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Artikel über die Latte-Macchiato-und-Hafermilch-Gesellschaft
Hilmar Klute
Hilmar Klute analysiert die deutsche Mittelschicht, die jahrzehntelang vom Wohlstand der Globalisierung profitiert hat – symbolisiert durch Konsumgewohnheiten wie Hafermilch-Latte. Mit dem Rückzug der Globalisierung droht genau dieser Wohlstand zu erodieren. Die wohlstandsverwöhnte urbane Mittelschicht trifft es besonders hart, weil sie am stärksten von günstigen Importen und globalen Lieferketten abhängt. Der Begriff dient als kulturelle Kurzformel für eine Gesellschaft, die erst jetzt begreift, was auf dem Spiel steht.
Artikel über die Lindner-Rente
Christian Lindner (FDP), damaliger Bundesfinanzminister, propagierte eine Reform der privaten Altersvorsorge, die in Anlehnung an die ungeliebte Riester-Rente als 'Lindner-Rente' bezeichnet wurde. Das Kernkonzept sah eine staatlich geförderte, kapitalmarktbasierte Altersvorsorge ('Aktienrente') vor. Kritiker warnten, dass ein erneut nach einem Politiker benanntes Produkt dasselbe Imageproblem wie die Riester-Rente bekommen könnte. Die Debatte zeigt das grundsätzliche Dilemma: Deutschland braucht mehr private Altersvorsorge, scheitert aber immer wieder an schlecht designten oder unpopulären Produkten.
Artikel über die Lüge als Diskursstrategie
Marc Schieritz · 2025
Marc Schieritz analysiert in der ZEIT, wie die bewusste politische Lüge – insbesondere im amerikanischen Rechtspopulismus – zur kalkulierten Kommunikationsstrategie geworden ist. Nicht Überzeugung, sondern Verwirrung und Demoralisierung des politischen Gegners sind das Ziel. Der Artikel beschreibt diesen Mechanismus als zentralen Faktor im Niedergang der demokratischen Debattenkultur in den USA. Schieritz stellt die Frage, ob Deutschland gegen diese Entwicklung immun ist oder ob ähnliche Muster auch hierzulande Einzug halten.
Artikel über die Mumie von Ramses II.
Der Artikel beschreibt die Mumie von Ramses II., die im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt wird. Er schildert detailliert das Aussehen der Mumie: den halb geöffneten Mund mit Zahnstümpfen, den braunen Schädel mit rot gefärbtem Haar sowie den ausgestopften Bauch. Außerdem werden die Einbalsamierungsmethoden der altägyptischen Priester erklärt, die den Leichnam ausnehmen und mit Füllmaterial versehen haben, um die Körperform zu erhalten. Der Artikel ist relevant als historisches Dokument über altägyptische Mumifizierungspraktiken am Beispiel eines der bekanntesten Pharaonen.
Artikel über die Ontologie der Feiertage
In Deutschland wird kontrovers debattiert, ob religiöse Feiertage wie der Pfingstmontag abgeschafft werden sollten. Wirtschaftsvertreter wie Claudia Sturm, Firmenchefin und Vizepräsidentin des Verbandes der Familienunternehmer, argumentieren, dass weniger Feiertage Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern würden, da andere europäische Länder mit weniger Ruhetagen arbeiten. Arbeitnehmer und Sozialexperten hingegen warnen vor höheren psychischen Belastungen und sehen in gemeinsamen Feiertagen einen wichtigen Zusammenhaltsfaktor der Gesellschaft. Die Spannung der Debatte zeigt sich darin, dass Kirchenmitgliedschaften sinken, während fast alle von christlich geprägten Feiertagen profitieren.
Artikel über die Ontologie der Feiertage (Halloween)
Harrison Fluss analysiert Tim Burtons Animationsfilm „The Nightmare Before Christmas" als Allegorie des kapitalistischen Systems. Jack Skellington agiert als visionärer CEO von Halloweentown, dessen perfekt funktionierend verwaltete Ordnung jedoch seelisch ausgelaugt ist. Die Entdeckung von Christmastown – einer Gegenwelt voller echter Magie und Wärme unter Santas fürsorglicher Obhut – fasziniert Jack, der versucht, das Geheimnis dieser Welt durch wissenschaftliche Analyse zu enträtseln. Der Artikel zeigt, dass instrumentelle Vernunft das emotionale und spirituelle Wesen von Weihnachten nicht erfassen kann, was Burtons grundsätzliche Kritik am rein rationalen, seelenlos gewordenen Kapitalismus widerspiegelt.
Artikel über die Pharmaindustrie in Amerika
Anne Kunze
Anne Kunze untersucht in dem Stück, wie US-Pharmaunternehmen – allen voran Purdue Pharma mit OxyContin – gezielt Verschreibungspraktiken beeinflussten und so eine Opioidkrise auslösten, die Millionen Amerikaner in die Abhängigkeit trieb. Der Artikel beleuchtet die strukturellen und wirtschaftlichen Mechanismen hinter dem Opioidskandal und zeigt, wie einkommensschwache und marginalisierte Bevölkerungsgruppen, darunter Schwarze Amerikaner, besonders stark betroffen waren. Im Podcast-Kontext dient der Artikel als Hintergrund für George Floyds Oxycontin-Abhängigkeit infolge chronischer Rückenschmerzen.
Artikel über die Reichsbürger-Razzia und Medienberichterstattung
Stefan Niggemeier
Stefan Niggemeier analysiert die Medienberichterstattung über die Reichsbürger-Razzia kritisch und fragt, wie Journalisten so schnell und ausführlich berichten konnten – es stellt sich die Frage nach möglichen Absprachen mit Behörden. Der Medienjournalist warnt davor, dass Journalisten nicht zur PR-Abteilung der Ermittler werden dürfen und Distanz bewahren müssen. Seine Analyse zeigt, dass Reichsbürger in Medienberichten oft verharmlost werden, obwohl sie tatsächlich gut organisiert, wohlhabend und in institutionellen Strukturen verankert sind – eine erhebliche Unterschätzung ihrer tatsächlichen Gefährlichkeit.
Artikel über die Rückkehr des Schlankheitsideals
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert die Heuchelei der Modeindustrie beim Thema Körperbild: Body Positivity war nie mehr als ein Trend, der zurückgefahren wird, sobald er kommerziell unattraktiv wird. Am Beispiel der Kardashians zeigt sie, wie schnell das Ideal des kurvenreichen Körpers wieder dem klassischen Schlankheitsideal weicht – und wie die Industrie dabei so tut, als wäre das eine organische Entwicklung. Der Text rechnet mit der Scheinheiligkeit ab, die Diversität feiert, solange sie sich verkauft.
Artikel über die Rückkehr von Körpertrends in der Mode
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert in diesem Artikel die Heuchelei der Modeindustrie im Umgang mit Körperidealen. Sie argumentiert, dass bestimmte Körpertrends – wie kurvige Figuren – nie wirklich aus der Mode verschwunden seien, sondern die Branche sie nur dann öffentlich feiert, wenn sie von prominenten Vorbildern wie den Kardashians getragen werden. Sobald diese den Trend nicht mehr verkörpern, kehrt die Mode stillschweigend zu anderen Idealen zurück. Passmann entlarvt dieses Muster als verlogen und zeigt, wie die Modewelt gesellschaftliche Körperdiskurse instrumentalisiert, statt echte Vielfalt zu vertreten.
Artikel über die Schlange in der Medizingeschichte
Der Artikel untersucht die kulturhistorischen Ursprünge des Schlangensymbols in der Medizin. Margret Madejsky zeigt, wie die ägyptische Kobra-Verehrung, mesopotamische Schlangenstäbe und die biblische Episode der ehernen Schlange das medizinische Symbolwerk prägten. Die Arbeit verbindet mythologische und heilkundliche Perspektiven auf ein zentrales medizinisches Motiv.
Artikel über die Schleuserfamilie Saab
Simon Langemann / ZEIT Wirtschaftsredaktion
Simon Langemann recherchierte für die ZEIT Wirtschaftsredaktion über die Familie Saab, die als international operierende Schleuser-Organisation Teil eines milliardenschweren Geschäfts mit illegaler Migration ist. Die Familie agiert skrupellos über Ländergrenzen hinweg und zeigt keinerlei Mitleid oder moralische Grenzen, solange der Profit stimmt. Der Artikel beleuchtet die Strukturen und das Ausmaß dieses kriminellen Netzwerks.
Artikel über die Schule in Berlin
Für Olga Grjasnowas Kinder mag es zu spät sein, aber künftige Generationen im deutschsprachigen Raum verdienen ein besseres Schulsystem, findet sie
Artikel über die Ursprünge der Bauernproteste in Italien
Virginia Kirst
Nicht nur in Deutschland protestieren die Landwirte. In Spanien gibt es ebenso Demonstrationen wie in Italien und Polen – auch wegen billiger Importe aus der Ukraine.
Artikel über die Vereinnahmung von 'Freiheit'
Marius Müller-Westernhagen sah sich mit der Situation konfrontiert, dass sein bekanntester Song 'Freiheit' von der Querdenker-Bewegung bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen instrumentalisiert wurde. Die Süddeutsche Zeitung griff das Thema in einem langen Artikel auf und beleuchtete, wie Protestbewegungen populäre Lieder für ihre Zwecke vereinnahmen. Der öffentliche Druck auf Westernhagen, sich klar zu positionieren, wuchs dadurch erheblich – auch die FAZ forderte eine Stellungnahme. Der Fall steht exemplarisch für die Frage, wie Künstler mit der unerwünschten Nutzung ihrer Werke durch politische Bewegungen umgehen.
Artikel über Drogenkonsum auf der Fusion
Thilo Mischke
Drogen, Musik, entrückte Menschen: Unser Kolumnist war auf der Fusion, dem Oktoberfest und einem Rechtsrock-Festival. Und nur auf einem Fest glücklich.
Artikel über Drohnenlieferdienste in China
Erfahren Sie, wie China Drohnen verwendet, um Waren zu liefern, die Logistik zu verbessern und den Versandprozess zu beschleunigen. Erkunden Sie, wie Drohnen den Versandmarkt verändern und welche Technologien und Innovationen es China ermöglichen, auf diesem Gebiet führend zu sein.
Artikel über Dubai in der Süddeutschen Zeitung
Ijoma Mangold
Ijoma Mangold besuchte Dubai und verfasste 2007 einen Artikel für die Süddeutsche Zeitung, in dem er seine starken Eindrücke von der Stadt schilderte. Der Artikel löste Kritik aus, vermutlich weil Mangold trotz der bekannten Schattenseiten Dubais – Menschenrechtslage, Arbeitsbedingungen für Migranten, artifizielle Stadtentwicklung – eine gewisse Faszination oder sogar Bewunderung für das Emirat zum Ausdruck brachte. Mangold thematisierte wohl den Widerspruch zwischen westlicher Kritik an Dubai und dem tatsächlichen Erleben der Stadt.
Artikel über ein Gefängnis in Texas
Larry Wright
Larry Wright, langjähriger New-Yorker-Autor und Texaner, untersucht in diesem 25.000 Wörter langen Reportage-Stück das Leben hinter den Gittern eines texanischen Gefängnisses. Wright ist bekannt für seine tiefgründigen Langformen über seinen Heimatstaat Texas ('God Save Texas'). Das Stück erschien in der Jubiläumsausgabe des New Yorker und wurde von Chefredakteur David Remnick als herausragend bezeichnet. Es dürfte Fragen zu Haftbedingungen, Justiz und dem texanischen Strafvollzugssystem aufwerfen.
Artikel über eine Gymnasiastin aus Konstanz, die zum IS nach Syrien ging
Annabel Wahba
Eine 16-jährige Gymnasiastin aus Konstanz schloss sich dem Islamischen Staat an und reiste nach Syrien. Autorin Annabel Wahba recherchierte den Fall und sprach u.a. mit dem Schulleiter, der rückblickend Warnsignale wie das Tragen eines Gesichtsschleiers beschrieb. Der Artikel beleuchtet, wie Radikalisierungsprozesse im schulischen Umfeld unbemerkt bleiben können. Er dient im Podcast-Kontext als Vergleichsfall zur Radikalisierungsgeschichte von Ayhan Sürücü.
Artikel über eine Instagrammerin mit gekauften Likes
Ein T-Online-Artikel analysierte das Like-Muster einer Instagrammerin und wies nach, dass sie Bots bzw. gekaufte Likes einsetzte. Verdächtig waren unnatürliche Schwankungen in der Like-Verteilung über die Zeit, die auf automatisierte Interaktionen hindeuten. Solche Enthüllungen sind relevant für die Debatte um Authentizität und Glaubwürdigkeit in sozialen Medien sowie um den Markt für gefälschte Reichweite.
Artikel über einen Besuch in Auschwitz
Emilia Smechowski
Emilia Smechowski beschreibt einen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und beobachtet, wie Schulklassen durch das ehemalige Vernichtungslager ziehen – Cola trinkend, Kaugummis klebend, ohne erkennbare Betroffenheit. Der Text thematisiert den Widerspruch zwischen der historischen Schwere des Ortes und dem touristisch-gleichgültigen Verhalten mancher Besucher. Smechowski, die als polnisch-deutsche Journalistin einen persönlichen Bezug zu diesem Thema hat, stellt die Frage, was Erinnerungskultur an einem solchen Ort noch leisten kann. Der Artikel erschien im Zeitmagazin und wurde von Redakteurin Sabine Rückert als Beleg für Smechowskis außergewöhnliche journalistische Qualität hervorgehoben.
Artikel über einen jungen russischen Polizisten in Moskau
Michael Thumann
Ein junger Mann vom russischen Land bewirbt sich an der Moskauer Polizeischule und wird aufgenommen. Dort erlebt er, wie tief Korruption und Kriminalität in den Sicherheitsapparat eingebettet sind. Das System zieht ihn hinein, macht ihn selbst zum Teil des Verbrechens. Am Ende flieht er nach Georgien. Michael Thumann nutzt diese persönliche Geschichte, um zu zeigen, wie der russische Staat seine eigenen Bürger korrumpiert und wie schwer es ist, sich dem zu entziehen.
Artikel über einen US-Drohnen-Operator
Die Quelle für die Behauptung, in einer Simulation der US Air Force sei der Operator von einer KI für Punkte eliminiert worden, hat sich "falsch ausgedrückt".
Artikel über Elitenbeschimpfung
Jagoda Marinić
Jagoda Marinić plädiert dafür, Eliten konstruktiv und öffentlich zu kritisieren, anstatt dieses Feld den Rändern und Rechtspopulisten zu überlassen. Ihre zentrale These: Je deutlicher die gesellschaftlichen und politischen Führungsschichten legitim kritisiert werden, desto weniger Zulauf erhalten ultrapopulistische Bewegungen. Wer schweigt oder Kritik an der Elite meidet, überlässt das Narrativ den Extremen. Der Beitrag erschien im Stern und wurde in der Sendung Lanz & Precht als intellektuell stimulierender Impuls aufgegriffen.
Artikel über Eltern-Stress
Eltern in westlichen Ländern erleben einen dramatisch gestiegenen Stresslevel – messbar an einem Cortisol-Anstieg von bis zu 213 Prozent. Der Artikel untersucht gesellschaftliche und kulturelle Ursachen für dieses Phänomen, das besonders Deutschland und andere westliche Länder betrifft. Im Fokus stehen veränderte Erwartungen an Elternschaft, Perfektionsdruck und strukturelle Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme. Der Artikel diente als Grundlage für eine Podcast-Diskussion über modernen Erziehungsstress.
Artikel über Empathie und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom · 2025
Paul Bloom, Psychologieprofessor und Autor von 'Against Empathy', argumentiert in diesem New-Yorker-Artikel, dass Menschen systematisch unterschätzen, wie viel Empathie andere für sie empfinden. Diese kognitive Verzerrung führt dazu, dass wir uns sozial zurückziehen und weniger Verbindung suchen – was Einsamkeit verstärkt, obwohl die Bereitschaft zur Empathie bei anderen durchaus vorhanden wäre. Bloom verbindet aktuelle Forschungsbefunde aus der Sozialpsychologie mit der gesellschaftlichen Einsamkeitsepidemie und zeigt, dass das Problem weniger im Mangel an Empathie liegt als in unserer Unfähigkeit, sie bei anderen wahrzunehmen.
Artikel über Engel in der Süddeutschen Zeitung
Kratzer
Der Artikel von Paul Kratzer in der Süddeutschen Zeitung greift die mittelalterliche scholastische Frage auf, wie viele Engel auf dem Kopf einer Nadel Platz haben – eine Frage, die als Sinnbild für nutzlose theologische Spekulation gilt. Kratzer beleuchtet die Vorstellung, dass Engel als immaterielle Wesen unbegrenzt an einem Ort existieren könnten. Der Artikel dient als Einstieg in das weitreichende Thema der Engelslehre (Angelologie) und der gefallenen Engel bzw. des Teufels in der christlichen Tradition.
Artikel über Erbschaftssteuer und Omas Häuschen
Die verbreitete Erzählung, dass die Erbschaftssteuer vor allem Durchschnittsfamilien mit geerbten Eigenheimen trifft, stimmt laut diesem Spiegel-Stück nicht. Der Artikel dekonstruiert den politisch wirkmächtigen Mythos vom bedrohten 'Omas Häuschen' und zeigt, dass Eigenheime im deutschen Steuerrecht weitgehend geschützt sind. Kernthese: Die Empörung über die Erbschaftssteuer wird gezielt genutzt, um Steuervorteile für große Vermögen zu verteidigen, obwohl die tatsächliche Belastung kleiner Erbschaften minimal ist.
Artikel über Falschbeschuldigungen in den USA
In den USA sind laut einer Statistik 59 Prozent aller Fehlurteile auf Falschbeschuldigungen zurückzuführen. Das zeigt, wie fehleranfällig das amerikanische Strafjustizsystem ist und dass Justizirrtümer kein Einzelfall sind. Falsche Zeugenaussagen und bewusste oder unbewusste Anschuldigungen Unschuldiger gelten als eine der häufigsten Ursachen für die Verurteilung Unschuldiger. Der Artikel beleuchtet die systemischen Schwächen der Strafjustiz und die verheerenden Folgen für die Betroffenen.
Artikel über FDP-Strategiepapier
Robert Pausch
Die FDP hatte den Bruch der Ampelkoalition offenbar strategisch vorgeplant. Ein internes Strategiepapier belegt, dass die Partei den Ausstieg aus der Regierung nicht spontan vollzog, sondern ihn systematisch vorbereitete. Robert Pausch rekonstruiert in der ZEIT, wie die FDP den Koalitionsbruch als kalkulierten Schritt inszenierte. Der Artikel enthüllt, dass der öffentlich dargestellte Konflikt um den Haushalt als Auslöser diente, der eigentliche Entschluss aber bereits früher gefallen war.
Artikel über FFP2-Masken-Standards
Früh in der Corona-Pandemie 2020 erschien in der Druckausgabe der ZEIT ein Artikel, der erstmals verständlich die verschiedenen Masken-Standards erklärte: FFP2, FFP3 und einfache OP-Masken unterscheiden sich erheblich in ihrer Filterwirkung und ihrem Schutz vor Aerosolen. Der Artikel verdeutlichte, welche Maske wirklich vor einer Infektion schützt – und welche nur andere schützt. Er löste bei Jochen Wegner und vermutlich vielen Lesern eine sofortige Reaktion aus: FFP2-Masken bei Amazon zu bestellen, bevor sie ausverkauft waren.
Artikel über Fischbrötchen-Streit
Die Bild-Zeitung berichtete über eine angebliche Rivalität zwischen Starkoch Tim Raue und der legendären Sylter Fischbrötchen-Institution Gosch. Anlass war ein chinesisches Dampfbrötchen mit Kabeljau, das Raue als Hommage an Jürgen Gosch in seinem Sylter Restaurant auf die Karte setzte. BILD konstruierte daraus einen Konflikt zwischen den beiden Gastronomen. Tatsächlich war die Geschichte erfunden – Raue und Gosch verstehen sich nach eigener Aussage bestens.
Artikel über Frauen ohne Kinderwunsch im Zeitmagazin
Frauen, die keine Kinder wollen, sind single, egoistisch und noch nicht reif? Absolut falsch. Studien widerlegen all diese Mythen: Es sind glückliche, erfüllte Frauen.
Artikel über Geld und Glück (DIW-Studie)
Marcel Fratscher
Marcel Fratscher, Ökonom und DIW-Präsident, bespricht eine neuere Studie, die die weit verbreitete These widerlegt, dass Geld ab etwa 60.000–75.000 Euro jährlich nicht mehr zum Glück beitrage. Die Studie zeigt, dass höheres Einkommen auch darüber hinaus mit steigendem Wohlbefinden korreliert. Fratscher ordnet die Ergebnisse volkswirtschaftlich ein und diskutiert, was das für Umverteilung und Sozialpolitik bedeutet. Der Artikel ist relevant, weil er eine populäre psychologische Faustregel – bekannt aus Kahneman/Deaton – mit aktuelleren Daten herausfordert.
Artikel über Gerhard Schröders Brioni-Anzüge
Der Artikel betrachtet die politische Karriere von Gerhard Schröder im Kontext des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Schröder arbeitete sich vom unteren Ende der Gesellschaft nach oben und führte Deutschland sieben Jahre lang als Kanzler, geprägt durch seinen Reformwillen und sein bewusstes Image als eleganter Politiker (Brioni-Anzüge, Cohiba-Zigarren). Der Beitrag behandelt auch einen medialen Skandal: Die Zeitschrift Gala fotografierte Schröder in seinen teuren Anzügen, publizierte die Fotos aber mit den Preisen in den Bildunterschriften – ohne ihn vorher zu informieren. Dies beschädigte sein politisches Ansehen erheblich. Christoph Amend nimmt den Altkanzler in dieser Episode in Schutz, da die Preisangaben ohne sein Wissen hinzugefügt wurden. Der Artikel zeigt, wie mediale Darstellung und bewusste Selbstinszenierung Schröders Kanzlerschaft prägt und welche Parallelen zu späteren Kandidaten bestehen.
Artikel über Gier
Richard David Precht
Richard David Precht schrieb einen philosophischen Essay über Gier für das ZEIT Magazin, möglicherweise im Kontext eines Kalender-Projekts des Magazins. Der Text behandelt die systemische Funktion von Gier – also warum Gier nicht nur ein individuelles Laster ist, sondern eine strukturelle Rolle im Wirtschaftssystem spielt. Precht konnte sich in einem Gespräch mit Markus Lanz nicht mehr erinnern, ob der Text ursprünglich als Magazin-Artikel oder als Beitrag für ein Kalender-Projekt entstand. Der Essay dürfte im Umfeld der Finanzkrise entstanden sein, als die gesellschaftliche Debatte über Gier als Systemtreiber besonders intensiv war.
Artikel über GIZ-Gehälter im Ausland
Ehemalige Mitarbeitende der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) berichten, warum sie trotz gut bezahlter Stellen im Ausland freiwillig gekündigt haben. Sie empfanden ihre hohen Expatgehälter als moralisch nicht vertretbar angesichts der Arbeitsbedingungen und Löhne vor Ort. Der Artikel beleuchtet das strukturelle Spannungsverhältnis zwischen westlichen Entwicklungshelfer-Gehältern und lokalen Realitäten. Die GIZ ist eine der größten deutschen Organisationen für internationale Zusammenarbeit und wird überwiegend aus Bundesmitteln finanziert.
Artikel über Goliaths Hypophysen-Dysfunktion
Der israelische Neurologe Wladimir Berginer analysierte die biblische Figur Goliath aus medizinischer Sicht und diagnostizierte eine Hypophysen-Dysfunktion (Akromegalie). Ein Hypophysentumor erklärt sowohl Goliaths außergewöhnliche Körpergröße als auch seine eingeschränkte Sehfähigkeit, da solche Tumoren auf das Chiasma opticum drücken und Gesichtsfeldausfälle verursachen. Das würde erklären, warum Goliath Davids heranfliegende Steinschleuder nicht ausweichen konnte. Der ZEIT-Artikel reflektiert kritisch, dass die Biomedizin auch vor heiligen Texten nicht Halt macht und biblische Figuren pathologisiert.
Artikel über Grundschule Gräfenauschule in Ludwigshafen
Die Nachricht machte 2023 bundesweit Schlagzeilen: An der Gräfenauschule in Ludwigshafen mussten rund 35 Kinder die erste Klasse wiederholen. Was ist aus diesen Kindern geworden?
Artikel über grünen Stahl im Ruhrgebiet
Die Süddeutsche Zeitung bestätigt die von Friedrich Merz früh geäußerte Skepsis gegenüber der Machbarkeit von grünem Stahl im Ruhrgebiet. Was lange als politisch unkorrekte Aussage galt und einen Shitstorm auslöste, wird nun auch von einem eher kritischen Medium gegenüber Merz als zutreffend eingestuft. Der Artikel beleuchtet die energiepolitischen und wirtschaftlichen Hürden, die eine grüne Stahlproduktion im Ruhrgebiet unter realistischen Bedingungen kaum umsetzbar machen. Er steht im Kontext der breiteren Debatte um die Energiewende, Industriepolitik und die Zukunft des deutschen Stahlstandorts.
Artikel über Günther Langer in der Siegener Zeitung
Zwei nigerianische Männer, die als Bundesfreiwilligendienstler (Bufdis) tätig waren, wenden sich nach der Kündigung ihrer Verträge durch Günther Langer an Polizei und die Siegener Zeitung. Der Lokalartikel konfrontiert Langer mit den Vorwürfen; er verweist auf seinen Anwalt. Der Artikel wird zum auslösenden Medienereignis: Eine Woche nach Erscheinen nimmt sich Langer das Leben. Der Fall wirft Fragen über den Umgang mit ausländischen Bundesfreiwilligen und mögliche Diskriminierung auf.
Artikel über Hamas-Videos
Israelische Behörden zeigen Journalisten Videoaufnahmen vom Hamas-Anschlag vom Oktober 2023, um die Öffentlichkeit mit den Tatsachen zu konfrontieren. Ein Journalist schildert in diesem Artikel, was in den von den Terroristen selbst aufgezeichneten GoPro-Videos zu sehen ist, und beschreibt die dokumentierte Brutalität der Attacke. Der Beitrag wirft die Frage auf, warum Regierungen solche extremen Inhalte medialer Öffentlichkeit zugänglich machen und wo die ethischen Grenzen der Berichterstattung liegen. Im Kern geht es um die Spannung zwischen dem Recht der Öffentlichkeit auf vollständige Information und der Verantwortung von Medien, nicht sensationalistisch zu werden oder Zuschauer unnötig zu traumatisieren. Der Artikel untersucht, wie Journalisten mit unzensiertem Material von extremer Gewalt umgehen sollten und welche Konsequenzen die Verbreitung solcher Inhalte hat.
Artikel über Hans Litten
Marion Gräfin Dönhoff
Nach dem Zweiten Weltkrieg kritisierte die ZEIT vehement die alliierten Kriegsverbrecherprozesse. Auch Marion Gräfin Dönhoff plädierte für die Entlastung der Angeklagten.
Artikel über Havanna-Syndrom im New Yorker
Unexplained brain injuries afflicted dozens of American diplomats and spies. What happened?
Artikel über Herrn Z. im British Medical Journal
Ein Artikel im British Medical Journal aus dem Jahr 2010 dokumentiert den Fall eines Klinikarzezes in England, der als 'Herr Z.' bezeichnet wird und unter seinem vollen Namen in der Publikation erscheint. Der Arzt verschrieb rund 50 Patienten falsche Medikamente in medizinisch unsinnigen Dosierungen und schadete diesen Patienten dadurch erheblich. Der Bericht gilt als wissenschaftlich anerkannte Dokumentation eines schwerwiegenden Falles von ärztlichem Fehlverhalten. Journalist Andreas Sentker zitiert den Artikel als Beleg für die Vorgeschichte von Herrn Z. und dessen Verhalten gegenüber Patienten.
Artikel über Holocaust-Leugnerin-Prozess
Im Jahr 2024 wurde eine 95-jährige Holocaust-Leugnerin – mutmaßlich Ursula Haverbeck – erneut vor Gericht gestellt. Während der Verhandlung erhielt sie von Zuschauern im Gerichtssaal Applaus, was bundesweit für Entsetzen sorgte. Der Spiegel berichtete über den Vorfall und die gesellschaftliche Debatte, die dadurch ausgelöst wurde. Der Fall verdeutlicht, dass Holocaustleugnung und rechtsextreme Sympathien in Deutschland auch 2024 noch öffentlich gezeigt werden. Für viele war der Beifall ein alarmierendes Zeichen für den Zustand der deutschen Erinnerungskultur.
Artikel über Hot Rodent Men
David Hugendick
Ihre Gesichter sind kantig, die Ohren stehen ab, die Anmutung wirkt putzig und ungewaschen. Sind die Nager-Männer nun heiß – oder sind Mensch-Tier-Vergleiche naiv?
Artikel über Identität
Lebert
Benjamin Lebert schreibt in der ZEIT über deutsche Identität aus persönlicher Perspektive. Er beschreibt, wie er selbst nie eine bewusste nationale oder kulturelle Identität hatte – und wie ihm diese nun von außen aufgezwungen wird. Der Text wird im Podcast als Beispiel dafür zitiert, dass Deutsche ihre eigene Identität oft nicht aktiv wahrnehmen, bis sie mit ihr konfrontiert werden. Lebert beleuchtet damit ein kollektives Phänomen: die unbewusste Selbstverständlichkeit des Deutschseins, die erst durch Fremdwahrnehmung sichtbar wird.
Artikel über Identitätspolitik
Lars Weisbrod
Sprache wird maßlos überschätzt, meint unser Autor. Er erklärt, warum man nicht mehr "Identitätspolitik" sagen und auch sonst öfter mal den Mund halten sollte.