Episoden von Unter Pfarrerstöchtern
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Die verschleppten Juden kehren heim nach Israel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Folge beginnt die Reise zurück aus dem Exil: Nach den Geschichten von Daniel, Tobit und Esther wenden sich die Schwestern nun den Büchern Nehemia und Esra zu, die von der Rückkehr der Israeliten nach Israel erzählen. Mit einem augenzwinkernden Star-Wars-Vergleich erklären sie, warum sie die Bibel nicht nach Seitenzahlen, sondern nach erzählter Chronologie lesen — und warum Nehemia vor Esra kommt, obwohl die Bibel es andersherum anordnet.
Was Greta Thunberg mit dem Propheten Daniel zu tun hat
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode taucht in die Visionen des Propheten Daniel ein — jenen Teil des Buches, der selbst Sabine Rückert ohne schwesterliche Hilfe zu nebulös erscheint. Johanna Haberer ordnet das Buch historisch ein: Entstanden um 164 vor Christus unter der Seleukiden-Herrschaft, in einer Zeit extremer Not, als die Juden glaubten, Gott sei von ihnen gewichen — und genau dann ein neuer Prophet erwächst, der zugleich Apokalyptiker ist. Von den Assyrern über Alexander den Großen bis zu den Diadochen wird die Besatzungsgeschichte des Heiligen Landes aufgerollt, inklusive der Pointe, dass Kleopatra keine Ägypterin war, sondern Griechin.
Susanna im Bade
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Folge geht es um die berühmte Legende der Susanna im Bade aus dem Buch Daniel — eine Geschichte, die in der katholischen und protestantischen Bibel unterschiedlich überliefert ist. Besonders spannend: Die Erzählung entpuppt sich als antiker Kriminalfall, in dem Daniel als eine Art Ermittler auftritt, der durch kluge Befragung Recht schafft.
Daniel in der Löwengrube
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Das Buch Daniel wird aus den Propheten herausgelöst und in den eigenen Erzählbogen eingeordnet: Es handelt von der babylonischen Gefangenschaft unter Nebukadnezar, wurde aber um 170 v. Chr. verfasst, als die Juden unter seleukidischer Herrschaft litten und der Jerusalemer Tempel zu einem Zeus-Heiligtum entweiht wurde. Die Episode beleuchtet, wie die verzweifelten Juden — möglicherweise die Essener von Qumran — apokalyptische Endzeitvisionen entwickelten, die später im Christentum wiederkehren sollten.
Was ist ein heiliger Ort
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Anlass der Folge ist Johanna Haberers halbjähriger Aufenthalt in Jerusalem, wo sie auf dem Ölberg eine Pfarrstelle vertritt. Von dort aus entspinnt sich ein Gespräch über heilige Orte und warum bestimmte Plätze einen besonderen Zauber haben. Mit einem originellen Bild aus der Kreditwirtschaft erklärt Haberer das Konzept des Heiligen: Gott habe einen "Eigentumsvorbehalt" auf bestimmte Orte und auf jeden Menschen — die Seele als Gottesteilchen, das uns immer wieder selbst überraschen kann.
Königin Ester rettet das Volk der Juden
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Das Buch Esther führt die Reihe der Exilgeschichten fort — diesmal im persischen Reich, in der uralten Stadt Susa. Historisch ist die jüdische Königin Esther reine Fiktion, doch die Erzählung verdichtet eine sehr reale Erfahrung: die permanente Bedrohung des jüdischen Volkes in der Diaspora, bis hin zu Pogromen. Erfunden wurde die Geschichte, um den Ursprung des Purim-Fests zu erklären.
Judit überlistet Holofernes
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Das Buch Judit ist kein historischer Bericht, sondern ein elegant erzählter Roman aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, in dem historische Figuren wie Nebukadnezar fröhlich durcheinandergewürfelt werden — er wird kurzerhand zum König der Assyrer umgedichtet. Im Zentrum steht sein brutaler Feldherr Holofernes, der mit 120.000 Mann Fußvolk, 12.000 berittenen Bogenschützen und ganzen Kamelherden gen Westen zieht, um alles zu überrollen.
Ein Prophet wird vom Walfisch verschluckt
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In der Osterfolge geht es um den Propheten Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird — die assyrische Hauptstadt, die als Inbegriff von Verderbnis gilt und deren Schlechtigkeit wie ein Gestank zum Himmel aufsteigt. Das Buch Jona wird dabei als bewusst verfasste Novelle mit Lehrauftrag eingeordnet, die im 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus entstand und an eine knappe Erwähnung in den Königsbüchern anknüpft.
Von Dämonen und Schutzengeln
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode widmet sich dem Buch Tobit, einer Exilsgeschichte aus den Apokryphen, die weder im jüdischen Tanach noch ursprünglich in der evangelischen Bibel stand — aber 1947 in den Qumran-Rollen am Toten Meer in mehreren hebräischen und aramäischen Varianten wiederentdeckt wurde. Nach dem Untergang der beiden Königreiche und dem Propheten Jesaja rücken nun die Erzählungen verschleppter Juden in Nineveh und Babylon in den Fokus: Geschichten, die weniger historische Genauigkeit beanspruchen als vielmehr die Frage stellen, wie sich Menschen in einer Gesellschaft behaupten, in die sie hineingezwungen wurden.
Der Prophet Jesaja und die Rollen von Qumran
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge taucht ein in die Welt des Propheten Jesaja, der um 730 v. Chr. in Jerusalem als eine Art antiker Performancekünstler wirkte — drei Jahre nackt auf der Straße, um die kommende Versklavung zu symbolisieren. Johanna Haberer entschlüsselt seine theologischen Schlüsselideen (der heilige Rest, Zionstheologie, Gottvertrauen, Friedensreich), die bis ins Christentum nachwirken, während Sabine Rückert von ihrer Recherche 1992 am Toten Meer erzählt: wie die Qumran-Rollen jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden, Wissenschaftler darüber zerbrachen und die Verschwörungstheorie aus dem Bestseller „Verschlusssache Jesus