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Artikel über das Reichstag-Projekt (Zeit Magazin 1976)
Petra Kiphoff
Petra Kiphoff schrieb 1976 für das Zeit Magazin einen Artikel über Christos Projekt, den Berliner Reichstag in Stoff zu verhüllen – ein Vorhaben, das damals noch weit von der Realisierung entfernt war. Der Artikel erschien auf dem Cover des Zeit Magazins und trug dazu bei, das Projekt in der deutschen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Verleger Gerd Bucerius, selbst Mitgründer der ZEIT, unterstützte das Projekt aktiv und setzte sich persönlich für die behördliche Genehmigung ein. Die Verhüllung wurde schließlich erst 1995 realisiert – nach jahrzehntelangem Kampf um die Erlaubnis.
Artikel über das Risiko eines Trump-Crashs
Henrik Müller
Der neue Präsident und seine Leute können derzeit vor Kraft kaum laufen. Dabei steht die US-Wirtschaft auf wackligen Beinen.
Artikel über das Schaffermahl
Der Spiegel
Es ist das Gegenteil von Karneval: Männer im Frack, Regeln von 1545 – das war jahrhundertelang üblich bei dieser »Bruderschaft« und ihrem »Schaffermahl«. Alles gestrig? Nein, eine Frau redet Tacheles.
Artikel über das Schulsystem als Segregationsmaschine
Arno Frank
Arno Frank argumentiert im Spiegel, dass das deutsche Schulsystem bewusst als Instrument sozialer Segregation konstruiert wurde. Alles unterhalb von Gymnasium und Abitur gilt gesellschaftlich als Scheitern – Haupt- und Realschulabschlüsse werden systematisch abgewertet. Die frühe Selektion von Kindern im Alter von zehn Jahren zementiert soziale Ungleichheit, anstatt Chancen zu öffnen. Der Text liefert eine pointierte Kritik an einem Bildungssystem, das Aufstieg verspricht, aber soziale Herkunft reproduziert.
Artikel über das Weltall / Kosmologie
Stefan Schmidt
Stefan Schmidt beschreibt in diesem ZEIT-Artikel die schwindelerregende Dimension des Universums — von unserer Milchstraße über benachbarte Galaxien bis hin zu gigantischen Superclustern. Er erläutert, wie dunkle Materie und dunkle Energie das Universum durchdringen und seine Struktur prägen. Der Text vermittelt das Staunen über kosmische Größenordnungen, die menschliches Vorstellungsvermögen übersteigen.
Artikel über David Fischer in der Jüdischen Allgemeinen
Lia Reiss und David Fischer betreiben ein Herrenkleidungsgeschäft. Der Artikel der Jüdischen Allgemeinen porträtiert nicht nur das Geschäft, sondern auch Fischers Privatleben und seine Rolle in der jüdischen Gemeinde Berlins – etwa wie er seine Frau kennengelernt hat und dass das Paar die Synagoge in der Riekelstraße besucht. Damit wird jüdisches Leben und Unternehmertum in Berlin authentisch dargestellt.
Artikel über David Fischers jüdisches Leben
Porträt des Privatlebens von David Fischer mit Fokus auf seine jüdische Identität und religiöse Praxis. Der Artikel beleuchtet, wie Fischer seinen Glauben lebt, Synagogen besucht und jüdische Traditionen in seinen Alltag integriert. Als Recherchequelle in einem Podcast erwähnt, liefert er persönliche Einblicke in das jüdische Leben einer öffentlichen Persönlichkeit in Deutschland.
Artikel über den Anfang des Privatfernsehens
Mit der Zulassung privater Anbieter begann 1984 der Aufstieg des Privatfernsehens. Mehrere Rundfunkurteile kamen zu dem Schluss, dass privater Rundfunk nur existieren dürfe, wenn die Grundversorgung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk garantiert würde. Am 3. April 1987 wurde dies in einem Rundfunkstaatsvertrag beschlossen.
Artikel über den Angriff auf Rafah
Bei einem israelischen Angriff auf die Großstadt in Südgaza wurde ein Zeltlager für Geflüchtete getroffen. Mindestens 45 Menschen starben. Was bisher bekannt ist.
Artikel über den Applaus von der falschen Seite
Anna Schneider
Anna Schneider argumentiert in ihrem WELT-Meinungsartikel, dass bei der Bewertung von Argumenten allein deren Inhalt zählt, nicht die politische Position der Unterstützer. Sie reagiert auf die Sorge eines Freundes, dass ihre Texte auch von Personen des rechten Spektrums begrüßt werden könnten und lehnt damit die Idee der Kontaktschuld ab. Schneider betont Pluralismus und zivilisierten Streit als Grundlagen der liberalen Demokratie, beklagt aber, dass liberale Minderheiten in Österreich und Deutschland es schwer haben, ihre Positionen durchzusetzen.
Artikel über den Aufschwung der Linken
Nach dem Austritt von Sahra Wagenknecht aus der Linkspartei erlebt die Partei wider Erwarten einen Aufschwung. Viele Mitglieder und Funktionäre empfinden Wagenknechts Abgang als Befreiung und sehen die Partei gestärkt. Die ZEIT dokumentiert Stimmen aus der Linken, die den Verlust der prominenten Politikerin als Chance für einen Neuanfang werten. Der Artikel beleuchtet, wie die Partei nach dem Abspaltungsschock zur Ruhe gekommen ist und wieder an Profil gewinnt.
Artikel über den Briefband von Beauvoir und Sartre
Alice Schwarzer
Alice Schwarzer und Sylvie Le Bon de Beauvoir, die Adoptivtochter und Herausgeberin von Simone de Beauvoirs autobiografischen Schriften, würdigen anlässlich von Beauvoirs 111. Geburtstag deren Vermächtnis. Beauvoir verkörperte eine seltene Einheit von Denken und Handeln: Sie war extrem offen, neugierig und risikobereit und lebte konsequent nach ihren philosophischen Überzeugungen. Ihre autobiografischen Texte sind der Schlüssel zu ihrem Werk, in dem sich bis heute Millionen Frauen weltweit wiedererkennen. Der Artikel zeigt, dass Beauvoir nicht nur intellektuell radikal dachte, sondern diese Radikalität auch in ihrer praktischen Lebensweise verkörperte und damit zeitlos vorbildlich bleibt.
Artikel über den Fall Burda
Sabine Rückert (ZEIT) berichtete als eine der wenigen Journalistinnen über den sogenannten Fall Burda – einen Skandal rund um die einflussreiche Verlegerfamilie Burda. Die Bild-Zeitung veröffentlichte als einziges anderes Medium einen Artikel dazu, der jedoch nachträglich um die Hälfte gekürzt wurde und heute nur noch in verstümmelter Form online auffindbar ist. Rückert vermutet, dass die weitreichenden Medienkontakte der Familie Burda die auffällig geringe Presseberichterstattung erklären könnten. Der Fall illustriert, wie Machtstrukturen innerhalb der deutschen Medienlandschaft kritische Berichterstattung unterdrücken können.
Artikel über den Fall der Demenzpatientin und Walter Jens
Martina Keller
Martina Keller verbindet in ihrem ZEIT-Artikel einen aufsehenerregenden niederländischen Sterbehilfe-Fall – bei dem eine Demenzpatientin auf Basis einer früheren Patientenverfügung getötet wurde – mit der Geschichte des deutschen Rhetorik-Professors und Schriftstellers Walter Jens, der jahrelang an schwerer Demenz litt. Inge Jens, seine Frau, hat das gemeinsame Leben mit dem Erkrankten öffentlich beschrieben, darunter bewegende Szenen des Verlusts von Sprache und Persönlichkeit. Der Artikel stellt die ethische Frage, wie verbindlich Vorausverfügungen bei Demenz sein können, wenn der Betroffene nicht mehr zustimmungsfähig ist. Er ist relevant im Kontext der deutschen Debatten um aktive Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende.
Artikel über den Fall Frau Ader/Frau Ziller
Thomas Melzer
Ein Kriminalfall, in dem zwei Frauen namens Ader und Ziller eine zentrale Rolle spielen, vermutlich als Angeklagte oder Zeuginnen in einem Mordprozess. Autor Thomas Melzer schildert die Stimmung im Gerichtssaal, die bei Erscheinen einer der Frauen schlagartig eisig wird – ein Zeichen tiefer persönlicher Feindschaft oder Verstrickung. Der Artikel erschien sowohl in der gedruckten ZEIT als auch online (Zeit Online), wobei die Leserresonanz auf beide Versionen unterschiedlich ausfiel. Der Fall scheint in Deutschland großes öffentliches Interesse geweckt zu haben.
Artikel über den Fall Frederik Rust
Andreas Sentker
Deutsche Hirnforscher suchen den Geist – in einem Manifest
Artikel über den Fall Ida Derniko
Daniel Müller
Ein Gerichtsreportage-Text aus der ZEIT über den Prozess gegen Ida Derniko, verfasst von Thomas Melzer (im Podcast-Kontext als Autor genannt, obwohl die Metadaten Daniel Müller angeben). Der Prozess dauerte vier Tage und fand vor einem vollen Gerichtssaal statt. Auffällig: Sowohl Zuschauer als auch Prozessbeteiligte entwickelten offenbar eine emotionale Verbindung zur Angeklagten Ida Derniko. Der Text ist eine persönliche Reportage im Stil des Gerichtsjournalismus, in der der Autor seine eigene Haltung zur Angeklagten offenbart.
Artikel über den Fall Maria und Bernhard H.
Miguel Helm
Maria wurde von Bernhard H. entführt und entwickelte während der Gefangenschaft eine emotionale Bindung zu ihrem Entführer – ein Fall, der an das Stockholm-Syndrom erinnert. Journalist Miguel Helm führte rund 20 Gespräche mit Maria und rekonstruiert den Fall aus ihrer Perspektive. Der Artikel dokumentiert auch einen Abschiedsbrief, den Maria ihrem Entführer hinterließ. Sabine Rückert von ZEIT Verbrechen bezieht sich auf diesen Langzeit-Recherche-Artikel als Grundlage der Podcast-Episode.
Artikel über den Fall Maria und Wim
Anne Kunze
Im neuen Livetalk haben Sabine Rückert und Anne Kunze Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Das zugeschaltete Publikum konnte Fragen stellen. Sehen Sie hier die Aufzeichnung.
Artikel über den Fall Monika Weimar
Sabine Rückert, Kuno Kruse, Uta König
Artikel der ZEIT-Redakteurin Sabine Rückert vom Dezember 1995 über den Fall Monika Weimar, verfasst zusammen mit Kuno Kruse und Uta König. Rückert reflektiert später selbstkritisch, dass sie als noch unerfahrene Gerichtsreporterin den Artikel heute anders verfassen würde.
Artikel über den Fall Montgazon und die Berliner Spiritus-Fehlgutachten
Uta Eisenhardt
Uta Eisenhardt dokumentiert in diesem Recherche-Text den Fall Montgazon sowie weitere Fälle, in denen das LKA Berlin fehlerhafte Gutachten zu Spiritus-Vergiftungen erstellt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu systematischen Fehleinschätzungen bei forensischen Gutachten kommen konnte und welche Konsequenzen diese für die betroffenen Personen hatten. Der Text ist die journalistische Grundlage einer Podcast-Folge, in der Andreas Sentker (ZEIT) mit Eisenhardt über die recherchierten Fälle spricht.
Artikel über den Fall Oliver H. und Suizidassistenz
Martina Keller
Zwei Ärzte haben psychisch kranken Menschen beim Suizid assistiert. Durften sie das?
Artikel über den Fall Pascal und Heiko Maas
Daniel Müller
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und zwei ihrer Minister müssen sich vor einem Untersuchungsausschuss für ihre Afghanistan-Politik verantworten, nachdem die Taliban 2021 Kabul eroberten. Sie waren politisch verantwortlich für die deutsche Außenpolitik während dieses Zeitraums und müssen nun ihre Entscheidungen und Handlungen vor dem Gremium rechtfertigen. Der Fall wirft auch Fragen zur politischen Glaubwürdigkeit auf: Der damalige Justizminister Heiko Maas kritisierte Justizentscheidungen öffentlich, dementierte dies später aber über eine Sprecherin. Die Aussagen dieser Politiker gelten als zentral für die Aufarbeitung der deutschen Verantwortung beim Scheitern der Afghanistan-Mission und bei den Folgen des Talibanaufstiegs.
Artikel über den Fall Susanne Schmidt
Sabine Rückert
Vier Folgen von Sabine Rückerts True-Crime-Podcast "Zeit Verbrechen" wurden verfilmt. Für die Journalistin ist ein Film besonders berührend.
Artikel über den Fall Y am Amtsgericht Bernau
Thomas Melzer
Thomas Melzer dokumentiert in diesem ZEIT-Artikel einen Polizeieinsatz in einem Regionalexpress bei Bernau, der durch die militärische Aufmachung eines Fahrgasts ausgelöst wurde. Der Bericht löste rege Leserreaktionen aus, viele Kommentatoren berichteten von ihren eigenen Erlebnissen im betroffenen Zug.
Artikel über den Familienstreit bei Ernsting's Family und Ludwig Gies
Reportage aus dem Spiegel über einen Familienstreit bei Ernsting's Family, ausgelöst durch ein Nazi-Kunstwerk des Bildhauers Ludwig Gies in der Firmenzentrale. Die Familie spaltet sich in die Frage, ob die Skulptur entfernt oder im historischen Kontext bewahrt werden soll – ein Konflikt zwischen Verantwortung und Geschichtsverständnis.
Artikel über den globalen Süden
Alan Posener
Posener hinterfragt in seinem Artikel die Erzählung vom „globalen Süden" als gedankliche Konstruktion. Er argumentiert, dass die Länder des Südens – von Australien bis zu den Tigerstaaten – zu unterschiedlich sind, um unter einem Sammelbegriff zusammengefasst zu werden. Damit widerspricht er Thesen vom Bedeutungsverlust des Westens.
Artikel über den Golden State Killer und DNA-Ahnenforschung
Max Rauner
DNA-Ahnenforschung wird als neue kriminaltechnische Methode genutzt, um Mörder Jahrzehnte nach ihren Taten zu überführen – wie beim Fall Golden State Killer oder dem Doppelmord von Linköping. Die Technik basiert auf der Erkenntnis, dass fast jeder Mensch mit Verbrechern verwandt ist und diese Verbindungen über genealogische Datenbanken nachverfolgbar sind. Deutschland ist als Forschungsstandort stark benachteiligt, da alte Kirchenbücher nicht digitalisiert sind und Genealogen mühsam von Standesamt zu Standesamt recherchieren müssen, während andere Länder über vollständig digitalisierte Archive verfügen.
Artikel über den Hafermilchmann
Nina Pauer
Nina Pauer beschreibt in diesem Artikel einen neuen Männertypus, den sie 'Hafermilchmann' nennt: ein moderner Mann, der pflanzliche Ernährung (Hafermilch statt Kuhmilch), Meditation, Achtsamkeit und Körperoptimierung miteinander verbindet. Der Begriff steht für eine Generation von Männern, die sich um Gesundheit, Selbstoptimierung und einen bewussteren Lebensstil bemühen. Pauer analysiert diesen Typus mit einer Mischung aus Beobachtung und Ironie als kulturelles Phänomen der 2010er/2020er Jahre.
Artikel über den Herrnhuter Stern
Der Herrnhuter Stern ist ein traditioneller Adventsstern, der seit dem 19. Jahrhundert von der Herrnhuter Brüdergemeine in der Oberlausitz hergestellt wird. Was als schlichtes Bastelprojekt in Internatsschulen begann, ist heute ein begehrtes Kulturobjekt mit langer Geschichte und wachsendem Hype: Auf Plattformen wie eBay werden für originalgetreue Exemplare teils hohe Summen geboten. Der ZEIT-Artikel im Ressort 'Entdecken' beleuchtet die religiösen Wurzeln, die handwerkliche Tradition und die erstaunliche Popularität des 26-zackigen Sterns als Symbol der Adventszeit.
Artikel über den Isenheimer Altar und Schmerzgesellschaft
Jörg Scheller
Jörg Schellers Feuilleton-Text behandelt den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald als künstlerische Auseinandersetzung mit dem Leiden am Kreuz. Der Text interpretiert diese klassische christliche Ikonografie als Gegenpol zur modernen gesellschaftlichen Tendenz der totalen Schmerzvermeidung und stellt die künstlerische Darstellung von Leid als kulturelle und philosophische Notwendigkeit dar. Der Isenheimer Altar, eines der bedeutendsten Werke der deutschen Kunstgeschichte, dient Scheller als Reflexionspunkt für die Frage, wie eine Gesellschaft mit Leiden und Schmerz umgeht und welche Bedeutung deren künstlerische Darstellung hat. Das Werk wird damit nicht nur kunsthistorisch betrachtet, sondern als zeitlose Mahnung gegen eine Kultur der Schmerzverleugnung verstanden.
Artikel über den Mittleren Osten und westliche Interventionen
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich argumentiert in seinem ZEIT-Artikel, dass die USA im Mittleren Osten Kriege nach einem wiederkehrenden Muster führen: Trump bombt und prahlt von neuen Siegen, ignoriert aber die historische Vorgeschichte und bisherigen Fehlschläge. Der zentrale Gedanke besagt, dass Militärinterventionen die USA selbst zum strategischen Spielball regionaler Mächte machen statt ihnen Kontrolle zu sichern. Ulrich formuliert fünf zentrale Lektionen aus Iran, Irak und Afghanistan und fordert eine Neubewertung westlicher Außenpolitik.
Artikel über den Mordfall Marwa El-Sherbini
Sabine Rückert
Am 1. Juli 2009 wurde die ägyptische Apothekerin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht von Axel W. mit 18 Messerstichen getötet – während sie als Zeugin aussagte, weil er sie zuvor als Terroristin beschimpft hatte. Sabine Rückert analysiert, wie das deutsche Rechtssystem in diesem Fall strukturell versagte: Richter, Justizbeamte und Staatsanwälte handelten jeweils nach Vorschrift, und trotzdem wurde eine Frau im Schutzraum eines Gerichtssaals ermordet. Der Fall gilt als erstes rassistisch motiviertes Attentat auf eine Muslimin in Deutschland und löste international, besonders in der arabischen Welt, Entsetzen aus. Die zentrale These des Textes: Nicht böser Wille, sondern das Zusammenspiel von Gleichgültigkeit, Bürokratie und fehlender Sensibilität ermöglichte die Tat.
Artikel über den Mut der iranischen Frauen
Sabine Rückert
Sabine Rückert analysiert in diesem ZEIT-Stück die iranischen Frauenproteste der Bewegung 'Frau, Leben, Freiheit', die nach dem Tod von Mahsa Amini im September 2022 ausbrachen. Im Mittelpunkt steht die Frage, woher iranische Frauen die Kraft und den Mut nehmen, trotz brutaler Repression auf die Straße zu gehen und ihr Leben zu riskieren. Rückert beleuchtet die psychologischen, historischen und gesellschaftlichen Wurzeln dieses Widerstands gegen das Regime.
Artikel über den Neid
Rolf Dobelli
Rolf Dobelli bezeichnet Neid als die idiotischste aller Emotionen, da sie keinen Nutzen bringe und nur destruktiv wirke. Evolutionaer half Neid zwar beim Ueberleben, doch in der modernen Welt fuehrt staendiges Vergleichen mit aehnlichen Personen (Alter, Beruf, Lebensstil) nur zu Unzufriedenheit. Dobelli empfiehlt zwei Strategien: Erstens, Vergleiche konsequent zu meiden, und zweitens, den eigenen Circle of Competence zu finden und darin fuehrend zu werden — egal wie klein dieser Bereich ist. Zudem raet er zu bescheidenem Lebensstil, da sichtbarer Reichtum Neid provoziert.
Artikel über den Pixar-Film WALL-E
Wolfgang M. Schmidt
Wolfgang M. Schmidt analysiert in der ZEIT den Pixar-Film WALL-E (2008) als politisches Gleichnis. Im Film sind die Menschen der Zukunft durch Passivität und technologischen Komfort entmündigt: dick, bewegungsunfähig, in schwebenden Sesseln, das Essen direkt in den Mund gereicht. Lars Weisbrod zitiert den Artikel im Kontext von Carl Schmitts Staatsphilosophie – WALL-E illustriert Schmitts Albtraum einer vollständig neutralisierten, entpolitisierten Gesellschaft, in der Menschen nur noch verwaltet statt regiert werden. Der Film wird damit zur dystopischen Warnung vor einer Welt ohne politischen Willen und Selbstbestimmung.
Artikel über den Romance-Scamming-Fall
Andreas Sentker
Romance Scamming bezeichnet Betrug über gefälschte romantische Online-Beziehungen, meist um Geld zu ergaunern. In diesem Fall ist die moralische Bewertung komplex: Die vermeintlichen Täter agieren in strukturierten kriminellen Netzwerken und sind oft selbst Opfer von Menschenhandel oder Zwang. Andreas Sentker beleuchtet diesen Fall aus einer journalistisch zurückhaltenden Perspektive und räumt im Nachhinein ein, dass er manche Gewichtungen – insbesondere bei der Täter-Opfer-Frage – heute anders setzen würde. Der Artikel ist relevant, weil er die gesellschaftliche und ethische Dimension von Romance Scamming jenseits einfacher Schuldzuweisungen auslotet.
Artikel über den Rotlicht-Kiez-Prozess in der Zeit
Ursula März
Ursula März berichtet 2016 als Gerichtsbeobachterin vom Prozess am Berliner Landgericht gegen Zuhälter und Menschenhändler aus dem Rotlicht-Milieu rund um die Potsdamer Straße. Die Potsdamer Straße gilt als eines der letzten verbliebenen Straßenstrich-Gebiete im Berliner Westen. Der Prozess beleuchtet die Strukturen organisierter Kriminalität im Sexgewerbe, die Lebensverhältnisse der betroffenen Frauen und die juristische Aufarbeitung vor Gericht. März, bekannt als Literaturkritikerin der ZEIT, schreibt hier als Reporterin über ein urbanes Milieu, das selten so nah beleuchtet wird.
Artikel über den Rückschaufehler in der Pandemie
Jakob Simmank / Johannes Schneider
Der Artikel von Jakob Simmank und Johannes Schneider behandelt den kognitiven Rückschaufehler (Hindsight Bias) bei der nachträglichen Bewertung von Pandemie-Entscheidungen. Menschen neigen dazu, im Rückblick zu glauben, sie hätten den Ausgang von Ereignissen vorhersehen können – was zu ungerechtfertigter Kritik an damaligen Entscheidungsträgern führt. Die Autoren argumentieren, dass Maßnahmen wie Lockdowns oder Schulschließungen unter den damaligen Informationsbedingungen bewertet werden müssen, nicht mit dem Wissen von heute. Der Artikel ist relevant, weil er eine differenzierte Perspektive auf die gesellschaftliche Aufarbeitung der Pandemie bietet.
Artikel über den Unfall in Malchin
Andreas Sentker
Ein in der ZEIT erschienener Artikel von Andreas Sentker über einen konkreten Unfall in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern). Tim Geier verweist im Podcast auf diesen Artikel als eigene Veröffentlichung, was darauf hindeutet, dass er selbst in den geschilderten Fall involviert war oder als Experte zitiert wurde. Der Artikel dürfte einen realen Unfall aus medizinischer, juristischer oder gesellschaftlicher Perspektive beleuchten. Sentker ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT und behandelt häufig Fälle an der Schnittstelle von Medizin, Recht und Gesellschaft.
Artikel über den US-Industrieboom
Paul Krugman
Paul Krugman argumentiert, dass Bidens Industriepolitik einen Produktionsboom ausgeloest hat, den Trumps Zollpolitik und Steuersenkungen nie erreichten. Zwei Gesetze treiben den Boom: der Inflation Reduction Act (Subventionen fuer gruene Energie) und der CHIPS Act (heimische Halbleiterproduktion). Waehrend Trumps Steuerreform 2017 und Handelskrieg keinen sichtbaren Effekt auf die Produktion hatten, hat sich unter Biden die Bauinvestition in Fabriken innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Krugman raeumt ein, dass die USA eine Dienstleistungsgesellschaft bleiben und das Beschaeftigungsniveau der 1970er nicht zurueckkehrt, sieht den Boom aber als wirtschaftlich gerechtfertigt — er stuetzt strukturschwache Regionen, Arbeiter ohne Hochschulabschluss und den Klimaschutz.
Artikel über den Vibeshift-Blogbeitrag
Der Begriff 'Vibeshift' wurde vom Kulturkritiker Sean Monahan in seinem Substack-Newsletter '8Ball' geprägt und beschreibt einen spürbaren kollektiven Stimmungswandel in der westlichen Populärkultur. Monahan argumentierte, dass sich nach Jahren des Ironismus und der Nostalgie eine neue kulturelle Energie entfaltet, die authentische Emotionalität und Direktheit bevorzugt. Die Financial Times griff das Konzept auf, nachdem der Begriff durch eine Berichterstattung im New York Magazine einem breiteren Publikum bekannt wurde. Der Artikel beleuchtet, wie sich dieser Wandel in Mode, Musik und sozialen Medien manifestiert.
Artikel über den Wandel linksliberaler Überwachungskritik
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung analysierte, wie das linksliberale Milieu seine an Michel Foucault angelehnte Kritik an staatlichen Überwachungsinstrumenten während der Corona-Pandemie aufgegeben hat. Jahrelang dominierten foucaultsche Machtanalysen die linke Auseinandersetzung mit Überwachung, Biopolitik und staatlicher Kontrolle. In der Pandemie aber stimmten viele Vertreter dieses Milieus staatlichen Maßnahmen wie Kontaktnachverfolgung, Impfpflicht-Debatten und Bewegungseinschränkungen zu – trotz ihrer früheren Skepsis gegenüber genau solchen Instrumenten. Der Artikel fragt, ob dies ein prinzipieller Gesinnungswandel ist oder pragmatische Ausnahme.
Artikel über den Zustand der deutschen Wirtschaft
Roman Pletter
Roman Pletter ist stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der ZEIT in Hamburg. Er hat Volkswirtschafslehre studiert und die Kölner Journalistenschule
Artikel über deutsche Intellektuelle und Aktivismus
Der NZZ-Artikel analysiert einen Generationenwechsel unter deutschen Intellektuellen: Statt der alten 'weisen Männer' prägen nun jüngere Figuren wie Carolin Emcke, Jan Böhmermann und Sophie Passmann den öffentlichen Diskurs. Kritisiert wird, dass diese neue Generation kaum zwischen intellektuellem Denken und politischem Aktivismus trennt. Emcke und Böhmermann fehle Selbstironie und Leichtigkeit, während Passmann positiver bewertet wird. Der Artikel stellt die Frage, ob öffentliche Intellektuelle noch eigenständig denken oder primär moralisch mobilisieren.
Artikel über Deutschland-Diskurs in der Süddeutschen Zeitung
Peter Richter
Peter Richter beschreibt in diesem SZ-Stück, wie sich das internationale Ansehen Deutschlands gewandelt hat. Das Klischee deutscher Effizienz und Zuverlässigkeit steht zur Debatte, nachdem Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft in der Wahrnehmung des Auslands zunehmend als marode gelten. Richter illustriert diesen Imagewandel anhand einer konkreten Szene und fragt, was vom alten Deutschlandbild noch übrig ist.
Artikel über Diagnosewahn und Influencer
Der Artikel kritisiert den Trend, dass Influencerinnen und Influencer auf Social Media psychologische Diagnosen popularisieren und verbreiten, die oft wenig mit der klinischen Realität zu tun haben. Immer mehr Menschen diagnostizieren sich selbst oder andere öffentlich mit Störungen wie ADHS, Borderline oder Autismus, beeinflusst durch vereinfachte Darstellungen in sozialen Medien. Die Autorin Nina Pauer argumentiert, dass diese Popularisierung das Verständnis psychischer Erkrankungen verzerrt und die Grenze zwischen echter Diagnose und Selbststilisierung verwischt.
Artikel über die Auserwähltheit des Volkes Israel
Jonathan Rosenblum
Jonathan Rosenblum untersucht in seinem Text das jüdische Konzept der Auserwähltheit, das in der Tora verankert ist. Die historische Interpretation, dass die Juden von Gott als besonderes Volk ausgewählt wurden, führte über lange Zeit zu einer bewussten Abgrenzung von anderen Völkern. Der Artikel beleuchtet die Spannung zwischen diesem biblischen Verständnis und der modernen jüdischen Identität. Rosenblum hinterfragt, wie dieses klassische theologische Konzept im Kontext des zeitgenössischen Judentums neu verstanden und gelebt werden kann.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzung
Erika Fuchs hat Donald Duck und andere Disney-Figuren ab den 1950er Jahren ins Deutsche übersetzt und dabei eine legendäre, literarisch anspruchsvolle Sprache geprägt. Nun plant der Egmont-Verlag, diese klassischen Übersetzungen zu überarbeiten, um sie an heutige Sprachsensibilitäten anzupassen. Der Artikel beleuchtet die Debatte, ob und wie kulturelles Erbe verändert werden darf, und welche Verantwortung Verlage gegenüber dem Originalwerk und dem Publikum tragen. Kritiker sehen in der Überarbeitung einen Eingriff in ein kulturhistorisch bedeutsames Werk.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzungen von Donald Duck
Erika Fuchs übersetzte die Donald-Duck-Comics von 1951 bis 1988 ins Deutsche und prägte dabei eine eigene literarische Sprache mit Konjunktiven, Zitaten aus der Hochkultur und dem sogenannten 'Erikativ'. Nun sollen ihre Übersetzungen in Neuausgaben bearbeitet werden, um sie an heutige moralische und sprachliche Standards anzupassen. Der Artikel diskutiert, ob solche Eingriffe in historische Übersetzungsleistungen legitim sind oder kulturelles Erbe beschädigen. Er steht im Kontext einer breiteren Debatte um das Redigieren klassischer Texte – ähnlich wie bei Roald Dahl oder Karl May.