Episoden von Unter Pfarrerstöchtern
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Israel geht unter
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach dem Untergang des Nordreichs steht nun auch das Südreich Juda vor dem Fall — und damit enden die Königsbücher und die Chroniken. Im Zentrum steht König Manasse, der 55 Jahre regierte, assyrische Kulte einführte, Altäre für Baal und die Sterne errichtete und seinen Söhnen durchs Feuer gehen ließ — den biblischen Autoren verhasst, historisch aber ein pragmatischer Tributzahler und erfolgreicher Baumeister.
Warum der Assyrerkönig Sanherib die Belagerung Jerusalems abbricht
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge setzt ein, wo das Nordreich Israel bereits gefallen ist — von den Assyrern deportiert, in nur zwei Bibelsätzen abgehandelt, ohne großes Wehklagen. Im Südreich Juda übernimmt der 25-jährige Hiskia den Thron und eifert König David nach: Der Schock über den Untergang des Nordens treibt eine religiöse Erneuerung an, verstärkt durch fromme Jahwe-Anhänger, die aus dem Norden geflohen sind. Nun rückt die Frage ins Zentrum, ob der Tempel in Jerusalem als Zentralheiligtum das Südreich vor dem gleichen Schicksal bewahren kann.
Der Untergang des Nordreichs
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge widmet sich dem judäischen König Usia, der mit 16 Jahren den Thron bestieg und 52 Jahre regierte — eine erstaunlich lange Herrschaft, in der er Philisterstädte eroberte, Zisternen in der Steppe grub und Jerusalem mit Türmen und kunstvollen Wurfmaschinen befestigte. Dabei ordnet die Episode Usias Erfolgsgeschichte in den größeren Bogen ein: Das Nordreich steht vor dem Untergang, und auch Judah wird nur einen kurzen Aufschub bekommen.
Die große Suche nach dem Sinn
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Mitten in der Erzählung der Königsbücher gibt Johanna Haberer eine historische Einordnung: Die Reiche Israel und Juda waren in Wahrheit winzige, eingequetschte Vasallenstaaten zwischen Ägypten und Assyrien — weltpolitisch bedeutungslos. Der Ägyptologe und Alttestamentler Bernd U. Schipper zeigt in seinem Beck-Bändchen "Geschichte Israels in der Antike", wie wenig die biblischen Großkönig-Erzählungen mit der historischen Realität zu tun haben. Am erfolgreichsten waren ausgerechnet die Omriden, die in der Bibel als Gottlose gebrandmarkt werden — weil sie klug Tribut zahlten, statt sich mit den Großmächten anzulegen.
Der Fenstersturz der Isebel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im Nordreich Israel liegt König Joram verwundet darnieder, als der Prophet Elischa einen verdeckten Staatsstreich anzettelt: Er schickt einen Jünger los, um den Militär Jehu heimlich zum neuen König zu salben — mit dem Auftrag, das gesamte Haus Ahab auszulöschen und Rache für das von Isebel vergossene Blut zu nehmen. Eine Geschichte über Propheten, die Politik machen, und Könige, die den Fehler begehen, krank zu werden.
Zu Weihnachten – das Erlebnis der Mystik
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Weihnachtssondersendung dreht sich alles um die mystische Gotteserfahrung — von der Entrückung des Paulus auf dem Weg nach Damaskus bis zu den prophetischen Visionen des Alten Testaments. Dabei wird diskutiert, ob Mystik ein spezifisch christliches Phänomen ist oder in der gesamten jüdisch-christlichen Tradition wurzelt, und warum gerade Weihnachten als kollektives Gotteserlebnis verstanden werden kann.
Die Suche nach einem besseren Ort
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Ein Live-Mitschnitt vom Zeit-Online-Podcast-Festival: Inspiriert von Jasmina Rezas Roman „Serge
Elischa kann die bösen Gedanken der Menschen lesen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Wundergeschichten des Propheten Elischa gehen weiter: Ein Prophetenschüler verliert beim Bau eines neuen Versammlungshauses am Jordan den geliehenen Axtkopf im Fluss — ein Verlust, der damals so schwer wog wie heute ein verlorener Kran. Elischa bringt das Eisen mit einem Stück Holz zum Schwimmen, doch das eigentliche Thema der Episode ist seine unheimlichste Gabe: Er kann die feindlichen Gedanken der Menschen lesen und durchkreuzt damit die geheimen Kriegspläne des Königs von Aram.
Die magischen Taten des Elischa
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Mit Elischa betritt ein neuer Prophetentyp die biblische Bühne: Statt großer Politik reiht sich Alltagswunder an Alltagswunder. Seine erste Tat — er heilt das schlechte Wasser von Jericho mit einer Schüssel Salz — zeigt einen Propheten, der nah bei den einfachen Leuten ist und sie sogar mithelfen lässt. Johanna Haberer erklärt, warum Elischas Biografie vermutlich aus mehreren Prophetengestalten zusammengeschrieben wurde und die Wundergeschichten erstaunlich praktisches Alltagswissen verraten.
Die Himmelfahrt des Propheten Elija
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode erzählt die dramatische Himmelfahrt des Propheten Elija: König Ahasja stürzt durch ein Gitter in seinem Palast, schickt Boten zum Baalsgott statt zu Jahwe — und Elija verkündet ihm dafür den Tod. Am Jordan teilt Elija mit seinem Mantel das Wasser, bevor er in einem feurigen Wagen gen Himmel fährt und seinen Geist an Elisa weitergibt. Die Schwestern verfolgen das Sonnenwagen-Motiv quer durch die Kulturen — von Helios über hinduistische Mythologie bis zu einem Fresko im Libanon — und schlagen überraschend den Bogen zu Karl Ove Knausgård und Greta Thunberg: alle drei Texte kreisen um die Frage, wie Ewigkeit und radikale Gegenwart zusammenfallen.