Essays aus Alles gesagt?
92 Essays aus 125 Episoden · Seite 1 von 2
Against Interpretation
Susan Sontag
Sontag argumentiert in ihrem Essay von 1964, dass die kritische Praxis der Interpretation Kunstwerke verfälscht, statt sie zu verstehen. Statt zu fragen, was ein Kunstwerk bedeutet oder sagt, sollten Kritiker untersuchen, was es tut – wie es wirkt und sich anfühlt. Sie kritisiert die tradierte Hierarchie zwischen Form und Inhalt, wonach der Inhalt privilegiert ist, während die formalen Qualitäten vernachlässigt werden. Besonders problematisch sieht Sontag jene Interpretationen (marxistisch, freudsch), die vorgeben, unter der Textoberfläche verborgene wahre Bedeutungen auszugraben, dabei den Text aber faktisch verändern, ohne dies zuzugeben. Interpretation dient ihr zufolge oft dazu, unbequeme oder unakzeptable Texte durch Uminterpretation sozial verträglich zu machen.
Der Rundfunk als Kommunikationsapparat
Bertolt Brecht · 1977
Als Radiotheorie bezeichnet man eine auf das Medium Rundfunk, insbesondere den Hörfunk, spezialisierte Medientheorie. Bekannte Radiotheorien wurden verfasst von Bertolt Brecht, Rudolf Arnheim, Walter Benjamin, Gerd Eckert, E. Kurt Fischer und Wolfgang Hagen.
Der Hessische Landbote
Georg Büchner · 2007
Der Hessische Landbote ist ein ursprünglich von dem Medizinstudenten Georg Büchner im Jahr 1834 verfasstes achtseitiges Pamphlet, das von dem Theologen Friedrich Ludwig Weidig ergänzt, überarbeitet und herausgegeben wurde. Es wandte sich gegen die sozialen Missstände der Zeit. Die ersten Exemplare der Flugschrift wurden nach dem 31. Juli 1834 heimlich im Großherzogtum Hessen-Darmstadt verteilt. Die Streitschrift ist bekannt für ihren Aufruf: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“
Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
Camus' philosophisches Essay über das Absurde der menschlichen Existenz. Er erforscht die paradoxe Weisheit, dass Erfüllung und Glück trotz der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens möglich sind – wie bei Sisyphus, der zur ewigen Wiederholung verdammt ist.
Freiburger Thesen
FDP · 1972
Die Freiburger Thesen waren das Grundsatzprogramm der FDP von 1971. Sie wurden am 27. Oktober 1971 auf dem Bundesparteitag der FDP in Freiburg im Breisgau verabschiedet und lösten das Berliner Programm der Freien Demokratischen Partei von 1957 ab. Die Freiburger Thesen orientierten die FDP in Richtung auf einen reformbereiten „Sozialen Liberalismus“ und enthielten einen eigenen Abschnitt zum Umweltschutz.
100 Zeilen Hass
Maxim Biller
Maxim Billers legendäre Kolumnenreihe aus dem Magazin Tempo, in der der Autor pointierte Polemiken und gesellschaftskritische Beobachtungen in prägnanter Kurzform präsentiert. Die „100 Zeilen Hass" gelten als Primärliteratur für zeitgenössische Journalisten und begründeten eine neue, direkte Form des Meinungsjournalismus, die über klassisches Reporting hinausgeht und Billers künstlerisches Vermächtnis für die Medienlandschaft darstellt.
Aggressive Mimosen
Thea Dorn · 2022
Der Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius, verstorben im vergangenen Frühjahr, wäre im Februar 2023 achtzig Jahre alt geworden. Bis zuletzt schrieb er und näherte sich seinem Leben in einer Autobiographie, wie man sie noch nicht kennt: in gut dreihundert Stichworten, die mit A beginnen, spielerisch, gedankenscharf und poetisch.
An Essay Upon Projects
Daniel Defoe · 1887
In Defoes Essay untersucht der Klassiker die Figur des „Projektemachres" – jene ambivalenten Gestalten zwischen Künstler und Geschäftemacher, die innovative Ideen vorantreiben, aber auch zweifelhaft erscheinen. Der Text zieht eine historische Linie zur modernen digitalen Bohème und zur heutigen Selbstständigkeit, wo diese Spannung zwischen kreativem Anspruch und wirtschaftlicher Unsicherheit bis heute nachwirkt.
Anekdote über das Bahnabteil
Hans Magnus Enzensberger · 2018
In Impressionen, Sprüngen und Exkursen folgen wir den Geschichten des M., den Abenteuern eines, der sich den Zumutungen der Geschichte zu entziehen wusste: Familien-Bande und erste Liebe, frühe Lektürelust und Mediensucht, jede Art von Ausweichmanöver vor falscher Autorität, ein missglückter Sprengstoffversuch, Fahnenflucht, Schwarzhandel und dann das Glück akademischer Freiheit im Studium – noch jenseits von Pisa und Bologna: Ob es um jesuitisch geprägte Marx-Exerzitien oder, unter Vortäuschung...
Angewandte Gerechtigkeitstheorien im Gesundheitswesen (Magisterarbeit)
Alena Buyx · 2025
Die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx über die großen Fragen des Lebens – allgemein verständlich und lebensnah Wenn es um unsere Gesundheit geht, wir mit Krankheit konfrontiert werden, oder es um Leben und Tod geht, stehen wir vor Entscheidungen, die uns nicht selten überfordern. Die Medizinethikerin Alena Buyx greift die vielen ethischen Fragen auf, vor denen wir früher oder später alle stehen.
Aufsätze über Gott und Religion
Albert Einstein · 1979
Einsteins Essay-Sammlung präsentiert sein Stufenmodell der Gottesvorstellungen: vom primitiven Furchtgott über den moralischen Gott bis zum kosmischen Gott, den man nur erfahren, nicht glauben kann. Diese philosophische Analyse verbindet Wissenschaft und Spiritualität und bietet einen neuen Zugang zur Frage nach Gott jenseits von Glaube und Atheismus.
Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?
Immanuel Kant · 2022
Immanuel Kants einflussreiche Schrift "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" bietet eine tiefgehende Analyse der intellektuellen Bewegung des 18. Jahrhunderts, die als Aufklärung bekannt ist. Kant definiert Aufklärung als den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, die er als Unfähigkeit bezeichnet, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Briefe an die Aktionäre (Shareholder Letters)
Warren Buffett · 2014
Warren E. Buffett first took control of Berkshire Hathaway Inc., a small textile company, in April of 1965. A share changed hands for around $18 at the time. Fifty letters to shareholders later, the same share traded for $226,000, compounding investor capital at just under 21% per year-a multiplier of 12,556 times. This book compiles the full, un-edited versions of 50 years of Warren Buffett's letters to the shareholders of Berkshire Hathaway.
Böhlendorf-Briefe (Poetologische Briefe an Böhlendorf)
Friedrich Hölderlin · 1925
Sammlung der poetologischen Briefe von Friedrich Hölderlin an seinen Freund Kasimir Ulrich von Böhlendorf. Diese Briefe gehören zu den theoretisch komplexesten Texten der Goethe-Zeit um 1800 und sind für die Literaturwissenschaft unverzichtbar. Sie dienten als Grundlage für Habecks Magisterarbeit, in der er Böhlendorfs verstreute Gedichte mittels dieser poetologischen Theorie stilanalytisch zuordnete.
Bücher über Charles Schumann (Essay über das Vatersein)
· 1989
Essay aus Büchern über Charles Schumann, das die These vertritt, dass ihn Vaterschaft milder gemacht und grundlegend verändert habe. Schumann widerlegt diese Charakterisierung in der Episode deutlich und berichtet stattdessen, dass Vaterschaft ihn vielmehr in Verzweiflung gestürzt habe – ein wichtiger persönlicher Kontext zu seiner Lebensgeschichte.
Chinese Room
John Searle · 2002
Das Chinesische Zimmer ist der Name für ein Gedankenexperiment des Philosophen John Searle. Mit seiner Hilfe versucht Searle die Meinung zu widerlegen, dass digitale Computer allein dadurch Bewusstsein erlangen könnten, dass sie ein passendes Programm ausführen. Bei dem Gedankenexperiment stellt man sich einen geschlossenen Raum vor, in dem ein Mensch, der keinerlei Chinesisch versteht, in chinesischer Schrift gestellte Fragen – anhand einer in seiner Muttersprache verfassten Anleitung – in chin...
Collobert & Weston 2008 (ICML Paper)
Ronan Collobert, Jason Weston · 2022
Embeddings have undoubtedly been one of the most influential research areas in Natural Language Processing (NLP). Encoding information into a low-dimensional vector representation, which is easily integrable in modern machine learning models, has played a central role in the development of NLP. Embedding techniques initially focused on words, but the attention soon started to shift to other forms: from graph structures, such as knowledge bases, to other types of textual content, such as sentence...
Compulsory Heterosexuality and Lesbian Existence
Adrienne Rich · 1981
Heteronormativität ist eine Weltanschauung, welche die Heterosexualität und Monogamie als soziale Norm postuliert. Alle anderen menschlichen Sexualitäten werden verschwiegen, diskriminiert oder pathologisiert. In heteronormativen Kontexten wird stillschweigend angenommen, dass alle Menschen „natürlich“ heterosexuell seien, und dass die Heterosexualität anderen Sexualitäten wie Bisexualität oder Homosexualität überlegen sei.
Computing Machinery and Intelligence
Alan Turing · 2021
Alan M. Turing war der Erste, der die Frage stellte, ob Maschinen denken können. Damit stieß er die Tür für das Zeitalter moderner Computer auf. Seine bahnbrechende Arbeit sollte jeder kennen, der an der Philosophie des Geistes und der Kognition, Psychologie oder allgemein an den Entwicklungen Künstlicher Intelligenz (KI) interessiert ist. Das für diese Neuauflage überarbeitete Nachwort diskutiert die Rolle moderner Chatbots.
Critical Fabulation
Saidiya Hartman · 2020
A proposal to redefine design in a way that not only challenges the field's dominant paradigms but also changes the practice of design itself. In Critical Fabulations, Daniela Rosner proposes redefining design as investigative and activist, personal and culturally situated, responsive and responsible. Challenging the field's dominant paradigms and reinterpreting its history, Rosner wants to change the way we historicize the practice, reworking it from the inside.
Das Bild der Juden im Frühwerk Thomas Manns
Maxim Biller · 2025
Maxim Billers einzigartiges Werk besticht durch seine Vielstimmigkeit: Von Romanen wie "Sechs Koffer" und "Mama Odessa", die von seiner Familiengeschichte inspiriert sind, über Short Stories, Novellen, Kolumnen und Essays bis hin zu Songs, Theaterstücken und Kinderbüchern reicht sein literarisches Spektrum. Mit dem Selbstporträt "Der gebrauchte Jude" hat er dem Genre des Memoirs neue Impulse verliehen.
Das Judenthum in der Musik
Richard Wagner · 1869
Das Judenthum in der Musik ist ein antisemitischer Aufsatz Richard Wagners, den er 1850 während seines Aufenthalts in Zürich schrieb. Am 3. und 9. September 1850 erschien er in der von Franz Brendel redigierten Neuen Zeitschrift für Musik unter dem Pseudonym K. [Karl] Freigedank. 1869 veröffentlichte Wagner den Aufsatz stark erweitert als eigenständige Broschüre unter seinem Namen.
Das Leben der infamen Menschen
Michel Foucault · 2001
Infamie (lateinisch infamia „Schande, Schimpf“, wörtlich „Unaussprechliches“) bezeichnet im gewöhnlichen Sprachgebrauch ein ehrloses (gemeines oder heimtückisches) Handeln oder die Ehrlosigkeit als solche. Begrifflich setzt Infamie eine Gesellschaft voraus, die ein bestimmtes Verständnis von „Ehre“ besitzt. Rechtshistorisch versteht man unter Infamie oder Verrufenheit den Zustand eingeschränkter Rechtsfähigkeit infolge der Aberkennung oder Schmälerung der bürgerlichen Ehrenrechte einer Person.
Declaration of Independence
Thomas Jefferson · 2024
Thomas Jeffersons Unabhängigkeitserklärung von 1776 gilt als Gründungsdokument der USA mit ihrer zentralen Aussage der Menschenrechte und Gleichheit. Paul Auster analysiert darin die fundamentalen Widersprüche: Jefferson selbst war Sklavenhalter, und aus dem Dokument gestrichene Passagen gegen die Sklaverei offenbaren den moralischen Geburtsfehler der amerikanischen Demokratie. Diese Spannung zwischen Ideal und Realität prägt die USA bis in die Gegenwart.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, besser weiter kommt man ohne ihr
Luise Pusch · 1984
Wegweisender Aufsatz von 1979 zur feministischen Linguistik: Erwiderung auf Kalverkämpers Kritik, die argumentiert, dass Fortschritt die Überwindung von (sprachlichen) Gewohnheiten erfordert. Der Essay begründet, dass traditionelle Sprachnormen nicht unveränderbar sind, sondern bewusst verändert werden können – zentral für die feministische Sprachkritik in Deutschland.
Der neue Hitler (Essay über Saddam Hussein)
Hans Magnus Enzensberger · 2015
Kriege werden in demokratischen Gesellschaften im öffentlichen Diskurs legitimiert oder delegitimiert. Metaphern tragen dazu bei, indem sie Deutungsrahmen bereitstellen, mit denen sich die Ereignisse verstehen, bewerten und in den eigenen Erfahrungshorizont einordnen lassen. Susanne Kirchhoff zeigt anhand der Berichterstattung deutscher Nachrichtenmagazine über 9/11 und die nachfolgenden Kriege, wie mit Hilfe von Metaphern eine eigene Identität in Abgrenzung von den USA und der arabisch-islamisc...
Deutschland keine Denker
Thea Dorn · 2018
Heimat, Leitkultur, Nation: Thea Dorn will diese kontroversen Themen nicht den Rechten überlassen Seit Jahren streiten wir, und der Ton wird rauer: Befördert die Rede von Heimat und Verwurzelung oder gar Patriotismus ein rückwärtsgewandtes, engstirniges Denken, das über kurz oder lang zu neuem Chauvinismus, Rassismus und Nationalismus führen wird? Oder ist das Beharren auf unseren kulturellen, historisch gewachsenenen Besonderheiten in Zeiten von Migration, Globalisierung und Technokratisierung ...
Die Natur der Literatur
Robert Habeck · 2001
Robert Habecks literaturwissenschaftliche Doktorarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Literatur. Die Arbeit wurde später Gegenstand öffentlicher Diskussionen, als unbegründete Plagiatsvorwürfe gegen sie erhoben wurden. Sie ist relevant als dokumentierte akademische Auseinandersetzung und beispielgebend für die wissenschaftliche Ausbildung des Grünen-Politikers.
Die Tragetaschentheorie der Fiktion
Ursula K. Le Guin · 2024
Ricardas Kiel reflektiert über Ursula K. Le Guins Essay „Die Tragetaschentheorie der Fiktion", der sein Denken und Arbeiten seit der Pandemie fundamental geprägt hat. Le Guin unterscheidet zwei Literaturformen: „Beutel-Texte", die offen, chaotisch und vernetzend wirken, und „Pfeil-Texte", die linear, zielgerichtet und mit klarem Höhepunkt und Ende strukturiert sind. Dieser Gegensatz bewirkte bei Kiel eine Umgestaltung seiner eigenen Praxis: Seine Sprache wurde textiler, seine Beratungsarbeit kollektiver, seine Website wechselte vom chronologischen Blog zum verzweigten Garten. Kiel versucht bewusst, Beutel zu schreiben – Texte, die Stimmen, Widersprüche und Hoffnungen sammeln und miteinander verflechten, statt sie einem linearen Ende entgegenzuführen.
Die antisozialistischen Strategien im Zeitalter der Systemauseinandersetzung
Sahra Wagenknecht · 2019
Sahra Wagenknecht: In ihren ökonomischen Analysen ist sie eine der Klarsten und Sachkundigsten im Land. Mit ihrer Neugier ist sie als eine der wenigen fähig, das Feingewebe der Wirtschaft mit progressiven Ideen zu verbinden. Von ihren Gegnern wird immer wieder ihre umfassende Detailkenntnis gelobt. Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, fasziniert und polarisiert wie kaum ein anderer in unserer derzeitigen politischen Landschaft.
Dissertation über kollektive Identitäten
Carolin Emcke · 2000
Im sogenannten "Kampf um Anerkennung" berufen sich aggressive Nationalismen heutzutage ebenso auf eine "kollektive Identität" wie soziale Bewegungen. Der politischen Philosophie geht es dagegen meist um normative Fragen von Integration und Toleranz, ohne Analyse der zugrundeliegenden Konzepte von kollektiver Identität. Carolin Emcke untersucht unterschiedliche Modelle der Entstehung kollektiver Identitäten und entwickelt eine systematisierte Typologie.
Doktorarbeit zum Kartellrecht
Thomas de Maizière · 2013
Ein Spitzenpolitiker steht Rede und Antwort Thomas de Maizière steht Rede und Antwort. Dabei nimmt er die Politik und sich selbst in die Pflicht, weil er nicht möchte, dass in diesem Land die Banken, die Unternehmen, die Gewerkschaften regieren. Wann aber funktioniert Politik, wann dient sie den Menschen – und wann nicht? Welchen Anspruch hat er an sich selbst? Kurzum, was heißt das: Macht und Regieren? In diesem Buch gewährt de Maizière außergewöhnlich tiefe Einblicke in das Innenleben der Poli...
Durchs wilde Kurdistan
Joschka Fischer · 2008
Over the course of his long and controversial career, Joschka Fischer evolved from an archetypal 1960s radical--a firebrand street activist--into a shrewd political insider, operating at the heights of German politics. In the 1980s he was one of the first elected Greens and went on to become Germany's foreign minister from 1998 to 2005.
Eine Winterreise
· 2014
Achthundert Kilometer sind es zu Fuß vom atheistischen Hamburg ins erzkatholische Altötting. Willi Winkler hat sich im Winter 2013/14 auf diese Wallfahrt begeben – die ihn durch ein erstaunlich unbekanntes Deutschland führte. Für Wochen war er aus der Welt. Keine Finanzkrise, kein Kanzler-Machtwort, keine Fußballergebnisse, nichts.
Essay im Rolling Stone
Nora Tschirner
Nora Tschirner veröffentlicht ein Essay im Rolling Stone, in dem sie sich politisch positioniert und ihre Unterstützung für die Grünen deutlich macht. Der Text war ursprünglich als kurzes Statement mit 3.000 Zeichen geplant, wuchs aber auf 9.000 Zeichen an.
Essay in The Guardian
Ai Weiwei · 2007
Ai Weiwei reflektiert in diesem Essay seine Rückkehr nach China und hinterfragt die Effektivität westlicher Sanktionen gegen das Land. Der Künstler und Dissident erörtert die wachsende Rolle von künstlicher Intelligenz, westliche Zensur und seine persönliche Erfahrung mit der Heimkehr – ein wichtiger Beitrag zur Debatte über geopolitische Strategien und kulturelle Freiheit im Zeitalter von KI.
Feminismus (Aufsatz in 'Inspektion der Herrenkultur')
Judith Offenbach (Pseudonym von Luise Pusch) · 1990
Luise Pusch analysiert in diesem Aufsatz die Strukturen patriarchalischer Gesellschaft und Kultur. Der Text, ursprünglich unter ihrem Pseudonym Judith Offenbach veröffentlicht, leistet einen Beitrag zur feministischen Kritiktheorie und ist Teil des grundlegenden Sammelbandes "Inspektion der Herrenkultur", der die männlich dominierte Kulturgeschichte neu bewertet. Der Aufsatz dokumentiert Puschs theoretisches Werk zu Geschlechterrepräsentation und ist für Debatten über Sprachkritik und Feminismus relevant.
Glosse gegen das Wort Gender
Luise Pusch · 1999
Luise Pusch kritisiert in dieser Glosse das Wort „Gender" und seine Verwendung in der wissenschaftlichen Forschung. Der Text drückt ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber Gender Studies aus und hinterfragt die begriffliche Arbeit dieses Forschungsfelds. Die Glosse ist relevant für alle, die sich mit dem Verhältnis zwischen Sprachwissenschaft und feministischer Theorie auseinandersetzen.
Gutachten von Friedhelm Hufen zu Menschenwürdeverletzungen in Pflegeheimen
Friedhelm Hufen
Ein Rechtsgutachten des Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Friedhelm Hufen kommt zu dem Ergebnis, dass Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen in Pflegeheimen während der Corona-Pandemie großteils gegen das Grundgesetz verstoßen. Die Gutachter fordern, dass die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner – insbesondere die Isolation von Demenzerkrankten und einsame Todesfälle – bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung deutlich stärker berücksichtigt werden müssen, da diese die Menschenwürde verletzen können. Das Infektionsschutzgesetz wird als zu unbestimmt kritisiert, um solch gravierende Eingriffe in Grundrechte zu rechtfertigen, und die Gutachter fordern präzisere Regelungen auf Länderebene, die Behörden und Heimleitern weniger Ermessensspielraum lassen.
Gutachten zu Menschenwürdeverletzungen in Pflegeheimen
Friedhelm Hufen
Der Verfassungsrechtler Friedhelm Hufen analysiert in diesem Gutachten die Isolationspflichten in Pflegeheimen während der Pandemie und dokumentiert, wie diese konkrete Menschenwürdeverletzungen darstellten. Seine Untersuchung liefert eine rechtlich fundierte Bewertung von Maßnahmen, die vielen älteren Menschen erhebliches Leid verursachten. Das Gutachten trägt zu einer sachlichen Debatte über die Grenzen von Pandemieschutzmaßnahmen und deren Verhältnismäßigkeit bei.
Imploding the Demon
Crispin Wright · 2005
"The problem of philosophical scepticism is not so much what to say about the view itself (there being a consensus that it should be rejected), but rather what to say about the arguments that purport to yield it. And since these arguments involve claims and principles concerning notions like knowledge and possibility, it is difficult to see how to explore the arguments without exploring these notions too."--from the Introduction How do we address philosophical arguments whose conclusions contrad...
Innovation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und wie sie verhindert wird
Eva Schulz
Die Politikjournalistin Eva Schulz vom öffentlich-rechtlichen Jugendkanal Funk hat es geschafft, die drei Kanzlerkandidaten der Bundestagswahl 2021 (Scholz, Baerbock, Laschet) zu Interviews für ihr Format zu gewinnen. Dies ist bemerkenswert, da die etablierten Parteien sie der Zusammenarbeit mit dem YouTuber Rezo vorzogen. Schulz moderiert den Podcast "Deutschland3000", in dem sie ihre Gäste mit Entweder-Oder-Fragen zu Warm-up-Ritualen einspannt und hat sich damit als wichtige Stimme im Digitaljournalismus etabliert. Ihre steigende Bedeutung wird durch die Zusammenarbeit mit einer Agentur unterstrichen, die ihre Termine koordiniert. Das Vertrauen der etablierten Politiker in Schulz zeigt, dass auch öffentlich-rechtliche Journalisten in der digitalen Sphäre an Gewicht gewinnen.
Kapitel zu Solidarität in der Pandemie (Schweinegrippe)
Alena Buyx · 2016
Der Begriff »Solidarität« erlebt gegenwärtig eine Renaissance: In Zeiten ökonomischer Krisen scheint eine Rückbesinnung auf solidarische Werte auch in der Gesundheitsversorgung angebracht. Anknüpfend an die internationale Bio- und Medizinethikdebatte entwickeln die Autorinnen ein neues Solidaritätsverständnis: Anstatt den Begriff nur auf der abstrakten Ebene zu behandeln, zeigen sie anhand konkreter Fallbeispiele, etwa der Schweinegrippe-Pandemie von 2009/10 oder lebensstilbedingten Krankheiten,...
Klaus Wilhelm Canaris – Eine Erinnerung in fünf Bildern
Marietta Auer
Persönliches Memoir über den akademischen Lehrer Claus-Wilhelm Canaris: Ein Jahr nach seinem Tod verfasst, schildert Auer fünf prägende Stationen ihrer Ausbildung am Lehrstuhl und dokumentiert seine intellektuelle Bedeutung sowie die dort gelebte Arbeitsweise.
Kritik an Judith Butler
Martha Nussbaum · 2003
Der Streit um den Humanismus ist älter als das Wort. Was die Sache selber sei, ist aber schon zur Zeit der griechischen Klassik umstritten. Seit Humanismus auch noch als Epochenbegriff verwendet wird, konkurrieren sogar Humanismen im Plural miteinander. Dabei versuchen die unterschiedlichen Richtungen, den Begriff für sich zu besetzen, ja zu monopolisieren.
L'Oblique
Claude Parent · 2023
Vivre à l'oblique reste la grande idée de l'architecte Claude Parent qu'il énonce comme la posture le plus naturelle pour l'homme. Les textes de cette publication expliquent et illustrent les possibilités illimitées de cette nouvelle prise de possession de l'espace qui met l'architecture en mouvement.
Lambsdorff-Papier (Wendepapier)
Otto Graf Lambsdorff
Das Lambsdorff-Papier ist ein 1982 verfasstes wirtschaftspolitisches Strategiepapier des FDP-Politikers Otto Graf Lambsdorff. Es markierte einen Wendepunkt in der sozialliberalen Koalition und führte letztlich zu deren Auflösung. Das Papier gilt als zentrale Stellungnahme zur wirtschaftlichen Neuausrichtung in der Bundesrepublik und hatte massive politische Konsequenzen für die Koalitionsregierung.
Language and Woman's Place
Robin Lakoff · 2004
This new edition of Language and Woman's Place not only makes available once again a pioneering work of feminist linguistics, but also places the book in the context of contemporary feminist and gender theory. The revised and expanded edition presents the full text of the original first edition, along with an introduction and annotations by Lakoff, in which she reflects on the book and expands on some of the most widely discussed issues it raises.
Leben in Watte gepackt
Olga Grjasnowa
Essay über die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Durch poetische Bildsprache und Dialoge zweier Stimmen erforscht Grjasnowa die Isolation und Verunsicherung während des Lockdowns – eine Meditation darüber, wie die Pandemie die menschliche Lebenswelt grundlegend veränderte.
Leitkultur-Thesen
Thomas de Maizière · 2018
Die Debatte um die Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und auf die sich die Mehrheit der in Deutschland Lebenden beziehen, gleicht einer Fieberkurve. Mal geht die Temperatur hoch, hitzig, fieberhaft wird diskutiert, gestritten, polemisiert, was erlaubt ist, was in Deutschland üblich ist, wer was tun muss, um dazugehören, wie unsere Leitkultur auszusehen hat. Dann wieder sinkt die Temperatur der Debatte etwas.