Artikel aus Die sogenannte Gegenwart
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Artikel über den Wandel linksliberaler Überwachungskritik
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung analysierte, wie das linksliberale Milieu seine an Michel Foucault angelehnte Kritik an staatlichen Überwachungsinstrumenten während der Corona-Pandemie aufgegeben hat. Jahrelang dominierten foucaultsche Machtanalysen die linke Auseinandersetzung mit Überwachung, Biopolitik und staatlicher Kontrolle. In der Pandemie aber stimmten viele Vertreter dieses Milieus staatlichen Maßnahmen wie Kontaktnachverfolgung, Impfpflicht-Debatten und Bewegungseinschränkungen zu – trotz ihrer früheren Skepsis gegenüber genau solchen Instrumenten. Der Artikel fragt, ob dies ein prinzipieller Gesinnungswandel ist oder pragmatische Ausnahme.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzung
Erika Fuchs hat Donald Duck und andere Disney-Figuren ab den 1950er Jahren ins Deutsche übersetzt und dabei eine legendäre, literarisch anspruchsvolle Sprache geprägt. Nun plant der Egmont-Verlag, diese klassischen Übersetzungen zu überarbeiten, um sie an heutige Sprachsensibilitäten anzupassen. Der Artikel beleuchtet die Debatte, ob und wie kulturelles Erbe verändert werden darf, und welche Verantwortung Verlage gegenüber dem Originalwerk und dem Publikum tragen. Kritiker sehen in der Überarbeitung einen Eingriff in ein kulturhistorisch bedeutsames Werk.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzungen von Donald Duck
Erika Fuchs übersetzte die Donald-Duck-Comics von 1951 bis 1988 ins Deutsche und prägte dabei eine eigene literarische Sprache mit Konjunktiven, Zitaten aus der Hochkultur und dem sogenannten 'Erikativ'. Nun sollen ihre Übersetzungen in Neuausgaben bearbeitet werden, um sie an heutige moralische und sprachliche Standards anzupassen. Der Artikel diskutiert, ob solche Eingriffe in historische Übersetzungsleistungen legitim sind oder kulturelles Erbe beschädigen. Er steht im Kontext einer breiteren Debatte um das Redigieren klassischer Texte – ähnlich wie bei Roald Dahl oder Karl May.
Artikel über die Ontologie der Feiertage
In Deutschland wird kontrovers debattiert, ob religiöse Feiertage wie der Pfingstmontag abgeschafft werden sollten. Wirtschaftsvertreter wie Claudia Sturm, Firmenchefin und Vizepräsidentin des Verbandes der Familienunternehmer, argumentieren, dass weniger Feiertage Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern würden, da andere europäische Länder mit weniger Ruhetagen arbeiten. Arbeitnehmer und Sozialexperten hingegen warnen vor höheren psychischen Belastungen und sehen in gemeinsamen Feiertagen einen wichtigen Zusammenhaltsfaktor der Gesellschaft. Die Spannung der Debatte zeigt sich darin, dass Kirchenmitgliedschaften sinken, während fast alle von christlich geprägten Feiertagen profitieren.
Artikel über die Ontologie der Feiertage (Halloween)
Harrison Fluss analysiert Tim Burtons Animationsfilm „The Nightmare Before Christmas" als Allegorie des kapitalistischen Systems. Jack Skellington agiert als visionärer CEO von Halloweentown, dessen perfekt funktionierend verwaltete Ordnung jedoch seelisch ausgelaugt ist. Die Entdeckung von Christmastown – einer Gegenwelt voller echter Magie und Wärme unter Santas fürsorglicher Obhut – fasziniert Jack, der versucht, das Geheimnis dieser Welt durch wissenschaftliche Analyse zu enträtseln. Der Artikel zeigt, dass instrumentelle Vernunft das emotionale und spirituelle Wesen von Weihnachten nicht erfassen kann, was Burtons grundsätzliche Kritik am rein rationalen, seelenlos gewordenen Kapitalismus widerspiegelt.
Artikel über die Rückkehr des Schlankheitsideals
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert die Heuchelei der Modeindustrie beim Thema Körperbild: Body Positivity war nie mehr als ein Trend, der zurückgefahren wird, sobald er kommerziell unattraktiv wird. Am Beispiel der Kardashians zeigt sie, wie schnell das Ideal des kurvenreichen Körpers wieder dem klassischen Schlankheitsideal weicht – und wie die Industrie dabei so tut, als wäre das eine organische Entwicklung. Der Text rechnet mit der Scheinheiligkeit ab, die Diversität feiert, solange sie sich verkauft.
Artikel über die Rückkehr von Körpertrends in der Mode
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert in diesem Artikel die Heuchelei der Modeindustrie im Umgang mit Körperidealen. Sie argumentiert, dass bestimmte Körpertrends – wie kurvige Figuren – nie wirklich aus der Mode verschwunden seien, sondern die Branche sie nur dann öffentlich feiert, wenn sie von prominenten Vorbildern wie den Kardashians getragen werden. Sobald diese den Trend nicht mehr verkörpern, kehrt die Mode stillschweigend zu anderen Idealen zurück. Passmann entlarvt dieses Muster als verlogen und zeigt, wie die Modewelt gesellschaftliche Körperdiskurse instrumentalisiert, statt echte Vielfalt zu vertreten.
Artikel über die innere Hausfrau
Nina Pauer
Der Artikel behandelt die Diskrepanz zwischen der Emanzipation von Frauen und ihrem tatsächlichen Verhalten im Haushalt. Autorin Nina Pauer argumentiert, dass moderne Frauen unbewusst in traditionelle Geschlechterrollen verfallen – sie waschen, räumen hinter Partnern auf und übernehmen selbstverständlich Haushaltsarbeiten, obwohl sie sich als emanzipiert verstehen. Pauer bezeichnet dieses Phänomen als die innere Hausfrau, ein internalisiertes Rollenmuster, das stärker nachwirkt, als Frauen sich eingestehen. Sie plädiert dafür, dass Frauen bewusst lernen sollten, diese automatischen Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Füße hochzulegen – also sich von der unbewussten Verpflichtung zur Haushaltsarbeit zu befreien.
Artikel über ukrainische Flüchtlinge
Der Artikel behandelt die Kritik von linken Politikern wie Özdemir und Kühnert an der deutschen Asylpolitik. Im Fokus steht eine kontroverse Diskussion um die unterschiedliche Darstellung von Geflüchteten, insbesondere die Frage, ob ukrainische Flüchtlinge von Medien als „echte" Flüchtlinge im Gegensatz zu anderen Geflüchteten dargestellt werden. Der Artikel illustriert aktuelle Debatten um Flüchtlingspolitik und mediale Berichterstattung.
Atlantic-Artikel über Social Media
Ian Bogost
Der Medienwissenschaftler Ian Bogost argumentiert in diesem Atlantic-Artikel, dass die Ära der sozialen Medien zu Ende geht. Er analysiert die strukturellen Veränderungen und den Bedeutungsverlust dieser Plattformen im digitalen Ökosystem. Der Text reflektiert über die Zukunft der Online-Kommunikation jenseits der klassischen sozialen Netzwerke.
Aufmacher in der FAS zur foucaultschen Überwachungskritik
Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der analysiert, wie das linksliberale Milieu seine kritische Haltung gegenüber staatlichen Überwachungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie aufgegeben hat. Der Text behandelt das Paradoxon, dass Kreise, die sich traditionell auf Michel Foucaults Kritik an Kontrollmechanismen berufen, die pandemiebedingten Überwachungsinstrumente plötzlich befürworteten. Ein Aufmacher, der die ideologischen Bruchlinien in dieser Phase beleuchtet.
Aufsatz über The Bell Curve
Ned Block
Der Artikel ist eine philosophische Kritik von Ned Block am kontroversen Buch "The Bell Curve" von Charles Murray. Block hinterfragt darin grundlegend das in dem Werk verwendete Konzept der Vererbbarkeit von Intelligenz und argumentiert gegen die biologistischen Thesen des Buches. Der Essay wird als wichtiger intellektueller Gegenpol zu Murrays Thesen betont.
BND-Investigativrecherche zur Lab-Leak-These
Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll in der Geheimoperation „Projekt Saaremaa" Indizien gesammelt haben, die einen Laborursprung von SARS-CoV-2 mit 80 bis 95 Prozent Wahrscheinlichkeit bestätigen. Die Erkenntnisse wurden auf Anweisung von Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Nachfolger Olaf Scholz unter Verschluss gehalten, um bei einem möglichen Irrtum eine politische Blamage zu vermeiden. Erst die Ankündigung von Zeit und Süddeutscher Zeitung, ihre Recherche zu veröffentlichen, führte dazu, dass das Kanzleramt Ende März zusagte, Bundestag und Weltgesundheitsorganisation „möglichst bald" über die Ergebnisse zu informieren.
BRD Noir (Konzept/Filmbesprechung in der Taz)
Thomas Groh
Filmbesprechung aus dem Regionalteil der Taz von 2013, in der Filmkritiker Thomas Groh den Begriff „BRD Noir" erstmals in einer Filmbesprechung verwendete. Der Begriff bezeichnet eine zeitgenössische Ausprägung des Film Noir in der Bundesrepublik und wurde später durch Autoren wie Frank Witzel breiter popularisiert.
Bedingt abwehrbereit
Rudolf Augstein
Die Stationen seiner Karriere Rudolf Augstein wurde am 5. November 1923 in Hannover geboren. Nach dem Abitur 1941 arbeitete er unter anderem als Volontär beim Hannoverschen Anzeiger., Im Anschluss an das Volontariat wurde Augstein zum Arbeitsdienst eingezogen…
Beitrag über das Ende der sozialen Medien
The Atlantic untersucht das Ende der Ära sozialer Medien und dessen gesellschaftliche Konsequenzen. Der Artikel analysiert, wie die ehemals dominanten Plattformen an Einfluss verlieren und welche neuen Formen digitaler Kommunikation sie ablösen. Eine kritische Betrachtung des Wandels in der Online-Kommunikationslandschaft und deren Auswirkungen auf Nutzerverhalten und öffentliche Debatten.
Bericht über die rechte Buchmesse in Halle
Jens Balzer
In Halle treffen sich rechte Verlage zu einer eigenen Buchmesse. Gauland, Köppel, Matussek, Tichy – die komplette Szeneprominenz ist da. Wir gehen auch rein.
Bild-Kolumne (Post von Wagner)
Franz Josef Wagner
Er fehlt. Der weiße Vitra-Eames-Stuhl ist leer. Franz Josef Wagner schreibt nicht mehr. BILD-Autor Norbert Körzdörfer blickt zurück.
Blogbeitrag über IQ-Kritik
Nassim Taleb
Nassim Talebs kritische Analyse der IQ-Test-Validität als Erfolgsindikator. Der Autor argumentiert, dass die Korrelation zwischen IQ-Testergebnissen und Lebenserfolg ein Messartefakt ist: Menschen, die gut in Tests sind, schneiden auch in anderen Tests besser ab – das sei aber kein echtes Merkmal von Erfolgspotentzial. Taleb hinterfragt damit die grundsätzliche Aussagekraft standardisierter Intelligence-Tests.
Brazilian Buttlift (Artikel)
Fabienne Hurst
Popstars feiern den mächtigen Hintern, junge Frauen wollen ihn: Der "Brazilian Butt Lift" ist eine der beliebtesten Schönheits-OPs der Welt. Und eine der gefährlichsten.
Chancellor on brink of second bailout for banks
Titelseite der Londoner Times vom 3. Januar 2009 über das zweite Rettungspaket der britischen Regierung für angeschlagene Banken. Die Titelseite wurde von Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto im Genesis Block der Bitcoin-Blockchain verewigt und symbolisiert, dass Bitcoin als direkte Reaktion auf die Finanzkrise und das Versagen des traditionellen Bankensystems entstand. Der Artikel belegt das fundamentale Anliegen von Bitcoin: eine dezentralisierte Alternative zur Zentralbankpolitik zu schaffen.
Comicspezial
Ein Comicspezial des Zeit Magazins beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen es schaffen, konzentriert Bücher zu lesen, während das Smartphone ständig Ablenkung bietet. Der Comic stellt das Smartphone metaphorisch als „Endgegnergerät" dar – eine Anspielung auf Video-Game-Terminologie, die die dominante Rolle des Gerätes in unserem Alltag humorvoll beleuchtet. Das Spezial thematisiert damit die digitale Dauererreichbarkeit und ihre Auswirkungen auf unsere Lesegewohnheiten und Konzentrationsfähigkeit.
Das Ende von Social Media
Lars Weisbrod
Der Artikel untersucht das schleichende Ende der sozialen Netzwerke, deren Versprechen von Vernetzung sich zunehmend in Erschöpfung und Langeweile verwandelt haben. Lars Weisbrods Feuilleton-Text hinterfragt, ob die etablierten Plattformen wirklich tot sind oder nur transformieren, und stellt die Frage nach dem, was danach kommt. Im Mittelpunkt steht ein diffuses Gefühl der digitalen Entwöhnung und die Hoffnung auf authentischere Formen von Freundschaft und Austausch jenseits der großen Plattformen.
Das hier ist keine Übung
Jens Jessen
Der Artikel argumentiert, dass Deutschlands Aufrüstung nicht allein eine Frage der Finanzierung ist, sondern ein grundsätzliches Umdenken gegenüber dem Soldatenberuf erfordert. Angesichts der deutschen Geschichte ist es eine besondere kulturelle Herausforderung, den Soldatenberuf wieder gesellschaftlich zu würdigen und zu bewundern. Jessen plädiert dafür, dass dieser mentale Shift in der Bevölkerung genauso wichtig ist wie der Anstieg des Militärhaushalts.
Das moderne Leben
Die ZEIT-Serie "Was mein Leben reicher macht" präsentiert persönliche Geschichten von Lesern, die berichten, welche kleinen oder großen Dinge ihren Alltag bereichern. Jeder Beitrag bietet einen intimen Einblick in die Leidenschaften, Hobbys oder Beziehungen, die Menschen glücklicher und erfüllter machen. Die Serie verbindet persönliche Erinnerungen und gegenwärtige Freuden zu kurzen, inspirierenden Porträts aus verschiedenen Lebensbereichen.
Das war meine Rettung
Interview mit der israelischen Theaterautorin und Regisseurin Yael Ronen im ZEITmagazin. Sie berichtet über ihre Entscheidung, Israel zu verlassen und in Berlin mit ihrem palästinensischen Mann zu leben. Im Gespräch erzählt Ronen von ihrer transformativen Erfahrung mit Ayahuasca in Peru, die sie als persönliche Rettung beschreibt.
Debatte zwischen David Graeber und Peter Thiel
Peter Thiel, the Silicon Valley entrepreneur, and David Graeber debate barriers to technology. The debate was mediated by John Summers, then-editor of The Baffler, and hosted by The General Society of Mechanics and Tradesmen in New York City. The General Society of Mechanics and Tradesmen was founded in 1785. It is a tiny, elite (and […]
Decolonizing Yoga
Der Artikel behandelt kritisch die Kommerzialisierung von Yoga im Westen und dessen kulturelle Aneignung aus dem ursprünglichen indischen Kontext. Es wird beleuchtet, wie Yoga-Praktiken in westlichen Ländern verfälscht und durch kommerzielle Interessen geprägt werden. Die Initiative „Decolonizing Yoga" setzt sich dafür ein, Yoga wieder in seinen authentischen kulturellen Zusammenhang zu stellen und die Ausbeutungsmechanismen der westlichen Yoga-Industrie kritisch zu hinterfragen.
Der Glasbaustein ist zurück
Der Artikel behandelt die Renaissance des Glasbausteins als modernes Designelement in der zeitgenössischen Architektur. Lange Zeit aus der Mode geraten, erlebt das Material derzeit ein bemerkenswertes Comeback, besonders in trendigen Restaurants und gehobenen Gastronomiekonzepten. Die FAZ beleuchtet, wie dieser klassische Baustoff neu interpretiert wird und wieder zum Symbol für zeitgenössisches, stylisches Design avanciert.
Deutschland erwacht
Taz-Artikel, der vor Gefahren durch Rechtsradikalismus und Gewalt vom rechten Rand warnt. Der Text wurde Auslöser einer Kontroverse um Norbert Bolz, der die Zeile ironisch aufgriff und mit dem verbotenen SA-Spruch »Deutschland erwache« verband, was zu einer Polizeiaktion führte.
Deutschrap ist eigentlich vorbei
Dennis Sand
Der Artikel behandelt die These vom Niedergang des Deutschrap und analysiert neue Künstler wie Zartmann und Ikimel als Post-Deutschrap-Phänomene. Diese Acts sind ohne die kulturelle Hegemonie des Deutschrap nicht denkbar, haben sich aber von diesem abgewendet. Der Beitrag diskutiert das Ende einer Ära und den kulturellen Wandel der deutschen Rapszene.
Diagnosis (New York Times Kolumne)
Lisa Sanders
Diagnosis ist eine renommierte New York Times-Kolumne von Dr. Lisa Sanders, in der sie fesselnde Geschichten von rätselhaften medizinischen Fällen erzählt. Die Kolumne inspirierte sowohl die gleichnamige Dokumentationsserie als auch die populäre Krankenhaus-Serie House und hat damit das Genre der medizinischen Unterhaltung nachhaltig geprägt.
Die Achse des Guten
Die Achse des Guten ist ein rechtsgerichtetes Politikblog aus Berlin, das sich selbst als "pro-westlich" beschreibt und seit 2004 täglich aktualisiert wird. Es bietet eine Plattform für kritische Stimmen zu Themen wie Islam, Antisemitismus und Klimapolitik. Der Titel ist ein Wortspiel auf George W. Bushs "Achse des Bösen". Gründer Michael Miersch verließ das Blog 2015 mit der Kritik, dass sich eine Stimmung ausgebreitet habe, die mit der ursprünglichen liberalen und aufgeklärten Ausrichtung unvereinbar sei. Das Portal erreicht zwischen eine und fünf Millionen Besuche und bietet alle Inhalte kostenlos an.
Die Jugend von heute
Jens Balzer
Jens Balzers Artikel in der Zeit Online untersucht die Generationenkonflikte, die durch Corona neu entfacht wurden. Im Fokus steht der Topos der feiernden Jugend, der für steigende Infektionszahlen verantwortlich gemacht wird – eine vereinfachte Erzählung, die gesellschaftliche Spannungen zwischen den Generationen verschärft.
Die Manns
Florian Illies
Florian Illies porträtiert in dieser ZEIT-Titelgeschichte Thomas Mann und seine Familie im Exil. Der Artikel zeichnet nach, wie die Familie Mann zu einem kulturellen Symbol für Deutschland wurde – ähnlich wie die britischen Windsors für England. Illies zeigt, wie diese Künstlerfamilie den Deutschen als Ventil für nationale Identität und Gefühle diente, auch während ihrer Zeit im Ausland.
Die Peinlich-Plakate der CDU – Parteisoldaten statt normaler Menschen
Der Artikel kritisiert die Wahlplakate der CDU, auf denen statt echten Fachkräften verkleidete Parteimitglieder in Berufsrollen wie Polizisten oder Pfleger posieren. BILD.de bewertete diese Kampagne als realitätsfern und wenig authentisch. Die inszenierte Darstellung wurde öffentlich als peinlich und unglaubwürdig wahrgenommen, da die dargestellten Personen offensichtlich keine echter Berufstätigen waren.
Die Welt reparieren
Achille Mbembe
Der kamerunische Philosoph Achille Mbembe setzt sich in seinem Text mit Vorwürfen der Holocaust-Verharmlosung auseinander und betont seine Absicht, eine universelle menschliche Gemeinschaft zu fördern. Er nutzt das Konzept der „Weltrepatur" als Rahmen, um gesellschaftliche Heilung und notwendige Transformationen zu diskutieren. Der Text ordnet sich in einen breiteren gegenwärtigen Diskurs um Heilung und Reparatur ein, reflektiert aber auch kritisch über die mechanische Natur dieses Reparatur-Begriffs gegenüber spirituelleren Heilungsvorstellungen.
Die sind wie Plankton
Der Artikel beschreibt eine neue Generation von Arbeitnehmern, die ihre Grenzen gegenüber Chefs deutlich setzen. Sie diktieren, wann und wie sie arbeiten – etwa ohne Dienstreisen am Wochenende. Der Text zeigt eine generationelle Verschiebung im Verhältnis zur Arbeitszeit, bei der jüngere Beschäftigte ihre Lebensqualität höher bewerten als frühere Generationen.
Digital Socialism
Evgeny Morozov
Morozov untersucht, wie dezentrale Formen sozialistischer Koordination durch moderne Daten-Infrastrukturen möglich werden könnten. Anstelle von Preismechanismen oder zentraler Planung könnte Big Data als Grundlage für nicht-marktwirtschaftliche soziale Organisationen dienen. Der Artikel revisitiert Hayeks berühmtes Argument gegen sozialistische Planwirtschaft im Zeitalter von Algorithmen und massiver Datenverarbeitung.
Ein Artikel über Intensität und positives Framing
Anna Meier
Der ZEIT-Artikel von Anna Meier untersucht das Phänomen der positiven Umdeutung negativer Erfahrungen. Sie zeigt, wie das Wort "intensiv" als Euphemismus für tatsächlich schlechte Erfahrungen verwendet wird. Der Text behandelt die psychologische Tendenz, leidvolle Momente als Lernmöglichkeiten zu rahmen und damit umzugehen.
Eine Reportage über ein Tradwife-Dorf in Amerika
Der ZEIT-Artikel behandelt neue Wörter, die ins Cambridge Dictionary aufgenommen wurden, darunter "Tradwife" und "delulu". Er dokumentiert den Social-Media-Trend konservativer Frauenrollen und traditioneller Kopfbedeckungen, unter anderem durch eine Reportage über ein in Amerika gegründetes Dorf mit traditionalistischen Strukturen. Der Artikel zeigt, wie Internetphänomene und gesellschaftliche Rückwärtstrends in der Sprache sichtbar werden.
Emotionale Granularität
Emotionale Granularität ist die Fähigkeit, Gefühle differenziert zu unterscheiden – nicht nur grob zwischen gut und schlecht, sondern feinere emotionale Nuancen zu erkennen. Der Artikel beleuchtet diese Kompetenz als positive psychologische Eigenschaft und zeigt, wie Menschen von einer feiner abgestimmten Emotionalität profitieren.
Emotionale Granularität (Artikel)
Der Artikel behandelt emotionale Granularität – die Fähigkeit, Gefühle differenziert wahrzunehmen und zu unterscheiden. Menschen mit höherer Granularität erkennen feine Nuancen zwischen Emotionen, während andere kaum zwischen Angst und Wut unterscheiden können. Die Zeit untersucht, ob diese Fähigkeit eine psychische Superkraft ist.
Engeltitelgeschichte
Ein weihnachtliches ABC-Format aus der ZEIT, das traditionelle Weihnachtsbräuche und ihre Symbole erklärt. Der Artikel behandelt ikonische Elemente wie Esel, Engel und Tannenbaum und ordnet sie in ihre kulturelle und religiöse Bedeutung ein. Besonderer Fokus liegt auf dem Engel-Motiv als zeitloses Weihnachtssymbol, das in der modernen, teilweise esoterisch geprägten Gegenwart eine Renaissance erlebt. Ein informativer Überblick über die Ursprünge und Bedeutungen von Weihnachtstraditionen.
Erfahrungsbericht über den Weg ins Fitnessstudio
Charlotte Parnack
Charlotte Parnack dokumentiert ihren persönlichen Weg ins Fitnessstudio und ihren Versuch, einen Klimmzug zu schaffen. Sie widerspricht der verbreiteten Kritik an Fitnessstudios und argumentiert, dass die Vorwürfe der Körpermanipulation kurzsichtig sind, da jede menschliche Handlung eine Form der Manipulation darstellt. Der Artikel bietet eine Gegenstimme zur Dämonisierung von Fitness und eine differenzierte Perspektive auf das Phänomen der zurückkehrenden Fitnessstudio-Besucher nach der Pandemie.
FAZ-Artikel über Narzissmus (2015)
Der Artikel argumentiert, dass jede Kultur ihre eigenen charakteristischen Krankheitsbilder hervorbringt und dass sich psychische Störungen im Laufe der Zeit verändern. Narzissmus wird darin als eines der Krankheitsbilder unserer gegenwärtigen Zeit analysiert und zeigt, wie kulturelle Wertungen und gesellschaftliche Bedingungen psychische Phänomene prägen.
Fabian Hinrichs Interview im Zeitfilter
Fabian Hinrichs
Felix Voss steht erstmals ohne seine langjährige Partnerin Paula Ringelhahn im Mittelpunkt. Im Interview spricht Schauspieler Fabian Hinrichs über die Herausforderung, mit körperlichen Einschränkungen zu ermitteln, die besondere Dynamik mit Sigi Zimmerschied � und warum er im Leben lieber Umwege nimmt, statt einer geraden Bahn zu folgen.
Falke-Socken-Reportage (Spiegel)
Felix Dachsel
Die Reportage des Spiegel behandelt die Sockenmarke Falke und ihre hochwertigen Produkte, insbesondere die teuersten Socken der Welt. Der Artikel beleuchtet Socken als aktuelles Modethema und setzt sich mit der Sockenmoral in der zeitgenössischen Konsumkultur auseinander. Die Berichterstattung zeigt, wie ein zunächst unscheinbares Kleidungsstück zu einem Prestigeobjekt und Gegenstand intensiver medialer Diskussion werden kann.
Feuilleton-Artikel über die Serie Adolescence
Antonia Baum
Antonia Baum analysiert die Netflix-Serie "Adolescence" und setzt sich kritisch mit ihrer Darstellung von Jugendgewalt auseinander. Der zentrale Punkt: Die Serie bietet keine einfache psychologische Erklärung für die Radikalisierung des 13-jährigen Hauptcharakters an – kein einzelnes Trauma oder Missbrauchserlebnis, das sein Handeln rechtfertigen würde. Genau diese Weigerung, eine Ursache-Wirkung-Erklärung zu liefern, macht die Serie so verstörender und unbefriedigender für den Zuschauer, was Baum in ihrem Feuilleton-Artikel hinterfragt.
Filmbesprechung mit erster Verwendung von 'BRD Noir'
Thomas Groh
Der Artikel behandelt die Filmkritik und die Geschichte des Begriffes 'BRD Noir', eine spezifische Spielart des klassischen Film Noir mit deutschem Hintergrund. Filmkritiker Thomas Groh prägte den Begriff 2013 in einer Filmbesprechung und gilt damit als Urheber des Konzepts. Der Text beleuchtet, wie sich dieser Filmstil in der deutschen Filmlandschaft manifestiert und entwickelt hat.