Essays – D
51 Einträge · Seite 1 von 2
Das Bild der Juden im Frühwerk Thomas Manns
Maxim Biller · 2025
Maxim Billers einzigartiges Werk besticht durch seine Vielstimmigkeit: Von Romanen wie "Sechs Koffer" und "Mama Odessa", die von seiner Familiengeschichte inspiriert sind, über Short Stories, Novellen, Kolumnen und Essays bis hin zu Songs, Theaterstücken und Kinderbüchern reicht sein literarisches Spektrum. Mit dem Selbstporträt "Der gebrauchte Jude" hat er dem Genre des Memoirs neue Impulse verliehen.
Das Ende der großen Erzählungen
Jean-François Lyotard · 2011
1979 verkündete ein philosophisches Traktat das "Ende der großen Erzählungen", die aufgegeben werden müssten, weil die Moderne legitimatorisch nur noch auf das rationale Wissen zurückgreifen könne. Demgegenüber sind Erzählungen nicht nur lebenspraktisch notwendig, sondern auch wirkkräftiger als alle rationale Welterklärung.
Das ertrinkende Kind
Peter Singer · 2014
Böse Kinder gibt es nicht. Kaum auf der Welt, haben sie schon ein feines Gespür für Gut und Böse. In Langzeitstudien konnte Paul Bloom beobachten, wie die ganz Kleinen bereits Gefühle wie Mitleid, Schuld und Scham zeigen, gutes Verhalten bei anderen belohnen und schlechtes bestrafen. Der renommierte Entwicklungspsychologe der Yale University führt aus, wie sich das angeborene Mitgefühl weiterentwickelt und wie Eltern und Erzieher die natürlichen Anlagen der Kinder zum Guten und ihren Sinn für Ge...
Das Gedicht ist ein Allesfresser
Hans Magnus Enzensberger · 2005
Die edition suhrkamp (es) ist eine Buchreihe des Suhrkamp Verlages, die seit 1963 erscheint. Inzwischen (Stand Oktober 2024) umfasst die Reihe rund 2560 Titel. Die folgende Übersicht ist nach Nummern sortiert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Aktualität oder Vollständigkeit. Zur fortlaufenden Nummerierung der Bände sei angemerkt, dass es eine Anzahl von „Leer-Nummern“ gibt.
Das große Erwachen
Richard David Precht · 2020
Alles hängt mit allem zusammen. Das Handbuch Klimakrise versammelt die relevanten Fakten, Zahlen und Argumente rund um die Klimakrise und das Massenaussterben sowie zur großen Transformation, die unweigerlich kommen wird, kommen muss und in vielerlei Hinsicht schon längst begonnen hat. Das Leben, wie wir es kannten, ist vorbei. Viele von uns haben es nur noch nicht gemerkt.
Das Judenthum in der Musik
Richard Wagner · 1869
Das Judenthum in der Musik ist ein antisemitischer Aufsatz Richard Wagners, den er 1850 während seines Aufenthalts in Zürich schrieb. Am 3. und 9. September 1850 erschien er in der von Franz Brendel redigierten Neuen Zeitschrift für Musik unter dem Pseudonym K. [Karl] Freigedank. 1869 veröffentlichte Wagner den Aufsatz stark erweitert als eigenständige Broschüre unter seinem Namen.
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Walter Benjamin · 2025
Benjamin analysiert die ästhetischen und politischen Implikationen dieser Verschiebung, wobei er das revolutionäre Potenzial des Kinos als Instrument zur kollektiven Bewusstseinsbildung betont. Seine Untersuchung berührt Themen wie sinnliche Wahrnehmung, die Beziehung zwischen Faschismus und der Ästhetisierung von Gewalt und die Rolle der Kunst in Industriegesellschaften.
Das Leben der infamen Menschen
Michel Foucault · 2001
Infamie (lateinisch infamia „Schande, Schimpf“, wörtlich „Unaussprechliches“) bezeichnet im gewöhnlichen Sprachgebrauch ein ehrloses (gemeines oder heimtückisches) Handeln oder die Ehrlosigkeit als solche. Begrifflich setzt Infamie eine Gesellschaft voraus, die ein bestimmtes Verständnis von „Ehre“ besitzt. Rechtshistorisch versteht man unter Infamie oder Verrufenheit den Zustand eingeschränkter Rechtsfähigkeit infolge der Aberkennung oder Schmälerung der bürgerlichen Ehrenrechte einer Person.
Das Ornament der Masse
Siegfried Kracauer · 1977
Siegfried Kracauers Klassiker der Kulturkritik untersucht die Massenpsychologie und erklärt, wie sich Menschen lustvoll als Teil eines größeren Ganzen auflösen – sei es im Stadion, in Menschenmengen oder kulturellen Bewegungen. Der Essay verbindet soziologische Analyse mit philosophischer Tiefe und bleibt zeitlos relevant für das Verständnis von Gruppenverhalten und kollektiven Erfahrungen in der modernen Gesellschaft.
Das Problem der palästinensischen Flüchtlinge
Hannah Arendt · 2024
Kollektives Memorandum von 1958 mit Hannah Arendt und 15-19 weiteren Denkern. Es entwickelt pragmatische Lösungsansätze für die palästinensische Flüchtlingskrise: Rückkehroptionen, Staatsbürgerschaft, Entschädigung. Kernthese: Praktische Lösungen sind realisierbar, wenn moralische Schuldfragen bewusst ausgeklammert werden.
Das Recht des Opfers auf die Bestrafung des Täters – als Problem
Jan Philipp Reemtsma · 1999
Dead Man Walking – Sein letzter Gang ist ein US-amerikanisch-britischer Spielfilm aus dem Jahr 1995, der sich mit dem Thema Todesstrafe auseinandersetzt. Das mit einem Budget von elf Millionen US-Dollar unter Regie von Tim Robbins entstandene Drama kam am 11. April 1996 in deutsche Kinos. Der Film basiert auf authentischen Begebenheiten, die die Ordensschwester Helen Prejean in ihrem Buch Dead Man Walking – Sein letzter Gang schildert.
Das Sexuelle in der sexuellen Gewalt
· 2016
Über Mißbrauch und sexuelle Gewalt wird oft unsachlich diskutiert, weil die Ergebnisse der empirischen und theoretischen Forschung noch zu wenig berücksichtigt werden. Diesem Mangel versucht diese Arbeit abzuhelfen. Gestützt auf die angelsächsische Forschung entwickelt der Autor einen sozialisationstheoretischen Deutungsansatz, der aus der Sackgasse polarisierender Schuldzuweisungen hinausführt.
Das Testament des Mohammed Atta
Ruth Stein · 2007
Die amerikanische Psychoanalytikerin Ruth Stein analysiert in ihrer Studie Mohammed Attas Testament, um Mechanismen der Dehumanisierung zu untersuchen. Sie zeigt auf, wie Atta seine Mittäter explizit anwies, die künftigen Opfer nicht als Menschen mit Familien zu betrachten. Dieses Beispiel veranschaulicht ein Kernmuster destruktiver Ideologie: die psychologische Entmenschlichung des Gegenübers als Voraussetzung für Gewalt.
Das Unheimliche
Sigmund Freud · 2020
Reproduktion des Originals: Das Unheimliche von Sigmund Freud
Declaration of Independence
Thomas Jefferson · 2024
Thomas Jeffersons Unabhängigkeitserklärung von 1776 gilt als Gründungsdokument der USA mit ihrer zentralen Aussage der Menschenrechte und Gleichheit. Paul Auster analysiert darin die fundamentalen Widersprüche: Jefferson selbst war Sklavenhalter, und aus dem Dokument gestrichene Passagen gegen die Sklaverei offenbaren den moralischen Geburtsfehler der amerikanischen Demokratie. Diese Spannung zwischen Ideal und Realität prägt die USA bis in die Gegenwart.
Denkschrift: Die nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche hochverräterische Verbindung
Robert Kempner · 2010
Bernhard Weiß (1880–1951) war von 1927 bis zu seiner Amtsenthebung 1932 Polizeivizepräsident in Berlin. Weiß, promovierter Jurist, Weltkriegsteilnehmer und engagierter „deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ floh im März 1933 nach Prag. Später fand der inzwischen Staatenlose Zuflucht in London, wo er 1951 starb. Die Biographie zeichnet die Lebensstationen und das Wirken dieses preußisch-deutschen Patrioten und kämpferischen Republikaners nach.
Der dümmste Bankräuber der Welt
Jens Jessen
Der Essay analysiert die absurdesten Banküberfälle der letzten Jahre und zeigt, dass viele Bankräuber alles andere als professionelle Kriminelle sind. Stattdessen handelt es sich häufig um Menschen in Notsituationen, deren unlogische Handlungen die fehlende Planung deutlich machen. Mit anschaulichen Beispielen und nachgestellten Fotos wird die manchmal skurrile Realität von Bankraub beleuchtet.
Der ehrbare Antisemitismus
Jean Améry · 2024
Jean Amérys Essay analysiert den Antisemitismus, der sich selbst als moralisch gerechtfertigt versteht – ein "ehrbarer" Antisemitismus, den Améry für besonders gefährlich hält. Der Text untersucht, wie antisemitische Haltungen sich als ethische Positionen rechtfertigen.
Der entführte Westen oder die Tragödie Europas
Milan Kundera · 2006
L'art du roman - " Le monde des théories n'est pas le mien. Ces réflexions sont celles d'un praticien. L'oeuvre de chaque romancier contient une vision implicite de l'histoire du roman, une idée de ce qu'est le roman. C'est cette idée du roman, inhérente à mes romans, que j'ai fait parler. " Les testaments trahis - Au fil des neuf parties indépendantes de cet essai, les mêmes personnages reviennent et se croisent : Stravinski et Kafka avec leurs curieux amis ; Janacek et Hemingway ; Rabelais et ...
Der Hessische Landbote
Georg Büchner · 2007
Der Hessische Landbote ist ein ursprünglich von dem Medizinstudenten Georg Büchner im Jahr 1834 verfasstes achtseitiges Pamphlet, das von dem Theologen Friedrich Ludwig Weidig ergänzt, überarbeitet und herausgegeben wurde. Es wandte sich gegen die sozialen Missstände der Zeit. Die ersten Exemplare der Flugschrift wurden nach dem 31. Juli 1834 heimlich im Großherzogtum Hessen-Darmstadt verteilt. Die Streitschrift ist bekannt für ihren Aufruf: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“
Der Leser braucht den Autor
· 1989
Der Artikel diskutiert die Frage, ob künstlich generierte Texte menschliche Autoren ersetzen können. Precht argumentiert mit der literaturwissenschaftlichen These, dass Leser eine imaginäre Beziehung zum Autor aufbauen und deshalb die menschliche Autorschaft für das Leseerlebnis wesentlich bleibt. Die Überlegung stellt in Frage, ob KI-generierte Inhalte wirklich gleichrangig mit von Menschen verfassten Werken wahrgenommen werden können.
Der letzte Deutsche
Botho Strauß
Botho Strauß' Essay "Der letzte Deutsche" (2015) ist ein kulturpolitischer Text, der sich kritisch mit der Migrationskrise auseinandersetzt. Der Artikel beleuchtet Strauß' kontroverse Positionen in diesem provokanten Essay und zeigt, wie dieser sich von seiner späteren Haltung in "Das Schattengetuschel" unterscheidet, wo der Autor eine nachdenklichere Tonalität einnimmt. Der Text dokumentiert einen Wandel in Strauß' Schreibweise zwischen polarisierenden gesellschaftspolitischen Interventionen und introspektiven literarischen Reflexionen.
Der Mars und die fliegenden Untertassen
Roland Barthes · 1988
Roland Barthes analysiert in diesem kurzen Essay die Mars-Obsession als Ausdruck kleinbürgerlicher Mythologie – eine Projektion der Unfähigkeit, sich das wirklich Andere vorzustellen. Trotz der 1957 Veröffentlichung bleibt Barthes' Kritik erstaunlich aktuell und trifft auch auf zeitgenössische Mars-Ambitionen wie die von Elon Musk zu.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, besser weiter kommt man ohne ihr
Luise Pusch · 1984
Wegweisender Aufsatz von 1979 zur feministischen Linguistik: Erwiderung auf Kalverkämpers Kritik, die argumentiert, dass Fortschritt die Überwindung von (sprachlichen) Gewohnheiten erfordert. Der Essay begründet, dass traditionelle Sprachnormen nicht unveränderbar sind, sondern bewusst verändert werden können – zentral für die feministische Sprachkritik in Deutschland.
Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
Camus' philosophisches Essay über das Absurde der menschlichen Existenz. Er erforscht die paradoxe Weisheit, dass Erfüllung und Glück trotz der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens möglich sind – wie bei Sisyphus, der zur ewigen Wiederholung verdammt ist.
Der neue Antisemitismus
Jean Améry · 2024
Jean Améry reflektiert in dieser Essay-Sammlung über die Persistenz von Antisemitismus in der Nachkriegsgesellschaft. Seine Analyse verbindet persönliche Erfahrung mit philosophischen Fragen, die zeitlos aktuell bleiben.
Der neue Hitler (Essay über Saddam Hussein)
Hans Magnus Enzensberger · 2015
Kriege werden in demokratischen Gesellschaften im öffentlichen Diskurs legitimiert oder delegitimiert. Metaphern tragen dazu bei, indem sie Deutungsrahmen bereitstellen, mit denen sich die Ereignisse verstehen, bewerten und in den eigenen Erfahrungshorizont einordnen lassen. Susanne Kirchhoff zeigt anhand der Berichterstattung deutscher Nachrichtenmagazine über 9/11 und die nachfolgenden Kriege, wie mit Hilfe von Metaphern eine eigene Identität in Abgrenzung von den USA und der arabisch-islamisc...
Der Rundfunk als Kommunikationsapparat
Bertolt Brecht · 1977
Als Radiotheorie bezeichnet man eine auf das Medium Rundfunk, insbesondere den Hörfunk, spezialisierte Medientheorie. Bekannte Radiotheorien wurden verfasst von Bertolt Brecht, Rudolf Arnheim, Walter Benjamin, Gerd Eckert, E. Kurt Fischer und Wolfgang Hagen.
Der Schatz der Demütigen
Maurice Maeterlinck · 2023
Eine Sammlung von Essays und Aphorismen über die Grenzen der Sprache: Maeterlinck erforscht, wie das Aussprechen von Wahrheiten diese gleichzeitig entwertet und verfälscht. Das Werk behandelt die Demut vor dem Unsagbaren und das Paradoxon zwischen dem Streben nach Erkenntnis und ihrer sprachlichen Unmöglichkeit.
Der Ursprung des Kunstwerks
Martin Heidegger · 1960
Der Ursprung des Kunstwerkes ist eine Abhandlung des Philosophen Martin Heidegger aus den Jahren 1935–36, in welcher er sich mit der Frage auseinandersetzt, was die Kunst als Kunst ausmacht. Was die Kunst ist, soll also nicht durch wissenschaftliche Disziplinen wie etwa die Psychologie erklärt werden, noch anhand soziologischer Ansätze, welche die Rolle der Kunst in der Gesellschaft untersuchen.
Der Westen und wir
Dmitri Glukhovsky · 2024
Ein Kaleidoskop voller akkurater, hellsichtiger und ungeschönter Beobachtungen des Bestsellerautors zur politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Russlands während der letzten 10 Jahre bis heute. Glukhovskys scharfer Blick auf die Ereignisse bietet eine erhellende Analyse der inneren und äußeren Verfasstheit des Landes und zeigt, warum Russland sehenden Auges in den Untergang steuert — und wie lange sich das schon abzeichnete.
Der zopftragende Mann
Wiglaf Droste
Wiglaf Droste erzählt in dieser humorvollen taz-Kolumne die Geschichte eines Mannes mit Zopf und setzt sich damit auf witzige Weise mit dem Thema lange Haare bei Männern auseinander. Der Text verbindet persönliche Beobachtung mit gesellschaftlicher Kommentar und zeigt, wie Droste alltägliche Phänomene mit Ironie und Leichtigkeit betrachtet. Die Geschichte eignet sich perfekt als unterhaltsame Lektüre zu dem Podcast-Thema über männliche Haartracht und gesellschaftliche Konventionen.
Deutschland keine Denker
Thea Dorn · 2018
Heimat, Leitkultur, Nation: Thea Dorn will diese kontroversen Themen nicht den Rechten überlassen Seit Jahren streiten wir, und der Ton wird rauer: Befördert die Rede von Heimat und Verwurzelung oder gar Patriotismus ein rückwärtsgewandtes, engstirniges Denken, das über kurz oder lang zu neuem Chauvinismus, Rassismus und Nationalismus führen wird? Oder ist das Beharren auf unseren kulturellen, historisch gewachsenenen Besonderheiten in Zeiten von Migration, Globalisierung und Technokratisierung ...
Die antisozialistischen Strategien im Zeitalter der Systemauseinandersetzung
Sahra Wagenknecht · 2019
Sahra Wagenknecht: In ihren ökonomischen Analysen ist sie eine der Klarsten und Sachkundigsten im Land. Mit ihrer Neugier ist sie als eine der wenigen fähig, das Feingewebe der Wirtschaft mit progressiven Ideen zu verbinden. Von ihren Gegnern wird immer wieder ihre umfassende Detailkenntnis gelobt. Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, fasziniert und polarisiert wie kaum ein anderer in unserer derzeitigen politischen Landschaft.
Die drei Kränkungen der Menschheit
Sigmund Freud · 2017
This eBook edition of "A Little Princess" has been formatted to the highest digital standards and adjusted for readability on all devices. Captain Ralph Crewe, a wealthy English widower, enrolls his young daughter Sara at Miss Minchin's boarding school for girls in London, to prepare her for a life in high society. Sara enjoys a special treatment and exceptional luxuries, and Miss Minchin openly fawns over Sara for her wealth.
Die dritte Welt der Frauen
Susan Sontag · 2024
Die intellektuelle Ikone Susan Sontag über Gleichheit, weibliches Altern, Schönheit und Sexualität – „Eine brillante, schillernde Intelligenz“ (The Times) Was bedeutet es, eine Frau zu sein? Der neue Essayband von Susan Sontag stellt genau diese Frage. Erstmals versammelt ein Buch ihre wichtigsten Texte zu ästhetischen, politischen und ökonomischen Aspekten des Frauseins. Und „beim heutigen Lesen kann man nur staunen über deren ihrer Zeit vorauseilendes Genie“ (The New Yorker).
Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation
Ernst-Wolfgang Böckenförde · 1995
Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.
Die Frage nach der Technik
Martin Heidegger
Der Artikel untersucht Heideggers Gestell-Konzept aus seiner Technikphilosophie und deren Anwendung auf moderne Technologien wie Solarenergie. Heidegger sieht darin ein ambivalentes Verhältnis: Der Mensch nutzt Technik, um die Natur auszubeuten und deren Wesen zu 'entbergen'. Die Frage bleibt offen, ob Solartechnik diese problematische Instrumentalisierung der Natur fortsetzt oder eine mögliche Versöhnung zwischen Mensch, Technik und Umwelt darstellt.
Die gebende Hand
Peter Sloterdijk · 2012
»Ich möchte in diesem Band meine konfliktträchtige These noch einmal erläutern, wonach in einer demokratischen Gesellschaft Steuern aus Zwangserhebungen in freiwillig erbrachte Bürgerspenden für das Gemeinwesen umgewandelt werden müßten – für eine Anfangszeit zu einem bescheidenen Prozentsatz, später progressiv in höheren Proportionen.
Die Großstädte und das Geistesleben
Georg Simmel · 2023
In "Die Großstädte und das Geistesleben" untersucht Georg Simmel die sozialen und psychologischen Auswirkungen des Lebens in Metropolen. Er entblättert, wie die Urbanisierung das individuelle Empfinden und soziale Beziehungen prägt und beleuchtet den Konflikt zwischen Anonymität und sozialer Interaktion im städtischen Raum.
Die Juden und Europa
Max Horkheimer
Essay von Max Horkheimer über die strukturelle Verbindung zwischen Kapitalismus und Faschismus. Kernthese: Wer von den kapitalistischen Wurzeln des Faschismus nicht sprechen will, sollte auch vom Faschismus schweigen. Eine grundlegende Schrift der Kritischen Theorie zum Verhältnis von Wirtschaftssystem und autoritärer Ideologie.
Die Linke und der Zionismus
Jean Améry · 2002
Antizionismus ist ein Sammelbegriff für gegen (griechisch antí) den Zionismus gerichtete politische Ideologien. Seit der Gründung des Staates Israel 1948 richten diese sich als Antiisraelismus gegen den jüdischen Staat. Antizionismus wird sowohl säkular als auch religiös begründet und findet sich im gesamten politischen Spektrum. Nach Einschätzung einer Reihe von Wissenschaftlern bestehen häufig Zusammenhänge mit dem Antisemitismus, andere Wissenschaftler bestreiten diesen Zusammenhang.
Die Macht der Machtlosen
Václav Havel · 2006
Václav Havels wegweisender Essay von 1978 hinterfragt, wie sich totalitäre Systeme durch alltägliche Konformität aufrecht erhalten. Seine berühmte Parabel vom Gemüsehändler zeigt, wie Systeme nicht primär durch Gewalt, sondern durch die Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre das System legitim, stabilisiert werden. Mark Carney nutzt dieses Bild als Analogie für die westliche regelbasierte Weltordnung und fragt, ob dieser kritische Moment des Aufhörens möglicherweise jetzt erreicht ist.
Die nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche hochverräterische Verbindung
Robert Kempner · 1989
Rainer Eisfeld und Ingo Müller (Hrsg.): Gegen Barbarei. Essays Robert M. W. Kempner zu Ehren. Athenäum/Hain, Frankfurt a. M. 1989. 515 Seiten, 48,- DM
Die Natur der Literatur
Robert Habeck · 2001
Robert Habecks literaturwissenschaftliche Doktorarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Literatur. Die Arbeit wurde später Gegenstand öffentlicher Diskussionen, als unbegründete Plagiatsvorwürfe gegen sie erhoben wurden. Sie ist relevant als dokumentierte akademische Auseinandersetzung und beispielgebend für die wissenschaftliche Ausbildung des Grünen-Politikers.
Die Tragetaschentheorie der Fiktion
Ursula K. Le Guin · 2024
Ricardas Kiel reflektiert über Ursula K. Le Guins Essay „Die Tragetaschentheorie der Fiktion", der sein Denken und Arbeiten seit der Pandemie fundamental geprägt hat. Le Guin unterscheidet zwei Literaturformen: „Beutel-Texte", die offen, chaotisch und vernetzend wirken, und „Pfeil-Texte", die linear, zielgerichtet und mit klarem Höhepunkt und Ende strukturiert sind. Dieser Gegensatz bewirkte bei Kiel eine Umgestaltung seiner eigenen Praxis: Seine Sprache wurde textiler, seine Beratungsarbeit kollektiver, seine Website wechselte vom chronologischen Blog zum verzweigten Garten. Kiel versucht bewusst, Beutel zu schreiben – Texte, die Stimmen, Widersprüche und Hoffnungen sammeln und miteinander verflechten, statt sie einem linearen Ende entgegenzuführen.
Die Transgression der Transgression
Roland Barthes
Akademischer Essay, der sich mit Roland Barthes' Konzept der Transgression auseinandersetzt. Barthes argumentiert, dass Transgression nicht selbst ein Ziel ist, sondern eine komplexere reflexive Bewegung (Transgression der Transgression), die zur Liebe an einem anderen Ort führt. Der Text behandelt diese Idee anhand von Góngoras Poesie und Konzepten von Nonsens, um gegen die vereinfachte Sichtweise anzuschreiben, dass Subversion automatisch erstrebenswert sei.
Die Transgression der Transgression, die Liebe an einem anderen Ort
Roland Barthes · 1988
Roland Barthes erörtert in diesem Text von 1980 das Konzept der Transgression und ihre kritischen Grenzen. Sein Argument richtet sich gegen eine unkritische Verklärung von Regelbruch als automatische Befreiung. Stattdessen betont Barthes, dass auch Transgression selbst überwunden werden muss, um nicht zu einer neuen Normativität zu erstarren.
Dissertation über kollektive Identitäten
Carolin Emcke · 2000
Im sogenannten "Kampf um Anerkennung" berufen sich aggressive Nationalismen heutzutage ebenso auf eine "kollektive Identität" wie soziale Bewegungen. Der politischen Philosophie geht es dagegen meist um normative Fragen von Integration und Toleranz, ohne Analyse der zugrundeliegenden Konzepte von kollektiver Identität. Carolin Emcke untersucht unterschiedliche Modelle der Entstehung kollektiver Identitäten und entwickelt eine systematisierte Typologie.
Doktorarbeit zum Kartellrecht
Thomas de Maizière · 2013
Ein Spitzenpolitiker steht Rede und Antwort Thomas de Maizière steht Rede und Antwort. Dabei nimmt er die Politik und sich selbst in die Pflicht, weil er nicht möchte, dass in diesem Land die Banken, die Unternehmen, die Gewerkschaften regieren. Wann aber funktioniert Politik, wann dient sie den Menschen – und wann nicht? Welchen Anspruch hat er an sich selbst? Kurzum, was heißt das: Macht und Regieren? In diesem Buch gewährt de Maizière außergewöhnlich tiefe Einblicke in das Innenleben der Poli...