinos. Die ephemeren Installationen verbinden philosophisches Denken mit öffentlicher Sichtbarkeit. Ein erhaltenes Exemplar in der Auguststraße dokumentiert das ambitionierte Projekt des Kunstraums KW.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:22:13 „Und es war, ich habe dann mit Joseph Custuth ein großes Projekt in der Stadt gemacht, wo er so Walter Benjamin-Zitate in der Stadt, auf der Volksbühne, auf Plakaten, in Kinos. Da ist immer noch ein Überbleibsel in der Augestraße von Walter Benjamin.“
Biesenbach beschreibt ein Kunstprojekt mit Joseph Kosuth, bei dem Walter-Benjamin-Zitate im Berliner Stadtraum platziert wurden – auf der Volksbühne, auf Plakaten, in Kinos. Ein Überbleibsel in der Auguststraße existiert noch heute. Das Projekt illustriert den Ehrgeiz der KW, auf dem Niveau internationaler Institutionen wie dem Guggenheim zu arbeiten.
Felix González-Torres Guggenheim-Retrospektive
Felix González-Torres
González-Torres war einer der einflussreichsten Künstler der 1990er Jahre, dessen Werke sich intensiv mit Liebe, Verlust und gesellschaftlichen Tabus auseinandersetzten. Er starb tragischerweise mit etwa 30 Jahren an Aids, kurz nach der Eröffnung seiner Guggenheim-Retrospektive. Sein künstlerisches Vermächtnis prägt die zeitgenössische Kunstwelt bis heute nachhaltig.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:22:35 „Das war der Professor von Felix Ignalis Torres, vielleicht dem wichtigsten, wahnbrechendsten Künstler der 90er Jahre, der ganz früh an Aids gestorben ist, kurz nachdem er seine Guggenheim-Retrospektive hatte. Also der war vielleicht damals um die 30, kriegte seine Guggenheim-Retrospektive und starb.“
Biesenbach erzählt, wie die KW über die Verbindung zu Joseph Kosuth (González-Torres' Professor) die Guggenheim-Retrospektive von Felix González-Torres übernehmen konnten – obwohl sie weder Klimakontrolle noch Fenster hatten. González-Torres beschreibt er als den vielleicht wichtigsten Künstler der 90er Jahre, dessen früher Aids-Tod eine ungeheure Tragödie war.
Vito Acconci – Retrospektive (digitale Wolke aus Metallwellen)
Vito Acconci
Digitale Retrospektive des Performance-Künstlers Vito Acconci, 2016 von Kurator Klaus Biesenbach mit dem Künstler entwickelt. Präsentiert als dreidimensionale Wolke aus Metallwellen, in der Acconcis Performances räumlich erlebbar werden. Ein innovatives Beispiel für digitale Kunstvermittlung und kuratierte Installation, die radikale Körperkunst mit technischer Virtuosität verbindet.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:28:09 „Ich habe die letzte Retrospektive von Vito Acconci gemacht. Der ist ja doch viel zu früh gestorben und 2016 habe ich mit ihm eine Retrospektive designt am Computer, die wirklich so eine Wolke aus Metallwellen war, wo seine Performances alle drin stattfanden.“
Biesenbach erklärt verschiedene Kurator-Rollen anhand konkreter Beispiele. Bei Vito Acconci war er eher Assistent und Enabler, der über Hartnäckigkeit mit dem schwierigen Künstler eine digital gerenderte Retrospektive als Wolke aus Metallwellen gestaltete.
Isa Genzken: 75 Skulpturen (Ausstellung Neue Nationalgalerie)
Isa Genzken
Die Retrospektive zeigt 75 Skulpturen von Isa Genzken in der Neuen Nationalgalerie im direkten Dialog mit dem Mies-van-der-Rohe-Bau. Kurator Biesenbach wählte eine bewusst einfache chronologische Reihung als provokatives kuratorisches Statement, das auf den ersten Blick naiv wirkt, sich aber als künstlerisch erhellend erweist. Die unkonventionelle Anordnung demonstriert Genkzens künstlerische Entwicklung und Reife über mehrere Jahrzehnte und zeigt, wie konzeptuelle Kühnheit durch schlichte Mittel entstehen kann.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:29:56 „Ich habe mit einer Kollegin zusammen Isar Gensgen 75 Skulpturen und für mich waren diese 75 Skulpturen, standen im Dialog zu Mies van der Rohe in der Neuen Nationalgalerie. Aber das hatte auch eine gewisse Unverfrorenheit oder Kühnheit, das einfach so zu machen, weil es war ja eigentlich kuratieren für Blöde. Von 1 bis 75 alle in die Reihe gestellt und Reihenfolge nach zeitlich chronologisch geordnet.“
Biesenbach beschreibt seine Isa-Genzken-Retrospektive mit 75 Skulpturen in der Neuen Nationalgalerie als Beispiel für mutiges Kuratieren. Die provokant einfache chronologische Reihung der Skulpturen im Dialog mit dem Mies-van-der-Rohe-Bau war bewusst riskant, erwies sich aber als erhellend. Er sieht darin eine Reife, die sich mit zunehmendem Alter einstellt.
Andy Warhol-Ausstellung (Neue Nationalgalerie)
Klaus Biesenbach / Lisa Botti
Retrospektive der Andy-Warhol-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie unter der Kuratie von Klaus Biesenbach. Die Schau präsentiert Warhol in ungewöhnlich menschlicher und verletzlicher Weise, mit expliziten und wenig bekannten Werken, die eine andere Seite des Pop-Art-Künstlers zeigen. Die Ausstellung war bemerkenswert genug für ein Cover im Artforum International – ein Novum für die Institution.
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:30:51 „Und die hat sie und Lisa Botti interviewt in ihrem Podcast, als ihre Ausstellung zu Andy Warhol eröffnet wurde. Und ich habe die Ausstellung auch gesehen, war auch begeistert und konnte das aber nicht so gut formulieren wie Lisa Zeitz. Denn die sagt dann irgendwann in diesem Gespräch zu ihnen beiden, aber diese Ausstellung von Andy Warhol, die war warm.“
Amend beschreibt die Andy-Warhol-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie als Beispiel für Biesenbachs kuratorische Arbeit. Die Ausstellung zeigte Warhol ungewöhnlich menschlich und verletzlich – mit expliziten, wenig bekannten Bildern. Sie erhielt ein Cover im Artforum International, was für die Neue Nationalgalerie ein Novum war.
Sleep
Andy Warhol · 1964
Andy Warhols Film „Sleep" ist ein ikonisches Werk der experimentellen Kinematografie, das 1964 entstand. Der Film dokumentiert John Giorno, Warhols Partner und bedeutende Figur in dessen Leben, beim Schlaf – eine intime Darstellung, die Warhols Interesse für die Alltäglichkeit und das Medium Film selbst widerspiegelt. Die Digitalisierung und Präsentation dieses Films im MoMA zeigt die Bedeutung von Warhols Videokunst für die Kunstgeschichte und ermöglicht neue Zugänge zu seinen künstlerischen Experimenten.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:34:50 „Ich habe mal eine kleinere Ausstellung im MoMA gemacht zu diesen Arbeiten, da bin ich mit John Giorno hingegangen, der damals noch lebte und der ja der ehemalige Lebenspartner, einer der ehemaligen Lebenspartner von Andy Warhol war und der der Mann ist, den man im Sleep sieht, das ist der Mann, den er anguckt.“
Biesenbach erzählt von der Digitalisierung und Präsentation von Warhols Filmen im MoMA. Er erwähnt den Film 'Sleep' im Zusammenhang mit John Giorno, Warhols ehemaligem Lebenspartner, der in dem Film zu sehen ist – ein Detail, das Biesenbachs intimes Wissen über Warhols Werk und Privatleben zeigt.
Broken Obelisk
Barnett Newman
Der Broken Obelisk von Barnett Newman ist ein monumentales Kunstwerk, das 2004 nach der Wiedereröffnung des MoMA in dessen riesigem Atrium präsentiert wurde. Trotz seiner imposanten Dimensionen wirkte die Skulptur in dem architektonisch übergroßen Raum wie eine Briefmarke – ein Phänomen, das die Herausforderung verdeutlicht, großflächige Ausstellungsräume sinnvoll zu bespielen. Newmans Werk exemplifiziert die Spannung zwischen künstlerischer Größe und räumlichem Kontext.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:36:13 „Als das MoMA 2004 wieder eröffnete, hat man da den Broken Obelisk von Barnett Newman und die Waterlilies von Monet reingehängt und das sah aus wie Briefmarken.“
Biesenbach beschreibt das Atrium des MoMA nach der Wiedereröffnung 2004. Die monumentalen Werke von Newman und Monet wirkten in dem riesigen Raum wie Briefmarken – was ihn motivierte, Gegenvorschläge für die Bespielung des Raums zu entwickeln.
Water Lilies
Claude Monet
Ikonische Serie von Ölgemälden Claude Monets (1890er-1920er Jahre), die Wasserlilien in seinem Garten in Giverny mit impressionistischer Fokussierung auf Licht und Reflexion darstellt. Ein klassisches Beispiel, wie selbst monumentale Meisterwerke in riesigen Ausstellungsräumen ihre intime, kontemplative Wirkung verlieren können.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:36:13 „Als das MoMA 2004 wieder eröffnete, hat man da den Broken Obelisk von Barnett Newman und die Waterlilies von Monet reingehängt und das sah aus wie Briefmarken.“
Zusammen mit Barnett Newmans Skulptur nennt Biesenbach Monets Seerosen als Beispiel für Werke, die im riesigen MoMA-Atrium ihre Wirkung verloren. Dies war der Ausgangspunkt für seine eigenen kuratorischen Experimente mit dem Raum.
Ventilator-Installation (MoMA Atrium)
Olafur Eliasson
Olafur Eliassons Ventilator ist eine minimalistische Rauminstallation im MoMA-Atrium. Das kleine Gerät dominiert den großen Raum durch seine intensive physische Wirkung auf den Körper des Betrachters und fungiert als kuratorialer Gegenpol zu monumentalen Werken. Das Kunstwerk demonstriert Eliassons Interesse an Wahrnehmung und der Wechselwirkung zwischen Objekt und Betrachter.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:36:32 „Dann habe ich dann so Gegenvorschläge gemacht. Irgendwie der Ventilator von Olafur Eliasson, der einfach so ein kleines Ding ist, der aber wirklich vollkommen wie so ein Helikopter auf dich runterwasselt.“
Als Gegenvorschlag zu den verloren wirkenden Monumentalwerken im MoMA-Atrium setzte Biesenbach auf kleinere, aber physisch intensivere Werke. Eliassons Ventilator war eines dieser Experimente – ein kleines Objekt, das den riesigen Raum durch seine physische Präsenz dominierte.
Stop, Repair, Prepare: Variations on Ode to Joy
Allora & Calzadilla
Konzeptuelle Performance-Installation von Allora & Calzadilla mit pianistischen Variationen von Beethovens Ode to Joy. Das Werk wurde im MoMA-Atrium und später in der Neuen Nationalgalerie aufgeführt und verkörpert Klaus Biesenbachs Verständnis von Kunsträumen als Dialog zwischen Musik, Performance und Architektur.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:36:59 „Oder Allora Calzadilla, die mit dem Klavier dort Freude schöner Götterfunk gespielt haben.“
Biesenbach nennt die Performance von Allora & Calzadilla als weiteres Beispiel für seine Arbeit mit dem MoMA-Atrium. Das Werk wird später im Gespräch erneut aufgegriffen, als es in der Neuen Nationalgalerie gezeigt wird – ein Schlüsselmoment für Biesenbachs Verständnis des neuen Raums.
Ode an die Freude
Ludwig van Beethoven, Friedrich Schiller
Ikonisches Klassik-Werk mit feierlich-orchestraler Setzung und Text über Freude und Brüderlichkeit. Ein kultureller Meilenstein, der bis heute in Kunstinstallationen und öffentlichen Zeremonien erklingt und Freiheit symbolisiert.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:59 „Oder Allora Calzadilla, die mit dem Klavier dort Freude schöner Götterfunk gespielt haben.“
Biesenbach erwähnt Beethovens 'Ode an die Freude' als das Musikstück, das in der Performance-Installation von Allora & Calzadilla im MoMA-Atrium gespielt wurde. Das Stück ist Teil des Werktitels 'Stop, Repair, Prepare: Variations on Ode to Joy'.
Mapping the Studio
Bruce Nauman
"Mapping the Studio" ist eine konzeptuelle Arbeit von Bruce Nauman, die den künstlerischen Prozess der Raumerfassung durch körperliche Erfahrung erforscht. Das Werk dokumentiert den Akt, sich in Ecken zu setzen und Räume physisch zu erfassen — eine Methode, die Naumans Verständnis von Kunst als gelebte Erfahrung und körperliche Präsenz demonstriert.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:37:35 „Und ich versuche dann, dass ich mich auf den Boden setze, in der Ecke sitzen. Das ist so ein bisschen wie so eine Übung von Bruce Naumann, die gibt es ja auch, so Mapping the Studio.“
Biesenbach vergleicht seine kuratorische Methode, sich in eine Ecke eines Raums zu setzen und ihn physisch zu erfassen, mit Bruce Naumans Werk 'Mapping the Studio'. Der Vergleich zeigt, wie Biesenbach künstlerische Praktiken in seine kuratorische Arbeit integriert.
The Kiss
Tino Sehgal
Performance-Kunstwerk von Tino Sehgal, in dem Performer den Besuchern Küsse geben. Das vom MoMA erworbene Werk verkörpert ein künstlerisches Paradoxon: Der Kunstmarkt kauft ein immaterielles Werk ohne physisches Objekt. Die Akquisition durch ein renommiertes Museum würdigt Performance-Kunst als legitimes Kunstmedium und hinterfragt traditionelle Konzepte von Kunstbesitz.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:38:58 „Da haben wir The Kiss von Tino Segal drin gezeigt und dann gekauft fürs MoMA.“
Biesenbach erwähnt den Ankauf von Tino Sehgals Performance 'The Kiss' für das MoMA als Beispiel für die Aufwertung von Performance-Kunst durch große Museen. Später im Gespräch betont er das Paradoxe: Man kauft ein Werk, obwohl man nichts Materielles bekommt – kein Papier, keinen Kuss.
Der Himmel über Berlin
Wim Wenders · 1987
Die Engel Damiel und Cassiel treten als Beobachter der Welt auf, insbesondere in Berlin. Sie können nicht in das Leben der Menschen eingreifen und sich ihnen nicht zu erkennen geben. Sie können ihnen jedoch neuen Lebensmut einflößen. Der Wunsch, am Leben der Sterblichen teilzuhaben, wird bei Damiel so groß, dass er dafür bereit ist, auf seine Unsterblichkeit zu verzichten. Mit einer antiken Ritterrüstung als Startkapital wird er in die Welt hineingeworfen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:43:01 „Und dann habe ich immer in der Stabi gegenüber irgendwelche Nerven auswendig gelernt oder biochemischen Formeln in dieser wahnsinnig schönen offenen Halle von der Himmel über Berlin von Wim Wenders, wo man der Engel fliegt.“
Biesenbach erinnert sich an seine Zeit als Medizinstudent in Berlin um 1989/90, als er in der Staatsbibliothek lernte – jenem Gebäude, das durch Wim Wenders' Film berühmt wurde, in dem ein Engel durch die Halle fliegt. Die Erinnerung verbindet seinen persönlichen Werdegang mit der Berliner Kulturgeschichte.
Gökçen Kunak – Performance (Neue Nationalgalerie)
Gökçen Kunak
Gökçen Kunak führte eine großformatige Performance vor tausenden Zuschauern auf dem Plateau der Neuen Nationalgalerie in Berlin auf. Die Kunstveranstaltung demonstriert die Nutzung des öffentlichen Raums als Bühne für zeitgenössische Performance-Kunst. Das Plateau wird damit zu einem zentral gelegenen Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit unmittelbarem Zugang für ein breites Publikum.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:47:50 „Gökçü Kunak, ihre Performance vor tausenden Leuten vor dem Eingang der Neuen Nationalgalerie.“
Als Beispiel dafür, wie das Plateau der Neuen Nationalgalerie als öffentliche Bühne genutzt wird, nennt Biesenbach die Performance von Gökçen Kunak vor Tausenden von Zuschauern.
Pussy Riot – Performance (Neue Nationalgalerie)
Pussy Riot
Live-Performance der Punk-Protest-Gruppe Pussy Riot in der Neuen Nationalgalerie Berlin. Die provokative Kunstaktion nutzte den öffentlichen Raum als Bühne und zog solch große Aufmerksamkeit, dass die Potsdamer Straße gesperrt werden musste. Künstlerischer Aktivismus zu Gesellschaft und Queer-Themen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:48:02 „Pussy Riot, wir mussten die Potsdamer Straße sperren. Oder wir haben zum Pride March letztes Jahr Hanni Dijon da gehabt.“
Biesenbach beschreibt, wie er die Neue Nationalgalerie als offenes Haus versteht und das Plateau vor dem Gebäude als Bühne nutzt – mit Performances von Pussy Riot, bei denen sogar die Straße gesperrt werden musste.
Nan Goldin – Ausstellung / Slideshow
Nan Goldin
Fotografische Ausstellung und Slideshow der amerikanischen Künstlerin Nan Goldin, bekannt für ihre intimen Schwarz-Weiß-Fotografien persönlicher Momente und Beziehungen. Die Präsentation via Projektionen ermöglicht ein immersives Erlebnis ihrer künstlerischen Vision. Goldin gilt als Pionierin der subjektiven Dokumentarfotografie, deren Werk gesellschaftliche Kontroversen prägt.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 01:48:23 „Man könnte sie wie bei Nan Golding in die Leinwand schmeißen“
Biesenbach spricht ausführlich über seine langjährige Freundschaft mit Nan Goldin und die Kontroverse um ihre Ausstellung. Goldin wird mehrfach erwähnt als Künstlerin, deren Werk in Projektionen gezeigt wird.
Nan Goldin – Pavillon-Installation (Neue Nationalgalerie)
Nan Goldin / Halawa D.
Installative Kunstausstellung von Nan Goldin mit von Halawa D. gestalteten Pavillons in der Neuen Nationalgalerie. Die begehbaren Strukturen erzeugen unterschiedliche atmosphärische Räume wie ein Dorf oder Town Square und beherbergen Projektionen, die Goldins fotografische Arbeiten in immersive Raumatmosphären integrieren.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:48:53 „Zum Beispiel dachte ich, war das Nangolden, wo dann so, ich weiß nicht mehr, Zelte oder so Gebäude gebaut wurden in der Galerie. Wo es plötzlich...“
Jochen Wegner erinnert sich an die Nan Goldin-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, bei der von Halawa D. designte Pavillons gebaut wurden, die verschiedene Atmosphären wie ein Dorf oder Town Square erzeugten. Biesenbach erklärt, dass in diesen Pavillons Projektionen untergebracht waren.
Sleepless Nights / Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit (Fotografien)
Nan Goldin
Fotografische Dokumentation von Nan Goldins frühen Berliner Jahren, darunter intime Porträts von Figuren der Berliner Kulturszene der 90er wie Clemens Schick. Die Serie festhält alltägliche Momente aus dem Berliner Nachtleben und reflektiert persönliche Beziehungen mit charakteristischer fotografischer Unmittelbarkeit.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:52:43 „Es gibt ja auch viele früher Arbeiten von ihr, Fotografiearbeiten von ganz vielen Menschen aus Berlin. Also fantastische Bilder zum Beispiel von Clemens Schick, der damals Kellner war in einem Restaurant in Berlin Mitte.“
Amend beschreibt Nan Goldins frühe Berliner Fotografien, darunter Bilder von Clemens Schick, der damals Kellner im Cantamaggio war und heute einer der bekanntesten deutschen Schauspieler ist. Die Anekdote illustriert, wie Goldins Werk das Berliner Kulturleben der 90er dokumentierte.
Nan Goldin-Ausstellung (MoMA)
Nan Goldin
Fotografische Ausstellung von Nan Goldin im MoMA, einer einflussreichen zeitgenössischen Fotografin. Ihre intimen, emotional intensiven Fotografien dokumentieren Alltag, Underground-Szenen und persönliche Kämpfe mit unmittelbarer, direkter künstlerischer Herangehensweise.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:57:38 „Ich erinnere mich später, als ich mal in New York war und die Mama war und Sie haben eine Arbeit von Nan Goldin gemacht. Dort gezeigt, wenn ich mich richtig erinnere. Und ich erinnere mich noch, sie waren auch damals da und haben mir die Ausstellung gezeigt und haben also wirklich begeistert von dieser Arbeit erzählt.“
Amend erinnert sich an einen früheren Besuch im MoMA, wo Biesenbach ihm eine Nan Goldin-Ausstellung persönlich gezeigt und mit Begeisterung von der künstlerischen Arbeit erzählt hatte. Diese Erinnerung dient als Kontrast zur späteren politischen Kontroverse um die Berliner Ausstellung.
Doug Aitken – Fassadenprojektion (MoMA)
Doug Aitken
Doug Aitken nutzte großflächige Medienprojektionen, um die Fassaden des Museum of Modern Art (MoMA) in New York zu transformieren. 2007 projizierte er auf die Außenfassade, 2008 auf die Innenfassade – eine prägende Intervention, die Performance-Kunst aus dem Galerieraum in den öffentlichen Raum verlagerte. Diese Arbeiten markieren einen Wendepunkt in der institutionellen Kunstpraxis und öffneten das traditionsreiche Museum für experimentelle Formate.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:04:48 „Doug Aitken war 2007, als wir auf die gesamte Außenfassade von MoMA projiziert haben. 2008 haben wir die ganze Innenfassade von Pippi Lottirist praktisch aufgeweicht in gewisser Weise.“
Biesenbach rekapituliert die Schlüsselmomente seiner kuratorischen Karriere am MoMA. Doug Aitkens Projektion auf die gesamte Außenfassade des MoMA 2007 war ein Wendepunkt, der das Museum nach außen öffnete und Performance-Kunst im institutionellen Kontext neu definierte.
Sleepwalkers
Doug Aitken
Videoinstallation von Doug Aitken, 2007 auf die Außenfassade des MoMA projiziert. Die monumentale Projektion zeigte cineastische Bilder aus Los Angeles und symbolisierte eine Öffnung des Museums in den urbanen öffentlichen Raum. Ein Schlüsselmoment der modernen Medienkunst, der die Grenze zwischen Museum und Stadt auflöste.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:04:48 „Doug Aitken war 2007, als wir auf die gesamte Außenfassade von MoMA projiziert haben.“
Biesenbach zählt die prägendsten Momente seiner Karriere am MoMA auf. Die Projektion von Doug Aitkens Videoarbeit auf die gesamte Außenfassade des MoMA 2007 war einer dieser Schlüsselmomente, die das Museum nach außen öffneten.
Pipilotti Rist – Innenfassaden-Installation (MoMA, 2008)
Pipilotti Rist
Medienkunst-Installation der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist an der Innenfassade des MoMA (2008). Die Arbeit »weichte« die architektonische Grenze des Museums auf und integrierte digitale Medien in den Ausstellungsraum. Ein Schlüsselwerk der Transformation des MoMA durch Performance und Medienkunst.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:05:03 „2008 haben wir die ganze Innenfassade von Pippi Lottirist praktisch aufgeweicht in gewisser Weise. Dann war 2009, 2010 war die Marina Brauchitsch und dann war irgendwann Kraftwerk.“
Als Teil seiner Aufzählung kuratorischer Meilensteine am MoMA beschreibt Biesenbach Pipilotti Rists Installation von 2008, die die Innenfassade des Museums 'aufweichte' – ein weiterer Schritt in der Transformation des Museums durch Performance und Medienkunst.
Marina Abramović – Retrospektive (MoMA, 2010)
Marina Abramović
Retrospektive der Performance-Künstlerin Marina Abramović am MoMA 2010. Die legendäre Ausstellung 'The Artist Is Present' etablierte Performance-Kunst endgültig im Museumsbetrieb und wurde zur meistbesuchten Performance-Ausstellung des Museums. Abramović saß live vor Besuchern und schuf damit eine transformative künstlerische Erfahrung.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:05:03 „2008 haben wir die ganze Innenfassade von Pippi Lottirist praktisch aufgeweicht in gewisser Weise. Dann war 2009, 2010 war die Marina Brauchitsch und dann war irgendwann Kraftwerk.“
Biesenbach nennt die Marina Abramović-Retrospektive von 2010 als einen der Höhepunkte seiner MoMA-Zeit. Gemeint ist vermutlich 'The Artist Is Present', die zur meistbesuchten Performance-Ausstellung des MoMA wurde und Performance-Kunst endgültig im Museumsbetrieb etablierte.
Kraftwerk – Retrospektive (MoMA)
Kraftwerk
Kraftwerk ist eine deutsche Band aus Düsseldorf, die 1970 gegründet wurde und noch immer aktiv ist. Sie ist vor allem durch die Pionierarbeit auf dem Gebiet der elektronischen Musik bekannt geworden. Musikstücke der Band beeinflussten zahlreiche Musikstile wie Synthie Pop, Electro Funk oder Detroit Techno. Die Frühzeit 1968 gründeten Ralf Hütter und Florian Schneider die Gruppe Organisation, den Vorläufer von Kraftwerk, die nur ein Album Tone Float hervorbrachte.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:05:08 „Dann war 2009, 2010 war die Marina Brauchitsch und dann war irgendwann Kraftwerk. Also das ist wirklich, dass das Museum eigentlich von innen implodiert, explodiert.“
Am Ende seiner Aufzählung kuratorischer Meilensteine nennt Biesenbach die Kraftwerk-Retrospektive im MoMA. Diese Reihe von Ausstellungen – von Doug Aitken über Pipilotti Rist und Marina Abramović bis Kraftwerk – illustriert, wie das Museum 'von innen implodiert, explodiert' ist.
Spiegel-Interview mit Klaus Biesenbach
Seit einem Jahr leitet Klaus Biesenbach die Neue Nationalgalerie, er ist nicht nur mit Lady Gaga befreundet, sondern selbst ein Star. Hier spricht er über sein Hadern mit der deutschen Bürokratie und den fehlenden Glamour der Hauptstadt.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:08:38 „Sie haben auch ein Interview dazu gegeben, das ich sehr empfehlen kann, im Spiegel dazu, kürzlich erst, während wir hier aufnehmen, am 10. Juni, um das auch mal gesagt zu haben, 2025.“
Wegner empfiehlt ein aktuelles Spiegel-Interview mit Biesenbach zur Nan-Goldin-Kontroverse an der Neuen Nationalgalerie. Er hebt es als lesenswert hervor im Kontext der Debatte um Kunstfreiheit, Israel/Gaza und den Eklat bei der Ausstellungseröffnung.
Psycho
Alfred Hitchcock · 1960
Die Sekretärin Marion Crane unterschlägt 40.000 Dollar und macht auf ihrer Flucht in einem abgelegenen Motel Station, das der eigentümliche Norman Bates leitet, der mit seiner Mutter im Haus neben dem Motel lebt. Als Marion sich frisch machen will, wird sie während des Duschens erstochen. Nachdem ein Privatdetektiv, der ihre Spur gefunden hatte, ebenfalls verschwindet, begeben sich Marions Freund Sam und ihre Schwester Lila auf die Suche. Im Bates Motel machen sie eine grausige Entdeckung.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:13:12 „Dann haben wir in der Augestraße in irgendeinem Abrissgebäude, war es ja damals, haben wir eine Leinwand aufgebaut und den Film Psycho von Hitchcock projiziert. Aber so lange, so langsam, dass ein Durchgang 24 Stunden dauert.“
Biesenbach erzählt, wie Douglas Gordon 1993 in einem Berliner Abrissgebäude den Hitchcock-Film Psycho so extrem verlangsamt projizierte, dass ein Durchgang 24 Stunden dauerte. Die berühmte Duschszene mit Janet Leigh wurde so zu einem 20-minütigen Erlebnis, das auch Fußballfans aus der Nachbarschaft in seinen Bann zog.
24 Hour Psycho
Douglas Gordon
Der Künstler Douglas Gordon manipuliert Zeit in Film- und Videoinstallationen, um Zuschauer zu desorientieren und neue Perspektiven zu schaffen. Sein berühmtestes Werk „24 Hour Psycho" (1993) verlangsamt Hitchcocks Klassiker so extrem, dass der Film eine ganze Tagesschau dauert – jedes Bild wird zur Standfotografie. Durch diese Manipulation werden normalerweise übersehene Bilddetails sichtbar, während die Spannung des Originals in eine Art nervöse Langeweile übergeht. Gordon nutzt die technologische Möglichkeit, Filme zu kontrollieren und zu manipulieren, als künstlerisches Material, wobei Speicher und Wahrnehmung des Betrachters zentral werden.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:13:12 „Dann haben wir in der Augestraße in irgendeinem Abrissgebäude, war es ja damals, haben wir eine Leinwand aufgebaut und den Film Psycho von Hitchcock projiziert. Aber so lange, so langsam, dass ein Durchgang 24 Stunden dauert.“
Douglas Gordons ikonische Videoinstallation von 1993, bei der Hitchcocks Psycho auf 24 Stunden gestreckt wird, wird als frühes Beispiel für die radikale Kunstszene der 90er-Jahre in Berlin beschrieben. Biesenbach zeigt damit, wie Kunst auch ohne institutionellen Rahmen eine enorme Wirkung entfalten konnte.
Grace Jones (Musik auf Autorepeat in den KW)
Grace Jones
Grace Jones war für Klaus Biesenbach in den 90er Jahren über zwei Jahre hinweg ein konstanter Begleiter in seiner Wohnung in der Berliner Auguststraße. Der Künstler erzählt, wie er durch die Wiederholung derselben Musik sein Leben vereinfachte – ein faszinierendes Beispiel für persönliche Rituale und die Macht von Routine beim kreativen Schaffen. Diese Anekdote zeigt, wie intensive künstlerische Hingabe entstehen kann, wenn man sich ganz einer Sache widmet.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:19:01 „Da hatte ich eigentlich immer für ein oder zwei Jahre die gleiche Musik. Da war Grace Jones war sicher für zwei Jahre immer auf Autorepeat.“
Klaus Biesenbach erzählt, wie er in den 90er Jahren in den KW in der Auguststraße wohnte und sein Leben durch Wiederholung vereinfachte – immer die gleiche Musik, immer das gleiche Lokal.
Emerge
Fischerspooner
Fischerspooner war ein US-amerikanisches Duo aus New York, bestehend aus Warren Fischer und Casey Spooner. Fischerspooner ist ein bekannter Vertreter der elektronischen Musik. Der Bandname setzt sich aus den Nachnamen der beiden Bandmitglieder zusammen.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:19:04 „Grace Jones war sicher für zwei Jahre immer auf Autorepeat. Ich habe auch mal so eine Ausstellung gemacht, Loop, weil ich immer alles auf Loop gemacht habe. Und dann war mal Air, erinnert ihr euch an diese Band Air? Das war auch mal ein Jahr oder so. Und dann war ein Jahr Emerge von Fischer Spooner.“
Biesenbach erzählt von seiner Gewohnheit, sein Leben durch Wiederholung zu vereinfachen – unter anderem hörte er jahrelang dieselbe Musik auf Dauerschleife. 'Emerge' von Fischerspooner war einer dieser Dauerbrenner, der ihn ein ganzes Jahr begleitete.
Loop
Klaus Biesenbach
"Loop" ist eine Ausstellung des Kurators Klaus Biesenbach, die sein künstlerisches Prinzip der Vereinfachung durch Wiederholung und Repetition erforscht. Die Ausstellung entstand aus Biesenbachs persönlicher Obsession für wiederholte Strukturen und dient als unmittelbare Umsetzung seines Lebensmottos, alles auf Loop zu legen.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:19:04 „Ich habe auch mal so eine Ausstellung gemacht, Loop, weil ich immer alles auf Loop gemacht habe.“
Biesenbach erwähnt beiläufig eine eigene Ausstellung namens 'Loop', die von seiner persönlichen Vorliebe für Wiederholung inspiriert war. Die Ausstellung wird als Ausdruck seines Lebensprinzips der Vereinfachung durch Repetition beschrieben.
Air (Musik auf Repeat)
Air
Es gibt mehrere Künstler bzw. Bands mit diesem Namen. 1) Air ist eine französische Band, deren Stil meist als Synthie Pop oder Electronica bezeichnet wird. Der Name Air steht laut Jean-Benoît Dunckel für Amour, Imagination und Rêve (dt. Liebe, Fantasie und Traum). Bandgeschichte Air wurde 1995 von Nicolas Godin und Jean-Benoît "JB" Dunckel gegründet. JB und Nicolas spielten früher in der Band Orange, zusammen mit Alex Gopher und Xavier Jamaux.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:19:08 „Und dann war mal Air, erinnert ihr euch an diese Band Air? Das war auch mal ein Jahr oder so.“
Im selben Zusammenhang wie Grace Jones beschreibt Biesenbach, wie er verschiedene Musiker jahrelang auf Loop hörte – als Teil seiner Strategie, das Leben durch Wiederholung zu vereinfachen.
Against Interpretation
Susan Sontag
Sontag argumentiert in ihrem Essay von 1964, dass die kritische Praxis der Interpretation Kunstwerke verfälscht, statt sie zu verstehen. Statt zu fragen, was ein Kunstwerk bedeutet oder sagt, sollten Kritiker untersuchen, was es tut – wie es wirkt und sich anfühlt. Sie kritisiert die tradierte Hierarchie zwischen Form und Inhalt, wonach der Inhalt privilegiert ist, während die formalen Qualitäten vernachlässigt werden. Besonders problematisch sieht Sontag jene Interpretationen (marxistisch, freudsch), die vorgeben, unter der Textoberfläche verborgene wahre Bedeutungen auszugraben, dabei den Text aber faktisch verändern, ohne dies zuzugeben. Interpretation dient ihr zufolge oft dazu, unbequeme oder unakzeptable Texte durch Uminterpretation sozial verträglich zu machen.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:23:33 „Die ja den für mich wesentlichen Essay zu diesem Thema geschrieben hat. Es gibt einen Text, mehrfach erwähnt in diesem Podcast, Against Interpretation, also gegen die Interpretation von Kunst, an dem ich mich persönlich immer noch langhange.“
Wegner bringt Susan Sontags berühmten Essay 'Against Interpretation' ins Gespräch, als er die Frage stellt, was Kunst eigentlich sei. Er beschreibt den Text als für ihn persönlich prägend – Sontags These, dass es ein Fehler sei, Kunst über ihren Inhalt zu interpretieren, statt sie sinnlich zu erfahren. Im weiteren Gespräch wird diese These durch Biesenbachs persönliche Erfahrungen mit Sontag relativiert.
Artikel im New Yorker nach dem 11. September
Susan Sontag
Susan Sontag is Contributor on The New Yorker. Read Susan Sontag's bio and get latest news stories and articles. Connect with users and join the conversation at The New Yorker.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:29:55 „Sie hat ja dann auch im New Yorker nach dem 11. September geschrieben, dass es nicht Cowards waren, sondern dass es eine bewusste Haltung war. Da war sie immer extrem genau.“
Biesenbach erwähnt Sontags kontroversen Beitrag im New Yorker kurz nach dem 11. September 2001, in dem sie die Attentäter nicht als Feiglinge bezeichnete. Er nutzt das als Beispiel für Sontags kompromisslose Genauigkeit im Umgang mit Sprache und ihre Bereitschaft, gegen den Mainstream zu argumentieren.
Regarding the Pain of Others
Susan Sontag · 2013
Regarding the Pain of Others is Susan Sontag's searing analysis of our numbed response to images of horror. From Goya's Disasters of War to news footage and photographs of the conflicts in Vietnam, Rwanda and Bosnia, pictures have been charged with inspiring dissent, fostering violence or instilling apathy in us, the viewer.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:30:59 „Und dann wollten wir Regarding the Pain of Others, ist ja ihr letztes, wenn ich richtig sehe, ist das das letzte Buch. Da haben wir angefangen eine Ausstellung zu machen, also parallel zu dem, wo sie es beschrieben hat.“
Biesenbach erzählt, wie er und Susan Sontag parallel zu ihrem letzten Buch 'Regarding the Pain of Others' eine Ausstellung konzipierten. Ausgangspunkt war Goyas 'Schrecken des Krieges', die Biesenbach um 2000 ausgestellt hatte. Das Buch nähert sich – im Gegensatz zu 'Against Interpretation' – Kunst explizit über den Inhalt an, was Biesenbach als Beleg für Sontags intellektuelle Wandlungsfähigkeit anführt.
Los desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges)
Francisco de Goya
Goyas ikonische Druckgrafik-Serie kritisiert die Gräuel und das Leid des Krieges durch expressive, düstere Bildsprache. Die Radierungen zeigten den Katalanischen Krieg und wurden zum Symbol gegen Kriegsgewalt. Später inspirierte die Serie Susan Sontags philosophisches Werk über Leiden und Fotografie.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:31:06 „Und zwar hatte ich die Schrecken des Krieges von Goya ausgestellt damals um 2000 und dann haben wir uns das zusammen angeschaut, die Schrecken des Krieges. Und dann hat sie angefangen, eigentlich das so zu verarbeiten. Das war so ein Anfangspunkt.“
Goyas berühmte Druckgrafik-Serie wird als Ausgangspunkt für die gemeinsame Arbeit von Biesenbach und Sontag beschrieben. Die Auseinandersetzung mit Goyas Kriegsdarstellungen inspirierte Sontag zu ihrem letzten Buch 'Regarding the Pain of Others' und einer geplanten gemeinsamen Ausstellung.
Matthew Barney – Guggenheim-Ausstellung
Matthew Barney
Der Artikel untersucht die künstlerische Verbindung zwischen Matthew Barney und Joseph Beuys anhand einer Guggenheim-Ausstellung. Eine Anekdote zeigt, wie Susan Sontag den Kurator Klaus Biesenbach bat, die Ausstellung zu führen – dies illustriert die konzeptuelle Tiefe von Barneys experimentellem Werk. Der Titel betont die philosophische Idee permanenter Transformation in der Gegenwart.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:33:01 „Matthew Barney hatte seine Ausstellung im Guggenheim Museum. Und dann sagte Susan, Klaas, kannst du nicht mal eine Führung mit uns machen?“
Biesenbach erzählt, wie Susan Sontag ihn bat, eine Führung durch die Matthew-Barney-Ausstellung im Guggenheim zu machen.
The Cremaster Cycle (Ausstellung im Guggenheim Museum)
Matthew Barney
Die Cremaster Cycle ist eine bahnbrechende Performance-Kunstinstallation von Matthew Barney, ausgestellt im Guggenheim Museum. Das Werk kombiniert Video, Skulptur und Performance und erforscht die Schnittstellen von Körper, Architektur und künstlerischem Prozess. Sie zählt zu den bedeutendsten Arbeiten der zeitgenössischen Kunst.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:33:42 „Ich weiß, irgendwie gab damals Matthew Barney, hatte seine Ausstellung im Guggenheim Museum. Und dann sagte Susan, Klaas, kannst du nicht mal eine Führung mit uns machen?“
Biesenbach erinnert sich an einen gemeinsamen Ausstellungsbesuch mit Susan Sontag bei Matthew Barneys Schau im Guggenheim Museum. Die Anekdote illustriert das gemeinsame Kulturleben von Biesenbach und Sontag in New York, bei dem sie regelmäßig andere Künstler und Intellektuelle trafen.
Christoph Schlingensief – Retrospektive
Christoph Schlingensief
Der Artikel dokumentiert eine Retrospektive des Künstlers und Aktionisten Christoph Schlingensief in den Kunstwerken Berlin. Im Zentrum steht eine Rede der Witwe Aino Laberenz, die eine bedeutende Schenkung an die Neue Nationalgalerie tätigte. Der Text beleuchtet Schlingensiefs provokative künstlerische Performances und Interventionen, einschließlich seiner emblematischen Aktionen wie dem Kniefall vor der Freiheitsstatue. Die Ausstellung würdigt sein innovatives Erbe in der Gegenwartskunst.
🗣 Amend referenziert bei ⏱ 02:34:47 „Und die Witwe von Christoph Schlingensief, Aino Laberenz, hat, fand ich, eine sehr bewegende Rede gehalten.“
Biesenbach erzählt von der Schlingensief-Retrospektive und einer Schenkung von Aino Laberenz an die Neue Nationalgalerie. Er erinnert sich an gemeinsame Aktionen mit Schlingensief, etwa den Kniefall vor der Freiheitsstatue.
Schlingensief-Retrospektive
Christoph Schlingensief
Retrospektive des deutschen Künstlers und Aktionisten Christoph Schlingensief in der Neuen Nationalgalerie. Versuch, sein experimentelles, politisch-engagiertes Gesamtwerk auszustellen, geleitet vom künstlerischen Prinzip „Scheitern als Chance", das Schlingensief selbst vertrat.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:36:52 „Und zwar habe ich zusammen mit der Anna-Katharina Gebbers und Aino Laberens vor Jahren eine Retrospektive. Wir haben uns an einer Retrospektive von Christoph Schlingensief versucht, woran man ja eigentlich nur scheitern kann. Aber Christoph hat gesagt, scheitern als Chance.“
Biesenbach erzählt vom Anlass der Veranstaltung in der Neuen Nationalgalerie: Aino Laberenz, Schlingensiefs Witwe, hat dem Museum eine Arbeit geschenkt. Im Zusammenhang damit erinnert er sich an die frühere Retrospektive, die trotz der Unmöglichkeit, Schlingensiefs Gesamtwerk auszustellen, versucht wurde.
Tötet Helmut Kohl
Christoph Schlingensief
Provokative Performance-Installation von Christoph Schlingensief auf der Documenta 1997 in Kassel. Die politisch aufgeladene Aktion wurde mit Lautsprechern nach außen übertragen und führte zur Verhaftung Schlingensiefs. Ein radikales Kunstwerk, das die Grenzen zwischen Kunstschauplatz und öffentlichem Raum aufbrach.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:38:51 „Und dann ist Christoph auf der Documenta verhaftet worden und Gott sei Dank dann natürlich... Übrigens wegen Tötet Helmut Kohl.“
Biesenbach erzählt von Schlingensiefs legendärer Performance auf der Documenta 1997 in der Orangerie, bei der Schlingensief verhaftet wurde und die Künstlerin Hanayo von einem Polizeischäferhund gebissen wurde. Die Performance wurde nach außen mit Lautsprechern übertragen, wobei Passanten nur den Ton hörten und die Polizei riefen.
Freiheitsstatuen-Aktion (99 Objekte im Hudson River)
Christoph Schlingensief
Christoph Schlingensief führte 1999 eine Performancekunst-Aktion an der New Yorker Freiheitsstatue auf, bei der er einen Koffer mit 99 Objekten und eine Urne mit Asche Deutschlands ins Wasser warf. Die vom Kurator Klaus Biesenbach vermittelte Aktion war eine politische Kunstintervention, die provokativ auf deutsches Erbe und nationale Identität anspielt. Sie demonstriert Schlingensiefs charakteristische Vermischung von Theater, Performance und gesellschaftskritischer Intervention.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:40:42 „Und da wollte er einen fingierten, gewisserweise in Quote-unquote Anschlag auf die Freiheitsstatue. Und da wirft er einen Koffer mit 99 Objekten vor der Freiheitsstatue in den Hudson River und eine Urne mit der Asche Deutschlands.“
Biesenbach erzählt von einer Performance, zu der er Schlingensief 1999 nach New York einlud — zwei Jahre vor dem 11. September. Um eine Verhaftung zu vermeiden, organisierte er 50 Leute, die als Pressetross verkleidet waren. Schlingensief warf den Koffer ins Wasser und machte den Willy-Brandt-Kniefall vor der Freiheitsstatue.
Artikel über Schlingensiefs Freiheitsstatuen-Aktion
Christoph Schlingensief, der deutsche Avantgarde-Künstler und Provokateur, inszenierte 1999 eine spektakuläre Performance an der Freiheitsstatue in New York. Die Aktion, vermutlich im Rahmen seines politischen Kunstprojekts 'Chance 2000', erlangte internationale Aufmerksamkeit und wurde von der New York Times mit einer ganzen Seite gewürdigt. Dies belegt die globale Reichweite von Schlingensiefs radikaler Aktionskunst, die gesellschaftliche und politische Fragen mit theatralen Mitteln konfrontierte. Der Bericht des Kunstkritikers Klaus Biesenbach unterstreicht, wie ernst die amerikanische Presse das Werk des deutschen Künstlers nahm.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:43:00 „Christoph hat eine ganze Seite in den New York Times über diese Aktion.“
Nach der spektakulären Performance vor der Freiheitsstatue 1999 berichtet Biesenbach, dass die New York Times Schlingensief eine ganze Seite widmete. Dies unterstreicht die internationale Resonanz der Aktion.
Ein Jahr ohne Sommer
Florentina Holzinger
"Ein Jahr ohne Sommer" ist eine Theaterproduktion der österreichischen Künstlerin Florentina Holzinger an der Volksbühne. Das Stück verbindet performative Elemente mit konzeptuellen künstlerischen Ideen und wird in die Tradition von Christoph Schlingensief eingeordnet, der ebenfalls am selben Theater inszenierte. Holzingers Arbeiten zeichnen sich durch innovative und oft provokative künstlerische Positionen aus, die zeitgenössische gesellschaftliche Themen verhandeln.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:43:57 „Und ich war jetzt vor zwei Wochen bei Florentina Holzinger. Ein Sommer, wie heißt das, ein Jahr ohne Sommer. Und da war ich mit einem amerikanischen Künstler, sind wir zu Florentina dann und dann und dann in die Cafeteria, weil wir unbedingt Florentina sehen wollten.“
Biesenbach erwähnt seinen kürzlichen Besuch bei Florentina Holzingers Stück an der Volksbühne. Der Besuch erinnert ihn an Christoph Schlingensief, der früher im selben Theater inszenierte, und er zieht eine gedankliche Verbindung zwischen den beiden Künstlern.
Selbstporträt
Yoko Ono
Konzeptuelle Kunstinstallation von Yoko Ono: Ein Umschlag enthält einen Spiegel. Der Betrachter öffnet ihn und sieht sich selbst — er wird zum Kunstwerk. Diese frühe Arbeit beantwortet elegant die Frage nach der Rolle des Rezipienten im künstlerischen Prozess.
🗣 Klaus Biesenbach empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:48:13 „Die Arbeit heißt Selbstporträt und ist ein Umschlag und in dem Umschlag, den kriegen sie und dann machen sie die natürlich auf. Machen den Umschlag auf, ziehen das raus, was in dem Umschlag ist und das ist ein Spiegel. Die sehen sich in dem Spiegel, Selbstporträt. Das ist eine ganz frühe Arbeit von Yoko Ono und sie sagt eigentlich alles.“
Auf Wegners Frage, wie wichtig der Betrachter für das Kunstwerk sei, antwortet Biesenbach mit dieser konzeptuellen Arbeit von Yoko Ono. Der Spiegel im Umschlag macht den Betrachter selbst zum Kunstwerk — eine elegante Antwort auf die Frage nach der Rolle des Rezipienten.
La Vie en Rose
La vie en rose (französisch für „Das Leben in Rosa“, in freier Übersetzung „Leben durch die rosarote Brille“) ist ein 1945 geschriebenes Chanson der französischen Sängerin Édith Piaf mit einer Melodie des Komponisten Louiguy (Louis Guglielmi). Das Lied gehört zusammen mit Milord und Non, je ne regrette rien zu ihren größten Erfolgen.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:58:26 „So wie es in den 90er Jahren immer nur ein Lied gab, so La Vie en Rose oder Grace Jones. Gab es in New York immer nur ein Essen, das waren dann Doritos.“
Biesenbach vergleicht seine spartanischen Partys in New York — wo es nur Doritos, Weißwein und Cola Light gab — mit den Abenden in den KW in den 90er Jahren. La Vie en Rose wird als das eine Lied genannt, das damals omnipräsent war.
CBS Sunday Morning (Beitrag über leere Wohnung)
· 1979
Das US-amerikanische TV-Format CBS Sunday Morning besuchte den Künstler Peter Biesenbach überraschend in seiner New Yorker Wohnung. Anlass war ein Gerücht, das sich in der Kunstwelt hartnäckig verbreitet hatte: dass Biesenbachs Apartment komplett leer sei. Der Beitrag dokumentiert, wie solche Mythen aus der Kunstwelt auch etablierte Medienlandschaften erreichen und thematisiert das Leben und Arbeiten eines einflussreichen Kurators.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:59:07 „Und dann kam dann irgendwann mal dieser Fernsehsender CBS Sunday Morning und dann hat sie Überraschungsbesuch gesagt, hat Blumen mitgebracht und hat dann so gesagt, hallo, wir haben gehört, Sie haben gar nichts in der Wohnung.“
Biesenbach erzählt, wie das Gerücht über seine komplett leere New Yorker Wohnung so weit kursierte, dass das amerikanische TV-Format CBS Sunday Morning einen Überraschungsbesuch bei ihm machte.
Doppelporträt-Artikel (Aggie Gund / Klaus Biesenbach)
Andrea Settel
Das W-Magazin präsentiert ein visuelles Doppelporträt zweier Wohnungen mit extremem Kontrast. Die Sammlerin Aggie Gund lebt umgeben von wertvollen Kunstwerken wie Mark Rothkos und Jasper Johns in einer elegant ausgestatteten Wohnung. Im direkten Gegensatz wird eine komplett leere, weiße Wohnung nebengestellt. Dieser minimalistische Kontrast wurde unter künstlerischer Leitung von Andrea Settel inszeniert und fiel in den USA durch seine außergewöhnliche visuelle Gegenüberstellung auf.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 02:59:27 „Es gab dann mal so ein Doppelporträt von der Aggie Gun von der Wohnung im W-Magazin, wo zwölf Seiten ihre Mark Rothkos und Jasper Johns und ihre wahnsinnig schön elegante Wohnung. Und dann gab es zwölf Seiten von meiner Wohnung, wo gar nichts drin war. Das hatte die Andrea Settel als Artistic Director gemacht.“
Biesenbach erzählt vom W-Magazin-Artikel, der den Kontrast zwischen der kunst- und möbelgefüllten Wohnung der Sammlerin Aggie Gund und seiner komplett leeren weißen Wohnung zeigte. Der visuelle Gegensatz über je zwölf Seiten wurde in den USA als außergewöhnlich wahrgenommen.
Eleven Rooms
"Eleven Rooms" ist eine Ausstellung von Klaus Biesenbach und Hans-Ulrich Obrist, die Künstler in künstlerisch bedeutsamen Räumen fotografiert. Biesenbach nutzt seit etwa 15 Jahren dieselbe Kleidung als bewusste persönliche Uniform und dokumentiert dadurch zeitliche Kontinuität. Die Neufotografierung nach 15 Jahren zeigt, wie diese visuelle Konstanz einen Kontrast zu unsichtbaren persönlichen Veränderungen schafft und künstlerische Identität durch Konsequenz definiert.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:01:49 „Ich habe mit Hans-Ulrich Obrist 2011 für die Ausstellung »Eleven Rooms« Fotos gemacht und dann haben wir die jetzt nochmal gemacht. Also für einen anderen Anlass. Und außer dass man natürlich das im Gesicht sieht, sind es fast dieselben Fotos.“
Biesenbach erwähnt die Ausstellung im Zusammenhang mit seiner gleichbleibenden Kleidung als Uniform. Die 2011 mit Obrist gemachten Fotos sehen fast identisch aus wie aktuelle Aufnahmen, weil er seit rund 15 Jahren dieselbe Kleidung trägt.
Strickbilder
Rosemarie Trockel
Strickarbeiten von Rosemarie Trockel, einer Pionierin der Textilkunst im 20./21. Jahrhundert. Die Werke kombinieren handwerkliche Techniken mit konzeptueller Kunstpraxis und gelten als bedeutende Beiträge zur zeitgenössischen Kunstgeschichte. Sie demonstrieren kunsthistorische Relevanz jenseits von Markttrends.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:05:13 „Ist ein Penck wichtig? Ist ein Katharina Sieverding wichtig? Ist eine Rosemarie Trockel Strickarbeit wichtig? Das sind ganz wichtige Korrektive.“
In einer Aufzählung von Künstlern und Werken, deren Relevanz der Kunstmarkt verhandelt, nennt Biesenbach Rosemarie Trockels berühmte Strickarbeiten als Beispiel für Werke, über deren kunsthistorische Bedeutung Konsens gefunden werden muss.
Documenta
Die Documenta ist eine der weltweit wichtigsten Kunstausstellungen und war lange Zeit Pflichttermin für Kunstprofessionals. Das Zitat dokumentiert einen kulturellen Wandel: Während Kuratoren früher kuratierte Ausstellungen wie die Documenta oder Skulpturenprojekte Münster besuchten, konzentrieren sie sich heute auf Kunstmessen wie Art Basel. Dies zeigt, wie der kommerzielle Kunstmarkt zunehmend die künstlerische Geschichtsschreibung dominiert.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:05:32 „Am Anfang meiner Karriere war das so, dass wir mit den Trustees die Documenta besuchten oder Skulpturenprojekte Münster, also von New York kamen wir dann nach Deutschland und besuchten die Documenta. Und dann am Ende meiner Zeit in den USA besuchten wir dann Art Basel.“
Biesenbach beobachtet einen kulturellen Wandel: Zu Beginn seiner Karriere besuchten MoMA-Trustees kuratierte Ausstellungen wie die Documenta, am Ende fuhren sie nur noch zur Kunstmesse Art Basel – ein Zeichen dafür, wie der Kunstmarkt die Kunstgeschichte überholt hat.
Skulptur Projekte Münster
Internationale Kunstausstellung in Münster, bekannt für zeitgenössische Skulpturen und Kunstinstallationen. Bedeutende Veranstaltung für Kunstkuratoren und Sammler, um aktuelle künstlerische Tendenzen zu erkunden – ein Klassiker neben der Documenta im Kunstkalender.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:05:32 „Am Anfang meiner Karriere war das so, dass wir mit den Trustees die Documenta besuchten oder Skulpturenprojekte Münster, also von New York kamen wir dann nach Deutschland und besuchten die Documenta.“
Die Skulptur Projekte Münster werden als Beispiel für eine kuratierte Kunstausstellung genannt, die MoMA-Trustees früher besucht haben – im Gegensatz zum späteren Fokus auf kommerzielle Kunstmessen.
Freude schöner Götterfunken (Ode an die Freude)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn; † 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Bonn (1770-1792) Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mecheln im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater (1712 - 1773), der ebenfalls Ludwig hieß, ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:11:48 „Der zwängt sich dann durch dieses runde Loch in das Klavier, durch das Klavier und spielt kopfüber, also rückwärts, Freude schöner Götterfunken an der immer noch vorhandenen Klaviatur.“
Beethovens 'Ode an die Freude' wird als das Musikstück genannt, das in Allora & Calzadillas Performance-Kunstwerk kopfüber auf dem präparierten Steinway-Flügel gespielt wird.
Lawrence Weiner / Bruce Nauman / Olafur Eliasson
diverse Künstler
Auswahl von Künstlern bekannt für reproduzierbare Installationen: Lawrence Weiner mit Text-Wandinstallationen, Bruce Nauman mit konzeptuellen Interventionen und Olafur Eliasson mit immersiven Lichträumen. Diese Werke sind charakteristisch dafür, dass sie nicht an ein einzelnes Original gebunden sind, sondern nach Instruktionen neu aufgebaut werden können.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:12:35 „ich werde mir jetzt den Lawrence Wiener hier an die Wand holen. Sie können den Bruce-Nauman-Korridor einfach nachbauen. Olafur Eliasson, kein Problem.“
Biesenbach erklärt, dass manche Kunstwerke reproduzierbar sind – er nennt Lawrence Weiner, Bruce Nauman und Olafur Eliasson als Beispiele.
Isa Genzken – Brunnen (Betonskulptur)
Isa Genzken · 1992
Porträt der deutschen Künstlerin Isa Genzken und ihrer Kunstwerke. Der Artikel dokumentiert ihre Arbeiten, darunter eine Skulptur, die 1992 erstmals im Bode-Museum aufgestellt wurde. Dies war ein Meilenstein in ihrer künstlerischen Karriere während ihrer Ehe mit dem Maler Gerhard Richter. Die Sammlung zeigt Genzkens Einfluss auf die zeitgenössische Kunstszene und ihre technische Vielseitigkeit zwischen Malerei und Skulptur.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:15:44 „Als ich zum ersten Mal eine Isa Genzken-Skulptur aufgebaut habe, 1992, als Gast im Bode-Museum“
Biesenbach erzählt vom ersten Aufbau einer Isa-Genzken-Skulptur 1992, als sie noch mit Gerhard Richter verheiratet war.
Brunnen
Isa Genzken
Isa Genzken – Brunnen ist eine Betonskulptur aus sieben Einzelteilen, die 1992 zum ersten Mal im Bode-Museum in Berlin aufgebaut wurde. Das modulare Kunstwerk zeigt Genzkens Auseinandersetzung mit monumentaler Skulptur und räumlicher Installation. Der Podcast erwähnt diese Arbeit in einer Anekdote über die Installation, bei der befürchtet wurde, das Kunstwerk könnte bei der Lieferung beschädigt sein, obwohl es aus einzelnen Komponenten bestand.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:16:28 „Als ich zum ersten Mal eine Isa Genzken-Skulptur aufgebaut habe, 1992, als Gast im Bode-Museum, haben wir die Kiste aufgemacht und das war diese Arbeit Brunnen, eine von diesen Betonskulpturen.“
Biesenbach erzählt eine Anekdote von 1992, als er Genzkens Betonskulptur 'Brunnen' im Bode-Museum aufbaute und zunächst befürchtete, die Arbeit sei bei der Lieferung zerbrochen – tatsächlich bestand sie aus sieben Einzelteilen.
The Artist Is Present
Marina Abramović · 2010
Bahnbrechende Performance-Kunstinstallation (2010) im MoMA, in der Abramović täglich stundenlang saß und Besucher sich ihr direkt gegenübersetzten. Die Arbeit erforscht den Moment intensiver stiller Präsenz und gegenseitigen Augenkontakts – eine transformative Erfahrung der Begegnung zwischen Künstlerin und Publikum.
🗣 Wegner referenziert bei ⏱ 03:19:10 „Wir müssen das einmal erklären, weil das jetzt wirklich ein Kunstwerk ist, das die Welt verändert hat.“
Ausführliche Diskussion über Marina Abramovics legendäre Performance im MoMA, bei der Besucher ihr stundenlang gegenübersaßen. Biesenbach erzählt von seiner langen Beziehung zu Abramovic seit den frühen 90er Jahren.
Negative Megalith (North, East, South, West)
Michael Heizer
Großformatige Earthwork-Skulptur von Michael Heizer: Ein negativer, in die Erde eingelassener Kubus, der durch Abwesenheit und Negativraum wirkt. Werk der minimalistischen Land Art, das räumliche Präsenz durch Subtraktion schafft und Künstler wie Marina Abramović zu neuen Arbeiten inspirierte.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:23:26 „Und da gibt es von Michael Heitzer einen negativen Kubus in den Boden rein. Und dann war ich mit Marina und Marina ging gerade durch eine Trennung und eine Scheidung und war eigentlich am Boden zerstört.“
Biesenbach beschreibt einen Besuch mit Marina Abramović im Dia Beacon, wo Michael Heizers in den Boden eingelassener negativer Kubus ihn auf die Idee brachte, Abramović solle sich allein ins MoMA-Atrium setzen – die Keimzelle von 'The Artist is Present'.
Night Sea Crossing
Marina Abramović / Ulay
Performance-Kunstwerk von Marina Abramović und Ulay, bei dem das Künstlerpaar sich tagelang schweigend an einem Tisch gegenübersaß und Blickkontakt hielt – als leibhaftige Manifestation ihrer künstlerischen und romantischen Partnerschaft. Ein Klassiker der Performance Art, der Abramovics spätere Werke inspirierte.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:23:43 „Marina, du bist so traurig und überleg doch mal, du hast mit Ulay dieses Night Sea Crossing gemacht, wo ihr immer gegenüber an einem Tisch mit zwei Stühlen praktisch wie so ein Zelebrieren eurer Liebe, eurer Manifestation eurer Liebe euch gegenüber gesetzt habt. Für Tage, für Wochen und über die ganze Welt.“
Biesenbach erzählt, wie er Marina Abramović zur Idee für 'The Artist is Present' inspirierte, indem er sie an ihre frühere Arbeit 'Night Sea Crossing' mit Ulay erinnerte – ein Werk, bei dem sich das Paar tagelang schweigend gegenübersaß, als Manifestation ihrer Liebe.
Marina Abramovic: The Artist Is Present
Matthew Akers · 2012
Seit über 40 Jahren widmet die Performance-Künstlerin Marina Abramovic ihr Leben der Kunst. 40 Jahre, in denen sie ihre physischen und mentalen Kräfte auslotete, ihren Körper malträtierte und an seine Grenzen brachte. 2010 widmete ihr das MoMA eine umfangreiche Einzelausstellung, die mehr als eine halbe Million Besucher anzog. In der Ausstellung war Abramovic selbst präsent: Drei Monate lang, während der gesamten Ausstellungsdauer, saß sie sechs Tage die Woche jeweils sieben Stunden in der Mitte
🗣 Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:29:01 „In diesem Dokumentarfilm wird eben auch erzählt, dass der Mann, von dem sie sich gerade getrennt hat, taucht ja dann auf“
Biesenbach und Wegner empfehlen den Dokumentarfilm über Abramovics MoMA-Performance, in dem auch das Wiedersehen mit Ulay gezeigt wird.
Kraftwerk im MoMA
Kraftwerk · 2012
Kraftwerk ist eine deutsche Band aus Düsseldorf, die 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet wurde. Das Ensemble gilt als wesentlicher Mitbegründer der Düsseldorfer Schule in der elektronischen Musik und wird auch als Multimedia-Projekt bezeichnet. Die Formation wurde durch ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet des Elektropop (und Krautrock) bekannt.
🗣 Amend referenziert bei ⏱ 03:30:12 „Kraftwerk im Atrium von MoMA, was ja auch sehr kompakt ist für neun Nächte.“
Biesenbach kuratierte neun Nächte Kraftwerk im MoMA-Atrium und definierte deren Auftritte als Kunst statt als Konzert. Die Retrospektive ging danach zur Tate, nach Düsseldorf und Berlin.
Allora & Calzadilla – Klavier-Installation
Jennifer Allora & Guillermo Calzadilla
Allora & Calzadilla sind ein Puerto-Ricanisches Künstlerduo, das konzeptuelle Installationen und Performances schafft, die oft politische und soziale Themen verhandeln. Die erwähnte Klavier-Installation im MoMA-Atrium ist ein Beispiel ihrer raumgreifenden Arbeiten, die das Publikum unmittelbar einbeziehen. Das Künstlerpaar dokumentiert seine Praxis und Perspektiven in dieser Art21-Porträtserie, die Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihre Verbindung zu Puerto Rico bietet.
🗣 Amend referenziert bei ⏱ 03:30:12 „Allora Calzadillas, dieses Klavier, das war auch dort in diesem Atrium.“
Amend erwähnt die Klavier-Installation von Allora & Calzadilla im MoMA-Atrium. Biesenbach erzählt später, wie er mit den Künstlern durch Puerto Rico fuhr.
Antony and the Johnsons in der Radio City Music Hall
Antony and the Johnsons
Antony and the Johnsons ist eine US-amerikanische Band aus New York um die Sängerin, Liederschreiberin und Pianistin Antony Hegarty. Hegarty wurde 1971 in Chichester, Sussex (England) geboren. Sie zog mit ihren Eltern 1977 nach Amsterdam, bevor sich die Familie im darauffolgenden Jahr in Kalifornien niederließ. Als Teenager begeisterte sie sich für den zeitgenössischen britischen Synthie Pop, insbesondere für so gefühlsgeladene Torch Song-Interpreten wie Marc Almond und Boy George.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:30:48 „Das war jetzt Anthony and the Johnson in Radio City Music Hall für 6000 Leute.“
Biesenbach zählt Schlüsselmomente seiner kuratorischen Karriere auf und nennt das Konzert von Antony and the Johnsons in der Radio City Music Hall für 6.000 Zuschauer als einen dieser besonderen Höhepunkte neben Marina Abramović und Kraftwerk.
Björk (MoMA-Retrospektive)
Björk / Klaus Biesenbach
Klaus Biesenbach reflektiert über die Björk-Retrospektive im MoMA als Wendepunkt zwischen Hochkultur und Popkultur. Die Ausstellung markierte einen Moment, in dem die Grenzverschiebung in die Museumslandschaft zu weit ging und einen Backlash auslöste. Biesenbach analysiert darin eine wichtige Lektion über die Sichtbarkeit und Verantwortung des Kurators bei der Vermittlung zeitgenössischer Kunstformen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:32:10 „Björk war dann vielleicht in gewisser Weise die Überdehnung dieser Grenzen und es gab dann einen Backlash.“
Biesenbach reflektiert selbstkritisch über die Björk-Retrospektive im MoMA als den Moment, in dem die Grenzverschiebung zwischen Museum und Popkultur zu weit ging und einen Backlash auslöste. Er sieht darin eine Lektion über die Sichtbarkeit des Kurators.
Björk-Ausstellung im MoMA
Björk · 2015
Klaus Biesenbach ist ein renommierter Kunstkurator, dessen Karriere in den USA durch bedeutende Ausstellungsprojekte geprägt wurde. Der Artikel behandelt seine Kuratorentätigkeit, insbesondere die Björk-Ausstellung im MoMA, die sein internationales Profil entscheidend gestärkt hat. Biesenbach hat sich mit wegweisenden Arbeiten zeitgenössischer Künstler wie Marina Abramović auseinandergesetzt und damit die Kunstlandschaft nachhaltig beeinflusst.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 03:33:05 „Das war Marina, das war Björk, das waren aber auch dann mehr oder weniger andere Dinge.“
Biesenbach erwähnt die Björk-Ausstellung im MoMA als eines der Projekte, die ihn als Kurator in den USA zu sichtbar gemacht haben.
Mountainhead
· 2025
Vier Tech-Milliardäre hängen in einem Luxus-Chalet ab, während die Welt von Krisen erschüttert wird. Bitterböse Satire vom "Succession"-Macher, stark besetzt mit Steve Carell und Jason Schwartzman.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:36:19 „Ich habe so einen Anfang von irgendeinem neuen Film Mountainhead gesehen von Leuten, die irgendwie so neue Social Media erfinden und das ist so schlecht, dass man denkt, dass die Realität ohnehin, wir wissen ohnehin, wie gefährlich solche Dinge sind.“
Biesenbach erzählt vom Backlash nach der Björk-Ausstellung und seinen Erfahrungen mit sozialen Medien als Hass- und Neidmaschinen. Er erwähnt beiläufig, dass er kurz in einen neuen Film über Social-Media-Gründer reingeschaut habe, ihn aber sofort wieder ausgemacht habe, weil er so schlecht sei und die Realität ohnehin schlimmer als jede Fiktion.
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:54:07 „Luke oder Han? Ihr müsst mir nochmal helfen, was ist Luke oder Han? Luke Skywalker oder Han Solo? Luke ist, I say Luke, whatever.“
Im A-oder-B-Spiel fragt Wegner nach Luke Skywalker oder Han Solo – Biesenbach kennt die Referenz zunächst nicht und muss nachfragen. Eine beiläufige Erwähnung der Star-Wars-Figuren, die zeigt, dass Biesenbach mit Popkultur-Referenzen dieser Art weniger vertraut ist.
New-York-Times-Reportage über die Kunstszene in Puerto Rico nach Hurricane Maria
Klaus Biesenbach
Der Artikel berichtet über die Kunstszene in Puerto Rico nach dem Hurrikan Maria. Biesenbach dokumentiert, wie Künstler die Katastrophe überwunden haben und wie sich die Natur in der Region erholt. Die Reportage wurde als Doppelseite in der Sonntagsausgabe der New York Times veröffentlicht und zeigt die Widerstandskraft der künstlerischen Gemeinschaft Puerto Ricos.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 04:08:40 „Da ist die Insel, ich habe für die New York Times damals als freiwilliger Helfer, wie nennt man das, Valentin, habe ich für die über die Kunstszene in Puerto Rico so als Valentin Reporter gearbeitet. Und es war auch in der Sonntagsausgabe dann so eine riesige Doppelseite.“
Biesenbach erzählt von seiner Zeit in Puerto Rico nach Hurricane Maria und berichtet, dass er als freiwilliger Reporter eine große Doppelseite für die Sonntagsausgabe der New York Times geschrieben hat – über Künstler, die den Hurrikan überlebt haben, und wie die Natur sich erholt hat.
Mural am MoCA Geffen
Barbara Kruger
Monumentales Mural der Künstlerin Barbara Kruger am MoCA Los Angeles. Die fast 100 Meter breite und 35 Meter hohe Installation transformiert die Museumsfassade zu einer öffentlichen Plattform und dient als visueller Hintergrund für politische Demonstrationen. Krügers charakteristische politische Ästhetik verbindet Hochkultur mit Straßenaktivismus und gesellschaftlichem Engagement.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 04:21:08 „Es gibt ja diese riesige Barbara Kruger Arbeit, die ist so fast 100 Meter breit und 35 Meter hoch. Und da sind ja all diese Demonstrationen. Die habe ich mit der Barbara Kruger dort aufgetragen vor vier Jahren oder fünf Jahren.“
Biesenbach berichtet, dass er als erste Amtshandlung am MoCA das monumentale Barbara-Kruger-Mural realisiert hat – fast 100 Meter breit und 35 Meter hoch. Das Werk hat aktuelle politische Brisanz: Es dient als Hintergrund für ICE- und National-Guard-Einsätze sowie Demonstrationen in Los Angeles.
Reenactment
Francis Alÿs
Videoarbeit des mexikanischen Künstlers Francis Alÿs, in der eine Person mit einer Pistole durch eine Stadt läuft. Die Performance stellt Gewalt und politische Aggression dar. Das Werk war Teil der Ausstellung 'Loop' (2001) und wurde wegen der zeitlichen Nähe zu den Terroranschlägen des 11. September intensiv und kontrovers rezipiert.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 04:25:21 „Als der 11. September passiert ist, war ich in München und habe eine Ausstellung Loop aufgebaut in der Hypo Kunsthalle, wo unter anderem Francis Allis Reenactment, dieser Terrorakt mit der Pistole, wo durch die Stadt läuft, ist.“
Biesenbach erzählt, dass er am 11. September 2001 in München war und dort die Ausstellung 'Loop' aufbaute. Francis Alÿs' Videoarbeit 'Reenactment', in der ein Mann mit einer Pistole durch Mexiko-Stadt läuft, war Teil der Schau. Die thematische Nähe zur realen Aggression des 11. September führte dazu, dass die Eröffnung zunächst infrage gestellt wurde.
Wilhelm Meisters Lehrjahre
Johann Wolfgang von Goethe · 2021
Bildungsroman über die Entwicklung eines jungen Mannes während seiner Wanderjahre und Abenteuer. Wilhelm strebt nach künstlerischer Vollendung und persönlichem Wachstum, erlebt Liebe, Konflikte und innere Transformationen, während er sein Verständnis von Kunst und Menschlichkeit formt.
🗣 Klaus Biesenbach zitiert daraus bei ⏱ 04:31:52 „Ich hatte Covid interessanterweise eine ungeheure Sehnsucht nach Italien, obwohl ich in ganz vielen Ländern gelebt habe, auch länger, aber nie in Italien. Ich glaube, wenn ein Anruf aus Bozen gekommen wäre, wäre ich da hingegangen. Einfach weil ich so diese, kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?“
Biesenbach zitiert Goethes berühmtes Mignon-Lied aus 'Wilhelm Meisters Lehrjahre', um seine Sehnsucht nach Italien während der Covid-Pandemie auszudrücken. Er beschreibt, wie Covid ihn in eine Art Kindheitsregression versetzte und eine tiefe Italiensehnsucht auslöste – obwohl er nie dort gelebt hatte.
A to Z West
Andrea Zittel
A-Z West ist ein über 80 Hektar großes Kunstprojekt in der Kalifornischen Hochwüste neben dem Joshua Tree National Park, das seit seiner Entstehung als Experimentierraum für Lebensformen dient. Das Werk erforscht grundlegende Fragen wie „Wie soll man leben?" und „Was gibt dem Leben Sinn?" durch die Verflechtung von Räumen, Objekten und alltäglichen Praktiken. Im Zentrum steht die Untersuchung von Spannungen zwischen Freiheit, Sicherheit und Kontrolle – wie Grenzen und Strukturen paradoxerweise zu größerer Freiheit führen können. Seit Januar 2022 wird A-Z West von der Organisation High Desert Test Sites verwaltet und für Residenzen und öffentliche Programme genutzt.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 04:33:39 „Da hat die dann so eine utopische Kolonie gegründet, wie man in Mikro-Wohnungen in der Wüste überleben kann. Also wirklich so eine ganz utopische A to Z West heißt das.“
Biesenbach erzählt, wie er während Covid nach Joshua Tree flüchtete, wo die Künstlerin Andrea Zittel ihre utopische Kolonie 'A to Z West' betreibt – ein Projekt über autonomes Überleben in minimalistischen Wüsten-Cabins. Er zog in eine der kleinen Kabinen, lebte dort bescheiden mit Holzofen und machte dort sogar seinen Führerschein. Die beiden kennen sich seit den 90ern und waren einmal Mitbewohner.
I like America and America likes Me
Joseph Beuys
1974 führte Künstler Joseph Beuys in René Blochs New Yorker Galerie eine legendäre Performance auf: Nach seiner Ankunft am JFK-Flughafen betrat er bewusst nie amerikanischen Boden, sondern blieb in einer Trage und wurde direkt in die Galerie gebracht, wo er drei Tage lang mit einem wilden Kojoten zusammentraf. Diese radikale Geste – das bewusste Vermeiden von Territorium – wurde zur ikonischen Kunstperformance und inspirierte Künstler wie Klaus Biesenbach zu eigenen künstlerischen Reaktionen.
🗣 Klaus Biesenbach referenziert bei ⏱ 04:36:33 „Mich hat immer fasziniert, diese Aktion von Joseph Beuys, I love America and America loves me, wo er nach Amerika kommt zum ersten Mal zu René Bloch in die Galerie, aber nie den amerikanischen Boden, nicht das amerikanische Territorium betritt, sondern in JFK ankommt, auch in die Bahre kommt, in den Krankenwagen kommt, in der Trage, in die Galerie und dann ist er ja mit dem Kojoten in der Galerie, aber er betritt nie den Boden.“
Klaus Biesenbach beschreibt ausführlich die berühmte Beuys-Performance von 1974 als persönliche Inspirationsquelle. Als er selbst die USA verließ, gestaltete er seine Abschiedsreise von L.A. nach New York als Hommage an Beuys' Geste – nur umgekehrt: Er wollte bewusst überall den amerikanischen Boden betreten, den Beuys nie berührt hatte.
Sophie's Choice
Alan J. Pakula · 1982
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zieht Stingo in ein neues Appartment in New York. Er lernt schnell die polnische Einwanderin Sophie kennen, die früher in einem KZ eingeliefert war. Sie wohnt mit Nathan, einem amerikanischen Juden zusammen und zwischen den Dreien entsteht schnell eine Freundschaft. Stingo fühlt sich immer stärker zu Sophie hingezogen. Auch wenn sich Sophie freundlich und gutmütig zeigt, wirkt sie auf Stingo immer sehr distanziert.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:53:17 „Eben war es so eine schwierige Sophie's Choice Nationalgalerie oder Berlin Modern, weil eigentlich sehe ich das als eine Sammlungseinheit, als einen Ort, den man besucht mit zwei Pavillons.“
Biesenbach verwendet den Titel des Films bzw. Romans als geflügelte Redewendung für eine unmögliche Wahl – in diesem Fall zwischen der Neuen Nationalgalerie und Berlin Modern. Es handelt sich nicht um eine inhaltliche Besprechung des Werks, sondern um eine metaphorische Verwendung.
Rain Room
Interaktive Kunstinstallation mit künstlichem Regen, der sich bewegt, um Besucher auszuweichen. Das Werk thematisiert den Klimawandel und die Beziehung zwischen Mensch und Natur durch direkte Partizipation. Kuratiert für die Klima-Biennale Expo 1 in New York.
🗣 Klaus Biesenbach erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:59:31 „Ich habe mit Hans Ulrich diese Expo 1, diese Klima... Klimakatastrophen-Biennale gemacht, wo es den Rain Room in New York gab.“
Biesenbach erwähnt die Installation Rain Room als Teil der Expo 1, einer von ihm und Hans Ulrich Obrist kuratierten Klima-Biennale in New York. Er führt das Projekt als Beleg dafür an, dass sich Umweltthemen wie ein roter Faden durch seine gesamte kuratorische Karriere ziehen.
Artikel über Natasha Lyonne und AI im New York Magazine
Natasha Lyonne, bekannt aus 'Orange Is the New Black' und 'Russian Doll', kündigte an, für ihr Regiedebüt KI einzusetzen, was in Hollywood für Kritik sorgte. Im Gespräch mit dem New York Magazine verteidigte sie ihren Ansatz und zitierte dabei ihren Nachbarn David Lynch, der KI mit einem Bleistift verglichen haben soll – also als neutrales Werkzeug ohne eigenen Willen. Der Artikel ist relevant im Kontext der laufenden Hollywood-Debatte über KI in der Kreativarbeit, besonders nach den Streiks von 2023.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:18:52 „Ich habe gerade gelesen, es ist eine Schauspielerin in Los Angeles, wird gerade ein bisschen kritisiert, weil sie für ihr Regiedebüt als Regisseurin gesagt hat, sie wird AI verwenden. Da gab es offenbar in Hollywood Kritik, dass sie das macht und daraufhin oder gleichzeitig hat sie dem New York Magazine gesagt, dass ihr Nachbar David Lynch ihr mal Folgendes, als sie ihn zum Thema AI, künstliche Intelligenz, gefragt habe, habe er zu ihr gesagt, Natascha, das ist ein Bleistift.“
Christoph Amend greift einen aktuellen Artikel aus dem New York Magazine auf, in dem eine Schauspielerin (vermutlich Natasha Lyonne) über ihr Regiedebüt mit KI-Einsatz spricht. Der Artikel sorgte für Diskussionen, weil sie darin ein Zitat ihres Nachbarn David Lynch wiedergibt, der KI mit einem Bleistift verglich — ein Werkzeug, das jeder benutze. Amend nutzt den Artikel als Gesprächsimpuls, um Klaus Biesenbachs Einschätzung zu KI in der Kunst zu erfragen.