Studien aus Alles gesagt?
116 Studien aus 125 Episoden · Seite 1 von 3
Die Grenzen des Wachstums
Club of Rome / Dennis Meadows
Der Bericht „Die Grenzen des Wachstums" aus dem Jahr 1972 ist ein Meilenstein der Umweltbewegung und entstand unter federführender Beteiligung des Club of Rome. Der Bericht warnte vor den ökologischen Folgen unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums und legte damit einen wesentlichen Grundstein für das entstehende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Seine Analysen inspirierten die Gründung der Grünen und die Aktivitäten von Umweltorganisationen wie Greenpeace in den 1970er und 1980er Jahren.
A Theory of Biological Pattern Formation
Alfred Gierer, Hans Meinhardt
Alfred Gierer präsentiert eine mathematische Theorie zur Entstehung biologischer Muster und Formen. Das Gierer-Meinhardt-Modell erklärt, wie komplexe räumliche Strukturen durch Reaction-Diffusion-Prozesse entstehen — indem Autokatalyse und laterale Inhibition zusammenwirken. Die Theorie ist fundamental für das Verständnis von Gradienten und morphogenetischen Prozessen in der Entwicklungsbiologie und bildet eine theoretische Grundlage für Nüsslein-Volhards Erkenntnisse über Musterbildung.
A Unified Architecture for Natural Language Processing
Ronan Collobert, Jason Weston
Seminal Paper von Ronan Collobert und Jason Weston (ICML 2008), das erstmals zeigte, wie künstliche neuronale Netze erfolgreich zur Sprachverarbeitung eingesetzt werden können. Obwohl die Evaluierungsmethodik kritisiert wurde, inspirierte das Paper Forscher wie Richard Socher, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und prägte damit die moderne neuronale NLP-Forschung grundlegend.
ARD/ZDF-Onlinestudie
ARD / ZDF
Die ARD/ZDF-Onlinestudie erfasst regelmäßig Daten zur Mediennutzung in Deutschland, einschließlich Podcast-Hörer. Sie wird oft als Referenzquelle herangezogen, um den Anteil der Podcast-Nutzer in der Bevölkerung zu belegen. Die Studie zeigt jedoch, dass die Häufigkeitsangaben je nach Datenquelle und Erhebungsmethode erheblich voneinander abweichen können.
Ad-Hoc-Empfehlung des Ethikrats zu Corona (März 2020)
Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat erarbeitete im März 2020 erste Empfehlungen zu ethischen Fragen der Corona-Pandemie, insbesondere zu Triagekriterien und Schutzmaßnahmen. Alena Buyx beschreibt die intensive Entstehung dieser Ad-Hoc-Stellungnahme in langen Zoom-Diskussionen, die zeigt, wie kurzfristig und unter Zeitdruck wichtige ethische Orientierungen für die Krisenbewältigung geschaffen wurden.
Ad-Hoc-Empfehlung des Ethikrats zur psychischen Gesundheit junger Menschen (November 2022)
Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat veröffentlichte eine Empfehlung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während und nach der Pandemie. Das Papier entstand Ende November 2022 und befasst sich mit den langfristigen psychischen Belastungen der jungen Generation durch die gesellschaftlichen Krisen. Die Ethikrätin Alena Buyx sieht darin eine notwendige, aber verspätete Anerkennung der fehlenden Solidarität gegenüber jungen Menschen während des Lockdowns und ruft zu verstärktem Beistand und psychosozialer Unterstützung auf.
Ad-Hoc-Empfehlung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat veröffentlichte Ende 2022 eine Ad-Hoc-Empfehlung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Grundlage war eine Tagung, bei der hunderte Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen in der Pandemie berichteten. Die Empfehlung thematisiert die psychischen Belastungen junger Menschen und ihre sogenannte 'unerwiderte Solidarität' – sie leisteten viel, ohne dafür Unterstützung zu erhalten.
Allensbach-Studie zur Reformbereitschaft
Institut für Demoskopie Allensbach
Das Institut für Demoskopie Allensbach untersuchte die Reformbereitschaft der deutschen Bevölkerung. Die Studie zeigt hohe Zustimmung für Reformen und belegt, dass die Arbeitslosenangst heute geringer ist als zur Zeit der Schröder-Agenda. Die heutige Situation ermöglicht tiefere Reformen: nicht nur Arbeitsmarktanpassungen, sondern einen Umbau des gesamten deutschen Geschäftsmodells.
Aluminium-Schaum-Spritzschichtverbunde
Matthias Maurer
Matthias Maurers wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit Aluminium-Schaum-Spritzschichtverbunden, modernen Materialverbindungen mit geringem Gewicht und hoher Stabilität. In seiner Forschung hat er zwei innovative Verfahren zur Herstellung dieser Metallschäume entwickelt. Solche Leichtbaustoffe sind für Industrie und Mobilität von großer Bedeutung, da sie Gewicht und Materialkosten reduzieren und gleichzeitig Festigkeit bewahren.
Angewandte Gerechtigkeitstheorien im Gesundheitswesen
Alena Buyx
Alena Buyx' unveröffentlichte Magisterarbeit untersucht Gerechtigkeitstheorien und deren praktische Anwendung im Gesundheitswesen. Die Arbeit dokumentiert ihren akademischen Hintergrund in der angewandten Ethik und Philosophie, der ihre späteren Forschungen und ihre Rolle als Direktorin des Instituts für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin prägte. Sie bietet Einblick in die philosophischen Grundlagen ihrer Arbeit zur Gerechtigkeit in medizinischen Fragen.
Arab Futures
Florence Gaub
Zukunftsszenario-Analyse der arabischen Regionen bis 2025 vom EU Institute for Security Studies. Florence Gaub entwickelte nach dem Sturz von Präsident Morsi 2013 drei mögliche Entwicklungsszenarien und testete deren Prognosekraft später empirisch mit 60 Prozent Übereinstimmung. Der Bericht bietet strukturierte Perspektiven auf geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika.
Arrows Theorem
Kenneth Arrow
Kenneth Arrows Unmöglichkeitstheorem zeigt, dass kollektive Entscheidungen durch demokratische Verfahren nur dann zuverlässig sind, wenn sich die Beteiligten nicht austauschen. Sobald Kommunikation stattfindet, sinkt die Qualität der Entscheidungen. Das Theorem wird als Erklärung für Social-Media-Krisen herangezogen, da intensive Kommunikation ohne Filterung zu schlechteren kollektiven Urteilen führt. Arrows Forschung illustriert damit eine grundlegende Spannung zwischen Partizipation und Qualität in modernen Öffentlichkeiten.
Artificial General Intelligence
Ein Nature-Paper diskutiert, ob KI-Systeme bereits zu allgemeiner künstlicher Intelligenz (AGI) fähig sind. Es liefert wissenschaftliche Evidenz dafür, dass moderne Sprachmodelle über grundlegende Merkmale echter Intelligenz verfügen und nicht nur spezialisierte Aufgaben erfüllen, sondern adaptive Problemlösungen zeigen können.
Attribution of the 2003 European heatwave
Myles Allen
Bahnbrechendes Paper von Myles Allen und Kollegen, das 2004 erstmals eine Methode zur Attributionsanalyse praktisch anwendete. Die Forscher untersuchten die europäische Hitzewelle von 2003 und konnten wissenschaftlich nachweisen, inwieweit der Klimawandel für dieses Extremwetterereignis verantwortlich war. Diese erste erfolgreiche Anwendung der Attributionsmethodik legte den Grundstein für ein neues Forschungsgebiet der Klimaforschung.
Attributionsstudie zu Buschbränden in Australien 2019/2020
Friederike Otto / World Weather Attribution
Attributionsstudie von Friederike Otto zur Rolle des Klimawandels bei den australischen Buschbränden 2019/2020. Die Forschung quantifiziert, dass der Klimawandel diese Brände um mindestens 30 Prozent wahrscheinlicher machte. Die Studie wurde von Bushfire Survivors vor Gericht gegen die australische Umweltbehörde EPA als Beweismittel eingereicht und demonstriert die wachsende Bedeutung von Attributionsforschung in Klimaklageverfahren.
Attributionsstudie zu Regenfällen in Libyen 2023
Friederike Otto / World Weather Attribution
Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Klimawandel und den extremen Regenfällen in Libyen 2023. Trotz erheblicher Unsicherheiten in den Klimamodellen entschied sich das Team um Friederike Otto, ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Dies verdeutlicht, wie moderne Attributionswissenschaft auch unter Unsicherheit zu wissenschaftlich fundierten Aussagen über extreme Wetterereignisse kommt.
Attributionsstudie zu Überschwemmungen in Nigeria 2022
Friederike Otto / World Weather Attribution
Attributionsstudie der World Weather Attribution zur Rolle des Klimawandels bei den Überschwemmungen in Nigeria 2022. Die Forschung zeigt, dass der Klimawandel dieses Niederschlagsereignis 80-mal wahrscheinlicher machte – eine außergewöhnlich hohe Verstärkung, die möglicherweise mit einer Verschiebung des tropischen Regengürtels zusammenhängt und damit klimatische Extremereignisse in Westafrika neu bewertet.
Attributionsstudie zum Hochwasser im Ahrtal 2021
Friederike Otto / World Weather Attribution / Deutscher Wetterdienst
Wissenschaftliche Attributionsstudie zum verheerenden Hochwasser im Ahrtal 2021, durchgeführt von Friederike Otto und der World Weather Attribution in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst. Die Studie quantifiziert, wie stark der Klimawandel das Ereignis beeinflusst hat – mit einer Spanne von 1,5- bis 9-fach erhöhter Wahrscheinlichkeit, je nach verwendetem Klimamodell. Neben dem Klimawandel identifizierten die Forschenden die Flächenversiegelung als weiteren entscheidenden Faktor für die Katastrophe.
Attributionsstudie zur Hitzewelle in Südeuropa Juli 2023
Friederike Otto / World Weather Attribution
Attributionsstudie der World Weather Attribution zur extremen Hitzewelle in Südeuropa im Juli 2023. Die Forschung vergleicht die reale Welt mit Klimasimulationen ohne menschlichen Einfluss und zeigt, dass solch intensive Hitzewellen unter natürlichen Bedingungen quasi nicht vorkommen. Die Studie veranschaulicht die Methodik der modernen Klimaattributionsforschung und belegt die direkte Verbindung zwischen Klimawandel und extremen Wetterereignissen.
Attributionsstudie zur russischen Hitzewelle 2010
Friederike Otto
Die Attributionsstudie von Friederike Otto zur russischen Hitzewelle von 2010 ist ein Meilenstein der Klimaforschung. Mit ihrer 2012 veröffentlichten Untersuchung legte Otto den Grundstein für schnelle, wissenschaftliche Analysen von Extremwetterereignissen und ihre Verbindung zum Klimawandel. Das Paper führte direkt zur Gründung der World Weather Attribution Initiative, die bis heute Klimafolgen unmittelbar nach Katastrophen erforscht.
Aus Fehlern lernen
Horan Knaub
Analyse-Kommission unter Leitung des ehemaligen Spiegel-Journalisten Horan Knaub, die den gescheiterten Bundestagswahlkampf 2017 schonungslos aufarbeitete. Die Studie identifizierte Fehler und Schwachstellen und diente SPD-Generalsekretär Klingbeil danach als strategische Checkliste für den erfolgreichen Wahlkampf 2021. Ein Beispiel für systematisches Lernen aus Wahlniederlagen und strategische Neuausrichtung.
Bilder aus Amerika – Eine zeitungswissenschaftliche Studie über die USA-Berichterstattung im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF)
Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Wissenschaftliche Studie über die Berichterstattung der USA im bundesdeutschen Fernsehen während der Reagan-Ära. Die Dissertation analysiert zentrale ZDF-Formate wie Heute und Auslandsjournal und untersucht die Kluft zwischen textlicher und bildlicher Darstellung (Textbildschere) in der Auslandsberichterstattung. Ein wichtiger Beitrag zur Mediengeschichte und Journalismusforschung der 1980er Jahre.
Brigitte-Frauenstudie
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Jutta Allmendinger untersucht in dieser Studie, wie junge Frauen heute leben möchten und welche Chancen und Hürden sie erleben. Die Arbeit basiert auf qualitativen Interviews und bietet tiefe Einblicke in weibliche Lebenentwürfe jenseits von Klischees. Als eine der ersten großen empirischen Forschungen zu Frauenbiografien in Deutschland ist sie unverzichtbar für das Verständnis weiblicher Lebenswirklichkeit.
Brigitte-Studie (Frauenbilder und Männerbilder)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Die Brigitte-Studie von 2006 untersucht, wie Männer und Frauen das jeweils andere Geschlecht nach Attraktivität bewerten. Mit Hilfe eines Kartenspiels befragten Allmendinger und Lebert systematisch sowohl Frauen als auch Männer, um Unterschiede in der Wahrnehmung aufzuzeigen. Die Vergleichbarkeit der Geschlechtergruppen war dabei zentral, um valide Aussagen über geschlechtsspezifische Schönheitsideale treffen zu können.
Brigitte-Studie (Replikation)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Jutta Allmendinger und Andreas Lebert replizieren die Brigitte-Studie von 2006 zur Partnerwahl. Die Wiederholung zeigt einen signifikanten Wandel: Etwa ein Drittel der Männer berücksichtigt inzwischen neben dem Aussehen auch die Erwerbstätigkeit einer Partnerin. Allmendinger führt diesen Verhaltensänderung teilweise auf Reformen im Unterhaltsrecht zurück und dokumentiert damit gesellschaftliche Wertverschiebungen bei der Partnerwahl.
COSMO-Studie
Cornelia Betsch
Die COSMO-Studie des Erfurter Instituts unter Leitung von Cornelia Betsch ist eine umfangreiche Langzeituntersuchung zum Verhalten und den Einstellungen der Bevölkerung während der COVID-19-Pandemie. Die Studie belegt, dass über alle Phasen der Pandemie hinweg eine klare Mehrheit der deutschen Bevölkerung solidarisch handelte und blieb. Sie liefert wichtige empirische Daten für das Verständnis des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Krisensituationen.
Celebrity carbon emissions study
Stefan Gößling
Ökologe Stefan Gößling dokumentierte 2017 anhand von Social-Media-Posts die Flugreisen von Prominenten und deren CO2-Emissionen. Die Studie zeigt erhebliche Unterschiede bei den Flugstunden – Bill Gates, Paris Hilton und Jennifer Lopez führen die Liste der intensivsten Vielflieger an. Die Forschung verdeutlicht die klimaschädlichen Auswirkungen eines Lebensstils im Überfluss.
Changing Models of Party Organization and Party Democracy: The Emergence of the Cartel Party
Richard Katz / Peter Mair
Das Buch präsentiert die einflussreiche politikwissenschaftliche These zur Umwandlung von Volksparteien in Kartellparteien. Katz und Mair argumentieren, dass traditionelle Massenparteien zunehmend durch professionalisierte Kartellparteien ersetzt werden, die sich stärker an Staatsfunktionen orientieren als an Wählerbeteiligung. Diese These ist für die deutsche Parteienlandschaft relevant, da sie erklärt, warum große Parteien wie CDU und SPD ihre Charakterisierung als Volksparteien möglicherweise überdenken müssen.
Cochrane-Metaanalyse zu Vitamin D und Sterblichkeit
Cochrane-Metaanalyse, die 56 klinische Studien zur Vitamin-D-Supplementierung systematisch ausgewertet hat. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die tägliche Einnahme von etwa 1000 internationalen Einheiten Vitamin D das Sterblichkeitsrisiko um rund 10 Prozent senken kann. Die Studie ist relevant, weil sie von einer der strengsten wissenschaftlichen Bewertungsinstitutionen stammt und damit evidenzbasierte Nahrungsergänzungsempfehlungen belegt.
Die Akte Rosenburg
Manfred Görtemaker, Christoph Safferling
Die Rosenburg-Studie untersucht die personelle und inhaltliche Kontinuität zwischen dem Reichsjustizministerium und dem Bundesjustizministerium nach 1949. Das Buch dokumentiert, wie NS-belastete Juristen in der Nachkriegsjustiz tätig waren und Gesetze zur Straflosstellung von NS-Beihilfetätern mitgestalteten. Es zeigt ein dunkles Kapitel der westdeutschen Rechtsprechungsgeschichte auf.
Die Kunst des Überlebens oder das Überleben der Kunst
Jutta Allmendinger
Jutta Allmendingers Orchesterstudie untersucht vergleichend die Strukturen und Managementmethoden von Orchestern in den USA, Großbritannien und Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Harvard-Sozialpsychologen Richard Hackman analysiert sie, wie Orchester als Organisationen funktionieren und unter welchen Bedingungen künstlerische Exzellenz entsteht. Die Studie bietet wichtige Erkenntnisse für das Management von künstlerischen Institutionen.
Die geforderte Mitte
Friedrich-Ebert-Stiftung
Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung analysiert die gesellschaftliche Mitte Deutschlands und deren Anfälligkeit für Radikalisierung. Sie dokumentiert eine zunehmende Ermüdung und Frustration in der Bevölkerung, die zu einer Verschiebung politischer Einstellungen führt. Die Studie ist relevant, da sie aufzeigt, wie Ermüdung und Desillusionierung dazu führen können, dass traditionell moderate Bevölkerungsschichten sich extremeren Positionen zuwenden.
Dissertation über Sparverhalten und ökonomische Theorie
Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknechts Dissertation untersucht mathematische Modelle des Sparverhaltens und erklärt, warum sehr arme Menschen deutlich weniger sparen als die ökonomische Standardtheorie vorhersagt. Die Arbeit verbindet tiefe mathematische Analyse mit wirtschaftlicher Theorie und bietet neue Einblicke in die ökonomischen Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Besonders bemerkenswert ist die ungewöhnlich akademische Rigorosität dieser wissenschaftlichen Arbeit.
Dissertation über die Vorgeschichte von Rosa Parks
Die Analyse korrigiert das vereinfachte Bild von Rosa Parks als spontan handelnde Einzelperson. Basierend auf einer US-amerikanischen Dissertation wird gezeigt, dass Parks eine politische Vorgeschichte als Rechercheurin für Bürgerrechtsgruppen hatte, wo sie Fälle von sexualisierter Gewalt gegen schwarze Frauen dokumentierte. Sie wurde bewusst als Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung ausgewählt, nicht zufällig zur Ikone.
Dissertation über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen
Jutta Allmendinger
Allmendinger untersucht in ihrer Dissertation die deutsche Zertifikationsgläubigkeit – die Überbetonung formaler Abschlüsse im deutschen Arbeitsmarkt. Besonders relevant ist der persönliche Bezug: Ironischerweise kehrt sie nach ihrer Harvard-Promotion genau deswegen nach Deutschland zurück, weil ihr die Habilitation fehlt – das sehr deutsche Zertifikat, das sie für eine akademische Karriere dort braucht. Sie demonstriert damit exemplarisch, wie abhängig beruflicher Aufstieg in Deutschland von spezifischen institutionellen Abschlüssen ist.
Dänische Studie zu Schädelfrakturen bei Pferden
Eine dänische Studie befasst sich mit den gesundheitlichen Folgen von Gebisseinsatz beim Reiten und kommt zu dem Ergebnis, dass 89 Prozent aller damit gerittenen Pferde undiagnostizierte Schädelfrakturen entwickeln – unabhängig von Sportart oder Leistungsniveau. Die Forschung wird in der Debatte um artgerechtes Reiten und sanftere Reitweisen angeführt. Die Studie ist relevant, weil sie wissenschaftliche Argumente für die kritische Überprüfung traditioneller Reitpraktiken liefert, obwohl eine vollständige Verifizierung noch ausstehen kann.
EU-Vergleich zu Rentenunterschieden zwischen Männern und Frauen
Jutta Allmendinger
Die Studie vergleicht den Gender Pension Gap (Rentenlücke zwischen Männern und Frauen) in der EU und zeigt, dass Deutschland besonders hohe Unterschiede aufweist. Die Analyse beleuchtet strukturelle Ursachen wie die Gewichtung von Kindererziehungszeiten, unzureichende Anrechnung von Ausbildungszeiten und die Architektur des deutschen Rentensystems. Die Erkenntnisse verdeutlichen systemische Benachteiligungen von Frauen bei der Altersversorgung.
Einkommens- und Glücksstudie
Wissenschaftliche Studie zum Zusammenhang zwischen Einkommen und persönlichem Wohlbefinden. Die Forschung zeigt, dass das Glück bis zu einem Jahreseinkommen von etwa 60.000 bis 70.000 US-Dollar deutlich ansteigt, danach jedoch stagniert – zusätzliches Einkommen führt nicht zu proportional mehr Zufriedenheit, sondern kann neue Sorgen mit sich bringen. Die Studie ist relevant für die Debatte, wie viel Geld tatsächlich notwendig ist, um ein erfülltes Leben zu führen, und hinterfragt damit das verbreitete Axiom, dass mehr Verdienst automatisch mehr Lebensqualität bedeutet.
Entdecker und Verteidiger (Münster-Studie)
Die Münster-Studie teilt Menschen in zwei psychologische Grundtypen ein: Entdecker und Verteidiger. Sie erklärt, warum verschiedene Gesellschaftsgruppen Wandel und Freiheit unterschiedlich wahrnehmen und bewerten. Während Entdecker Veränderungen suchen, fürchten Verteidiger den Wandel — eine Erkenntnis, die gesellschaftliche Spaltungen auf unterschiedliche psychologische Grundprägungen zurückführt.
Europaweite Studie zum Vogelrückgang
Eine europaweite Studie dokumentiert den dramatischen Rückgang der Vogelpopulationen in Europa: Seit 1980 ist die Zahl der Vögel um etwa ein Viertel gesunken. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind intensive Landwirtschaft, Pestizideinsatz und Klimawandel. Die Forschung zeigt damit ein besorgniserregendes Bild der ökologischen Folgen moderner Agrarwirtschaft und unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf zum Schutz der Biodiversität.
Europaweite Studie zum Vogelrückgang durch Klimawandel und Pestizide
Die Studie dokumentiert einen dramatischen Rückgang der europäischen Vogelpopulationen seit 1980 um etwa ein Viertel. Sie belegt Klimawandel und Pestizide als Hauptfaktoren für diesen Bestandsverlust. Der Rückgang ist bei einzelnen Arten wie der Feldlerche noch deutlicher und beträgt bis zu 60 Prozent. Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit von Klimaschutz und Artenschutzmaßnahmen.
Extraneous factors in judicial decisions
Shai Danziger, Jonathan Levav, Liora Avnaim-Pesso
Die Studie des Forschers Shai Danziger zeigt anhand von israelischen Bewährungsverfahren, wie externe Faktoren wie Hunger die Entscheidungen von Richtern beeinflussen. Richter fällen kurz vor Pausen strenger Urteile als danach. Dies belegt, dass Justiz, obwohl sie objektiv sein soll, von subjektiven menschlichen Faktoren geprägt bleibt.
Familienbericht der Bundesregierung
Der aktuelle Familienbericht der Bundesregierung untersucht die sogenannte Care Gap – den Unterschied zwischen Männern und Frauen bei unbezahlter Sorgearbeit wie Kinderbetreuung und Haushalt. In Deutschland liegt dieser Unterschied bei über 50 Prozent, während skandinavische Länder eine deutlich ausgeglichenere Verteilung aufweisen. Der Bericht dokumentiert strukturelle Ungleichgewichte in der Geschlechtergerechtigkeit und dient als empirische Grundlage für den Vergleich sozialpolitischer Modelle.
GPT-3
OpenAI
GPT-3 ist ein Sprachmodell von OpenAI mit 170 Milliarden Parametern, das auf hunderten Millionen Texten trainiert wurde. Das Modell kann mit wenigen Beispielen lernen und neue Aufgaben lösen, was die Leistungsfähigkeit moderner Language Models in der Sprachverarbeitung demonstriert. GPT-3 zeigt, wie weit die KI-Entwicklung in Few-Shot-Learning vorangeschritten ist.
Gegengutachten zum Registermodernisierungsgesetz
Das Gegengutachten der Laumann Stiftung zum Registermodernisierungsgesetz skizziert ein dezentrales Modell zur Zusammenführung von Behördendaten statt einer zentralen Registernummer. Dies würde Datenschutzrisiken reduzieren. Der Vorschlag konnte sich jedoch politisch nicht durchsetzen.
Global Trends Report
Florence Gaub
Florence Gaub analysiert in ihrem EU-Trendreport sieben Megatrends der Weltpolitik: Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Chinas geopolitischer Aufstieg. Die Studie zeigt rückblickend, welche Themen 2018 noch als Zukunftstrends galten und heute offensichtliche Realität sind. Gaubs Analyse bietet historische Perspektive auf aktuelle globale Herausforderungen und geopolitische Verschiebungen, die die EU prägen.
Global Warming's Six Americas (The Six Americas)
Anthony Leiserowitz
Die Studie „The Six Americas" von Anthony Leiserowitz untersucht, wie die amerikanische Bevölkerung zum Klimawandel eingestellt ist. Sie identifiziert sechs verschiedene Gruppen – von totalen Klimawandel-Leugnern bis zu den Alarmierten – und zeigt die Vielfalt der Wahrnehmungen und Sorgen. Die Forschung ist zentral für Klimakommunikation, da sie offenbart, wie man die erreichbaren Gruppen in der Mitte des Spektrums mit gezielten Botschaften ansprechen kann.
Grant Study
Die Harvard Grant Study ist eine bahnbrechende 80-jährige Langzeitstudie, die einen Harvard-Jahrgang mit prominenten Absolventen wie Präsident John F. Kennedy verfolgte. Durch medizinische und psychologische Untersuchungen identifizierte sie Faktoren, die zu einem glücklichen und erfüllten Leben beitragen. Die Studie gilt als Grundlage für wichtige Erkenntnisse über Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit.
Grant-Studie (Harvard Study of Adult Development)
Harvard University
Die Grant-Studie ist eine weltweit einzigartige Langzeitstudie der Harvard University, die seit mehr als 80 Jahren untersucht, welche Faktoren zu einem gesunden und glücklichen Leben führen. Die Studie verfolgt mehrere Kohorten über Jahrzehnte hinweg, um empirische Erkenntnisse über Lebenszufriedenheit, Gesundheit und Wohlbefinden zu gewinnen. Sie liefert wissenschaftliche Grundlagen für zentrale Lebensfragen: Was macht uns wirklich glücklich und wie leben wir sinnvoll?
Human Security Now
Kofi Annan / Commission on Human Security
Das Werk stellt Kofi Annans Konzept der menschlichen Sicherheit vor, das als UN-Generalsekretär entwickelt wurde. Im Gegensatz zur traditionellen militärischen Sicherheit definiert es Sicherheit als Freiheit von Angst (politische und zivile Rechte) sowie Freiheit von Bedarf (soziale, wirtschaftliche und ökologische Rechte). Das Konzept bietet einen ganzheitlichen Rahmen für Sicherheit, der über Militärstärke hinausgeht und individuelle Lebensbedingungen in den Mittelpunkt stellt.