Theater aus Alles gesagt?
127 Theater aus 125 Episoden · Seite 2 von 3
Emilia Galotti
Gotthold Ephraim Lessing
Lessings Drama „Emilia Galotti" behandelt Fragen von Macht, Freiheit und den Grenzen der Vernunft. Precht bezieht sich auf den berühmten Satz Lessings im Kontext der modernen Aufmerksamkeitsökonomie und medialen Daueraufgeregtheit und ergänzt ihn um eine provokante Wendung: Wer über alles den Verstand verliert, hat auch keinen zu verlieren. Das klassische Drama bleibt damit aktuell für die Frage, wie rationaler Diskurs in aufgeheizten Zeiten möglich ist.
Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)
Tennessee Williams
Endstation Sehnsucht (im engl. Original A Streetcar Named Desire) ist ein Drama von Tennessee Williams. In diesem von den Lehren Sigmund Freuds beeinflussten Stück geht es um die vielschichtige Auseinandersetzung zwischen dem vulgären und gewaltbereiten Macho Stanley Kowalski mit polnischen Wurzeln und der anscheinend wohlerzogenen, sensibel und fragil wirkenden Selbst-Illusionistin und früheren Southern Belle Blanche DuBois.
Falstaff
William Shakespeare
Falstaff ist eine der faszinierendsten Figuren William Shakespeares, eine komplexe Mischung aus Witz, Feigheit und Menschlichkeit. Die Legende besagt, dass Shakespeare diese Figur speziell für einen bestimmten Schauspieler seiner Zeit geschrieben hat – ein Aspekt, der Ostermeiers Interesse am kreativen Zusammenspiel zwischen Dramatiker und Darsteller widerspiegelt. Das Werk wirft Fragen darüber auf, wie persönliche Beziehungen zwischen Autor und Performer die Kunstwerk prägen und inwieweit Rollen für konkrete Talente gestaltet werden.
Fassbinder-Stück (am Stuttgarter Theater)
Rainer Werner Fassbinder
Peymann inszenierte vermutlich ein Stück von Fassbinder am Stuttgarter Theater. Der Artikel ist nicht mehr erreichbar, aber der Podcast erwähnt, dass Hoss' Vater als Berater bei dieser Inszenierung tätig war. Dies belegt die Verbindung zwischen den genannten Personen in der Kulturszene jener Zeit.
Faust (Fragment)
Georg Heym
Georg Heyms Faust-Fragment von 1911 ist eine expressionistische Literaturvorlage, die Regisseur Thomas Ostermeyer für seine Diplom-Inszenierung an der Ernst-Busch-Schauspielschule adaptiert hat. Die Inszenierung verbindet das klassische Faust-Motiv mit expressionistischen Elementen und dokumentiert eine wichtige Regiearbeit im deutschen Theaterschaffen. Das Fragment zeigt Heyms Auseinandersetzung mit dem Faustmythos in einer modernen Interpretation.
Faust (Inszenierung Expo 2000)
Peter Stein
Peter Steins mehrstündige Inszenierung von Goethes Faust mit Bruno Ganz war ein Höhepunkt der Expo 2000 in Hannover. Diese legendäre Theateraufführung begeisterte das Publikum und inspirierte Moderator Ulrich Wickert so sehr, dass er am selben Abend Faust-Zitate in alle seine Tagesthemen-Moderationen einbaute.
Fette Männer im Rock
Nicky Silver
Englisches Theaterstück von Nicky Silver über eine dysfunktionale Familie. Das Werk gehört zu den zeitgenössischen angelsächsischen Dramen, die Dramaturg Michael Ebert für das Deutsche Theater zusammengetragen hat und die zum Grundstein von Regisseur Ostermeiers künstlerischer Karriere wurden.
Frühlings Erwachen
Bericht über Herbert Grönemeyers Theaterkarriere Ende der 1980er Jahre, als er zwischen Bochum und Hamburg pendelte und parallel in verschiedenen Produktionen arbeitete. Der Fokus liegt auf seiner Zeit als Schauspieler bei "Frühlings Erwachen" in Bochum und seinen gleichzeitigen Proben für "Wintermärchen" in Hamburg. Der Artikel dokumentiert eine prägende Phase seiner künstlerischen Laufbahn vor seinem internationalen Erfolg als Musiker.
Germania 3 – Gespenster am toten Mann
Heiner Müller
Heiner Müllers Drama "Germania 3 – Gespenster am toten Mann" wird anhand seines Schlusssatzes als Antwort auf die Zukunft des Theaters analysiert. Der Regisseur interpretiert die Dunkelheit und das Wort "Genossen" als Spannungsfeld zwischen Rest des utopischen Sozialismus und Abwesenheit von Heilsversprechen. Das Stück wird hier als zentrales Werk der deutschsprachigen Theatermoderne vorgestellt, das zeitgenössische Fragen nach Theater, Politik und Zukunft formuliert.
Gespenster
Henrik Ibsen
Ibsens Familientragödie entlarvt die Heuchelei bürgerlicher Konventionen: Zur Einweihung eines Kinderheims treffen sich Helene Alving mit ihrem Sohn Osvald, Pastor Manders und die Dienstmagd Regine im Haus am Fjord. Die Vergangenheit holt die Familie ein und zerstört ihre respektable Fassade. Helene muss eingestehen, dass sie jahrelang die Ausschweifungen ihres verstorbenen Mannes gedeckt hat und ihren Sohn nicht vor dessen Einfluss schützen konnte. Der Sohn leidet wie der Vater an Syphilis und verliebt sich in Regine, ohne zu wissen, dass sie seine uneheliche Halbschwester ist. Als auch das Kinderheim in Flammen aufgeht, wird das Scheitern aller Versuche, Lügen durch Anstand zu rechtfertigen, vollends offenbar.
Gott
Ferdinand von Schirach
Theaterstück von Ferdinand von Schirach über Sterbehilfe und ethische Fragen. Das Stück prägte die öffentliche Debatte vor dem Bundesverfassungsgerichtsurteil mit, indem es verschiedene Positionen und Meinungen zum Thema gegeneinander stellte und das Publikum zur intensiven Auseinandersetzung mit dieser kontroversen Frage bewegte.
Hair
Der Artikel behandelt die Karriere von Ross Anthony als Musicaldarsteller und dessen Auftritt im Musical Hair an der Bremer Bühne im Jahr 2001. Die Premiere des Stücks war von den Auswirkungen des 11. September betroffen und musste mehrfach verschoben werden. Das Stück illustriert die Verflechtung zwischen internationaler Musicalkultur und der deutschen Popkultur-Landschaft jener Zeit.
Hamlet (Sein oder Nichtsein)
William Shakespeare
Shakespeares Monolog "Sein oder nicht sein" aus Hamlet ist eine philosophische Meditation über das existenzielle Dilemma zwischen dem geduldigen Ertragen der Lebensleiden und dem Ausweg durch den Tod. Der um 1600 verfasste Text nutzt literarische Mittel wie Metaphern, Antithesen und rhetorische Fragen, um Hamlets innere Zerrissenheit zwischen Handeln und Untätigkeit zu verdeutlichen. Der Monolog reflektiert die Ungewissheit gegenüber dem Tod als möglicher Ausweg aus Qualen, was die existenzielle Angst der menschlichen Existenz universal darstellt. Damit wurde eine der einflussreichsten Aussagen der Literaturgeschichte geschaffen, die bis heute zu Nachdenken über Existenz und menschliche Entscheidungen einlädt.
Hamlet (Zadek-Inszenierung)
Peter Zadek / William Shakespeare
Das Berliner Theater RambaZamba mit behinderten Schauspielern präsentiert eine Rekonstruktion von Peter Zadeks legendärer Hamlet-Inszenierung unter dem Titel „Sein oder Nichtsein". Der verstorbene Regisseur Zadek, bekannt für seine provokative Theaterarbeit und seinen tyrannischen Führungsstil bei den Proben, gilt als einer der großen Erneuerer des Nachkriegstheaters. Ein emotionaler Höhepunkt der Aufführung ist die Tatsache, dass Nele Winkler die Hamlet-Rolle ihrer Mutter Angela verkörpert, die diesen Titel in Zadeks Originalproduktion spielte. Die Inszenierung präsentiert dabei auch die charakteristische laute und explosive Arbeitsweise des Regisseurs, der für seine Ausbrüche während der Proben gefürchtet war.
Hedda Gabler
Henrik Ibsen
Hedda Gabler von Henrik Ibsen wird in dieser Inszenierung als "trojanisches Pferd" eingesetzt: Das klassische Drama verbirgt darin eine scharfsinnige Kritik am modernen Kapitalismus und seinen Widersprüchen. Diese Inszenierungsstrategie ermöglicht es, sowohl Theaterprofis als auch ein breites Publikum zu erreichen und zeitgenössische Fragen durch die Linse eines Klassikers zu erforschen.
Heine-Programm (Elbphilharmonie / Berliner Ensemble)
Wolf Biermann
Wolf Biermann inszeniert in seinem Bühnenprogramm einen fiktiven Dialog mit dem Dichter Heinrich Heine. Das Stück wurde zunächst in der Elbphilharmonie Hamburg aufgeführt und später im Berliner Ensemble wiederholt. Biermann verhandelt darin seine Erfahrung des Ankommens im Westen nach seiner Ausbürgerung durch die DDR und reflektiert über sein Leben als Lyriker und Performer im freien Deutschland.
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort. Eine Weltgeschichte der Lüge
Roger Willemsen / Dieter Hildebrandt
Theaterprogram von Roger Willemsen und Dieter Hildebrandt über die Geschichte der Lüge von der Antike bis zur Gegenwart. Das Stück untersucht Lügen als kulturelles Phänomen und ihre Rolle in Gesellschaft, Politik und menschlichen Beziehungen. Ein intellektuelles Kabarett, das moralische und philosophische Fragen um Wahrheit und Täuschung beleuchtet.
Irre von Shio
Doris Dörrie schildert ihre Erfahrungen als Schauspielerin am Dramastudio in Stockton, wo sie aufgrund ihres Akzents wiederholt auf Rollen als Sexarbeiterin besetzt wurde. Das Stück "Irre von Shio" dient ihr als konkretes Beispiel für diese prägende Typologisierung und die rassistische Castingpraxis ihrer frühen Karriere. Die Episode verdeutlicht systematische Diskriminierung im Theater und die Auswirkungen von Akzent auf Rollenverteilung.
Jedermann
Hugo von Hofmannsthal
Hugo von Hofmannsthals allegorisches Theaterstück „Jedermann" erzählt von einem wohlhabenden Lebemann, der sein Leben in Luxus, Genuss und Egoismus verbringt und von Gott dafür bestraft werden soll. Der Herrgott schickt den Tod selbst, um Jedermann vor den göttlichen Richterstuhl zu zerren und ihn für seine Sünden zur Rechenschaft zu ziehen. Das Stück zeigt Jedermanns Begegnung mit seiner streng katholischen Mutter, die sein Leben ablehnt, sowie seine Versuche, sich durch Almosen und Versprechen zu rechtfertigen. Das sakrale Drama vermittelt eine eindeutige religiöse Botschaft: Reichtum, Lebenslust und materielle Genusssucht sind verwerflich und führen zur göttlichen Bestrafung.
John, Paul, George, Ringo and Bert
Ein Beatles-Musical, das aus London nach Bochum übernommen wurde und auf einer Wiedervereinigung der vier Bandmitglieder basiert. Herbert Grönemeyer spielte darin die Erzählerrolle des Bert und hatte mit seiner Solonummer in Glitzerkostüm einen triumphalen Auftritt bei der Premiere. Das Musical markierte Grönemeyers Einstieg ins Schauspiel und war sowohl in London als auch in Bochum erfolgreich.
Konzert-Lesung-Projekt mit Slut
Juli Zeh / Slut
Hybrides Kunstprojekt, das Musik-Konzert und literarische Lesung verbindet. Eine experimentelle Performance, die unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen zu einer gemeinsamen Erfahrung verschmilzt.
König der Löwen
Das Musical „Der König der Löwen" wird im Stage Theater in Hamburg aufgeführt und ist über eine regelmäßige Fährverbindung erreichbar. Diese Fähre gehört zu den wenigen verbliebenen regelmäßigen Schiffen auf der Hamburger Elbe und veranschaulicht damit den Wandel des Schiffsverkehrs in der Stadt. Der Artikel informiert über das beliebte Musical und seine Anfahrtsmöglichkeiten.
La Voix humaine
Jean Cocteau
La Voix humaine ist Cocteaus Einakter über eine verlassene Frau am Telefon, die mit ihrem untreuen Liebhaber spricht. Ein elegisches, intimes Drama über Liebe, Verlust und menschliche Nähe in ihrer verletzlichsten Form.
Le Sacre du printemps
Pina Bausch
Pina Bauschs choreographische Interpretation von Stravinskys Klassiker verbindet Tanz, Theater und rohe emotionale Kraft. Das Stück zelebriert primitive Rituale und menschliche Urgewalt durch moderne Tanzsprache. Bauschs revolutionärer Tanztheater-Ansatz transformiert das Publikum tiefgreifend – eine Erfahrung, die stärker wirkt als konventionelle Performance.
Leben des Galilei
Bertolt Brecht
Brechts Drama über Galileo Galilei und den Konflikt zwischen wissenschaftlicher Wahrheit und gesellschaftlicher Macht. Das Stück hinterfragt moralischen Mut und die Verantwortung des Einzelnen in Zeiten, die Helden brauchen.
Leonce und Lena (Bob-Wilson-Inszenierung am BE)
Bob Wilson
Klassisches Lustspiel von Georg Büchner über zwei junge Menschen, die sich trotz aristokratischer Intrigen verlieben. Bob Wilsons Inszenierung am Berliner Ensemble interpretiert die Geschichte durch minimalistische Ästhetik und präzise visuelle Tableaux.
Lesung der Kurz-Chatprotokolle am Burgtheater
Szenische Lesung der privaten Chatprotokolle von Sebastian Kurz am Wiener Burgtheater in Koproduktion mit der Zeitung Der Standard. Die Inszenierung reflektiert die öffentliche Debatte über Transparenz versus Privatsphäre in der digitalen Kommunikation.
Léonce und Lena
Georg Büchner
Komödie von Georg Büchner über zwei adlige Liebende, die sich widerwillig vermählen sollen und ein zauberhaftes Abenteuer erleben. Meisterwerk für Büchners brillante, lebendige Sprache und poetische Leichtigkeit – ein Kontrastpunkt zu seinen dunkleren Dramen.
Maria Stuart
Friedrich Schiller
Schillers historisches Drama über den Konflikt zwischen der schottischen Königin Maria Stuart und Elizabeth I. von England. Das Stück behandelt Machtkämpfe, Loyalität und das tragische Schicksal zweier Herrscherinnen. Ein Klassiker der deutschen Literatur, der Fragen von Macht und Schicksal untersucht.
Marius Fanny
Marcel Pagnol
Klassisches französisches Theaterstück von Marcel Pagnol über junge Menschen in Marseille, die zwischen Liebe und persönlichen Träumen zerrissen sind. Das Stück ist Ausgangspunkt einer wahren Liebesgeschichte – am Fronttheater lernten sich Westernhagens Eltern während einer Aufführung kennen und gaben ihrem Sohn dieser Inszenierung zuliebe seinen Namen.
Marius et Fanny
Marcel Pagnol
Klassisches französisches Theaterstück von Marcel Pagnol über die Liebe zwischen dem Hafenarbeiter Marius und der jungen Fanny im Marseiller Milieu. Das Werk behandelt Themen wie Heimweh, Sehnsucht nach Abenteuern und Familie. Teil einer berühmten Trilogie, später erfolgreich als Film adaptiert.
Max-Ernst-Museum Brühl
Max Ernst
Das Max-Ernst-Museum in Brühl zeigt Werke des Surrealisten Max Ernst und wechselnde Ausstellungen. Es ist ein kultureller Ort zur Erkundung dadaistischer und surrealistischer Kunstrichtungen.
Medea
Euripides
Griechische Tragödie von Euripides über die verlassene Zauberin Medea, die ihre Kinder ermordet, um sich an ihrem untreuen Ehemann Jason zu rächen. Das Meisterwerk thematisiert Liebe, Betrug und die zerstörerische Kraft der Rache. Medea entkommt am Ende übernatürlich in einem Sonnenwagen – ein Symbol ihrer magischen Natur und Überlegenheit über die sterblichen Männer um sie herum.
Messer in Hennen
David Harrower
Messer in Hennen ist ein Einakter des schottischen Dramatikers David Harrower. Das Stück thematisiert Gewalt und Manipulation in zwischenmenschlichen Beziehungen und gehört zur britischen In-Yer-Face Theatre Bewegung. Es wurde unter anderem von Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert und prägte seinen Durchbruch mit zeitgenössischen angelsächsischen Dramen.
Minetti
Thomas Bernhard
Dramatisches Werk von Thomas Bernhard über den Schauspieler Bernhard Minetti, einen überzeugten Nationalsozialist und Vertrauten Goebbels. Das Stück setzt sich mit der Verstrickung von Kunst und Ideologie in der NS-Zeit auseinander und macht die historische Figur zur literarischen Hauptrolle.
Minister gesucht
Fritz Eckhardt
Österreichische Komödie von Fritz Eckhardt, das meistgespielte Stück der Nachkriegszeit, in dem es um die Suche nach einem Minister geht. Diese Farce war einst enorm erfolgreich im deutschsprachigen Theater, ist heute aber weitgehend vergessen.
Miss Saigon
Claude-Michel Schönberg / Alain Boublil · 1989
Bei diesem Material handelt es sich nicht um einen Zeitungsartikel, sondern um eine Discogs-Datenbank-Seite zum Soundtrack "Miss Saigon" von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg. Das Album ist eine 2-CD-Veröffentlichung des berühmten Musicals, die 1990 über Geffen Records und BMG Ariola vertrieben wurde. Die deutsche Pressung wurde in einer dicken Jewel-Case-Verpackung mit umfassendem 28-seitigen Booklet herausgegeben, verzichtet allerdings auf gedruckte Trackdauern. Die Metadaten zeigen das Musical als Werk der Stage-&-Screen-Kategorie mit einer Urheberrechts-Markierung von 1988 und Pressrecht von 1990.
Mitfühlende Deutsche
Olga Grjasnowa
Veranstaltung des Deutsch-Russischen Forums mit einer Buchlesung und Diskussion mit der Autorin Olga Grjasnowa. Der Anlass dokumentiert ihre vielseitige literarische Karriere: Das 2010 veröffentlichte Theaterstück "Mitfühlende Deutsche" markiert ihren Einstieg ins dramatische Schreiben, während zahlreiche ihrer Romane später als Bühnenadaptionen realisiert wurden. Die Veranstaltung zeigt Grjasnowas übergreifende Bedeutung als Schriftstellerin zwischen verschiedenen Sprachräumen und literarischen Gattungen.
Müll, der Stadt und der Tod
Rainer Werner Fassbinder
Umstrittenes Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder über Stadtleben und gesellschaftliche Konflikte. Das Stück ist bekannt für antisemitische Stereotype und wurde in der Walser-Bubis-Debatte zentral diskutiert, was erhebliche Kontroversen um seine Darstellung jüdischer Charaktere auslöste.
Nockherberg Derblecken
Traditionelle politische Kabarett-Veranstaltung beim Münchner Starkbierfest auf dem Nockherberg. Das Derblecken spießt CSU-Politiker und deren wechselhafte Positionen satirisch auf, etwa Horst Seehofer und andere Figuren der bayerischen Politikszene.
Nora – Ein Puppenheim
Henrik Ibsen
Klassisches norwegisches Schauspiel über eine Frau, die aus ihrer bevormundeten Rolle ausbricht. Die moderne Inszenierung überträgt die bürgerlichen Widersprüche des 19. Jahrhunderts unmittelbar in heutige Berliner Interieurs und macht so die universellen Konflikte um Individualität und Gesellschaft für zeitgenössisches Publikum unmittelbar lesbar.
Onkel Milgrams Lesebühne
Sascha Lobo / Zentralintelligenzagentur
Satirische Lesebühne der Zentralintelligenzagentur, bei der Teilnehmer selbstgeschriebene Texte vortragen und das Publikum abstimmt. Bei schlechten Bewertungen werden spielerisch Stromschläge simuliert – eine witzige Anspielung auf Milgrams Gehorsam-Experiment, das Autorität und Publikumsgeschmack absurd thematisiert.
Orestie
Aischylos
Antike griechische Tragödie-Trilogie über Orestes' Konflikt zwischen Rache und Gerechtigkeit. Kernthema: der Richter, der über sich selbst urteilen muss. Stück thematisiert den Wandel von privater Vendetta zur demokratischen Rechtsprechung und politischer Urteilsfähigkeit in Athen.
Ostern
August Strindberg
Ostern ist ein psychologisches Familiendramas von August Strindberg, das sich mit Leid, Vergebung und spiritueller Auferstehung während der Karwoche auseinandersetzt. Das 1901 uraufgeführte Stück gilt als Meisterwerk des modernen skandinavischen Theaters und erforscht die inneren Konflikte seiner Charaktere.
Paprikaschotenstreifen (Kabarett-Nummer)
Hans-Dieter Hüsch
Humoristische Kabarett-Nummer von Hans-Dieter Hüsch, in der er die ritualisierte Esskultur deutscher Familienfeste satirisch darstellt. Hüsch schildert die Dekoration mit roten Paprikastreifen als Inbegriff dieser kleinbürgerlichen Festtradition und ihrer charakteristischen Ästhetik.
Personenkreis 3.1
Lars Norén / Thomas Ostermeier · 1999
Lars Noréns Stück über schwedische Obdachlose in der experimentellen Inszenierung von Thomas Ostermeier an der Schaubühne Berlin. Die fünfeinhalbstündige Uraufführung erkundet soziales Elend und Marginalität mit eindringlicher Intensität.
Recherche Faust Arto
Thomas Ostermeier
Artaud-inspirierte Diplom-Inszenierung von Thomas Ostermeier, basierend auf Georg Heyms Faust-Fragment von 1911. Diese deutsch-französische avantgardistische Variation zeigt Ostermeiers künstlerische Anfänge an der Ernst-Busch-Schule.
Rechnitz (Der Würgeengel)
Elfriede Jelinek
Elfriede Jelineks Drama über das Massaker von Rechnitz 1945, eine literarische Verarbeitung eines österreichischen Kriegsverbrechens. Das Stück ist ein Schlüsselwerk der zeitgenössischen österreichischen Dramatik.
Rocky Horror Picture Show
Richard O'Brien
Absurdes Musiktheater von Richard O'Brien über verrückte Charaktere in einem mysteriösen Schloss. Kultmusical mit Horror-Comedy-Elementen, das gesellschaftliche Normen durch Musik und Tanz parodiert und konventionelle Geschlechterbilder hinterfragt.
Romeo und Julia
William Shakespeare
Shakespeares zeitlose Tragödie über zwei junge Liebende aus verfeindeten Familien in Verona. Romeo und Julia gestehen sich ihre verbotene Liebe, heiraten heimlich und werden von Familienfeindschaft und Schicksal zum tragischen Tod verdammt. Ein Klassiker über die Macht der Leidenschaft und die Kosten des Hasses.